Herzogenrath-Mitte: Alles steht und fällt mit den Jahresabschlüssen

Von: mabie
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Bei der Entwicklung von Rodas Mitte steht nicht nur die Gestaltung im Mittelpunkt, sondern die Frage nach dem Eigenanteil. Foto: Bienwald

Herzogenrath. Dass alle Mitglieder des Planungsausschusses daran interessiert sind, die Innenstadtbereiche weiterzuentwickeln, davon konnte wohl jeder noch vor der Sitzung ausgehen. Wie fein jedoch die Unterschiede in der Lesart einzelner Parteien sein können und wie sich schließlich doch alles nach dem vermeintlich schnöden Mammon richten muss, erfuhren die Besucher aber auch.

„Die Gesamtmaßnahme steht und fällt mit den haushalterischen Fragen“, schickte der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda vorab an die politischen Vertreter. So müsse nach Rücksprache mit der Bezirksregierung ein sehr differenziertes Finanzierungskonzept vorgelegt werden. „Dabei ist vor allem die Frage wichtig, wie die Stadt den Eigenanteil schafft“, schloss Migenda, der es aber nicht als Nachteil sah, wenn die Beteiligten nun unter Hochdruck arbeiten müssten, um bei einem positiven Bescheid durch die Bezirksregierung Köln den Plan schon fertig in der Schublade zu haben.

Dass „alles möglich gemacht werden muss, um alles zu schaffen“, betonte auch SPD-Sprecher Dr. Manfred Fleckenstein. Gleichzeitig zeigte er sich aber ein wenig irritiert, denn er ging eigentlich davon aus, dass 2016 ein genehmigter Haushalt vorliege. „Dann ist das kein Problem“, schloss Mathematiker Fleckenstein. Hinter dem Plan, dass Studierende der FH Aachen die Arbeit begleiten wollen, sah er zudem noch positive Einflüsse dieser Zusammenarbeit am Horizont aufziehen.

Dunkle Wolken am selbigen oder gar einen Abwärtstrend, der bei einem nicht genehmigten Haushalt kommen könnte, wollte Stefan Becker von der CDU auf jeden Fall vermeiden: „Denn dann kommen wir aus dem Abwärtstrend nicht so schnell heraus.“ Und er blieb bei den Diskussionspunkten, die schon seit Jahr und Tag Schlüsselpunkte bei einer Überarbeitung des Zentrums von Herzogenrath-Mitte sind. „Der alte Rewe-Markt und auch die Post sind Prioritäten, denen sich die Verwaltung annehmen muss“, betonte Becker.

Die Burg „freischneiden“

Eine Idee, mit mehr Flair den Ortskern von Herzogenrath zu verschönern, kam vom Grünen-Vertreter Folker Moschel: „Im Moment sieht man vom Ferdinand-Schmetz-Platz aus die Burg nicht. Ist da was angedacht?“ Er wünschte sich, neben einer Verbesserung der Sichtachse zu Rodas Wahrzeichen, was beispielsweise durch Grünschnitt geschehen könne, auch die Freilegung des Broichbachs. Hier schritt wiederum Ragnar Migenda ein, der davor warnte Gewässerschutz und Hochwasserschutz auf die leichte Schulter zu nehmen: „Eine Freilegung ist grundsätzlich sehr zu begrüßen, doch muss der Versicherungsschutz gegen den Erlebniswert abgewägt werden.“

„Ich finde es sehr gut, wenn Grüne einmal über Bäume nachdenken“, warf CDU-Fraktionschef Reimund Billmann ein.

Kämmerer Markus Schlösser hatte das letzte Wort in der Diskussion: „Wir sind momentan noch dabei, Erfahrungen mit der Bezirksregierung zu sammeln“, begann er. Auf allzu große Prognosen wollte er sich dabei nicht einlassen, „aber im Bereich konstruktiver Vorschläge reagiert die Bezirksregierung wesentlich positiver, als wir das erwartet hatten.“

Was die Bezirksregierung aber brauche, bleibe die Zusage, dass Herzogenrath die Eigenmittel auch tatsächlich aufbringen kann. Das aber wiederum gehe nur mit einem genehmigten Haushalt, der natürlich auch davon abhängt, wie sich die Sache mit den Jahresabschlüssen und die finanzielle Lage generell entwickeln ... „Es spricht aber nichts dagegen, eine Art Voranfrage zu stellen“, unterstrich Schlösser, „denn ich würde es nicht so betrachten, dass wir von vornherein schlechte Karten haben.“

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