Herzogenrath ist Schwerpunkt beim Autoklau

Von: Beatrix Oprée
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Konspirativ: Nur wenige Sekunden brauchen Autodiebe, um in einen Wagen zu gelangen. Eva Wetzig und Thorsten Ostermann bleiben nur Erinnerungsfotos. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Es muss sekundenschnell gegangen sein: Der Pkw war direkt unter dem Küchenfenster der Nachbarn geparkt. Die hörten im Morgengrauen nur, wie ein Motor gestartet wurde und haben sich nichts weiter dabei gedacht. Innerhalb kurzer Zeit ist die Familie von Thorsten Ostermann aus Kohlscheid dreimal von Autodieben heimgesucht worden.

Ende Oktober fing alles an: Da wurde der Wagen seiner Lebensgefährtin Eva Wetzig entwendet, ein schneeweißer Golf mit schicken schwarzen Felgen. Nur wenige Wochen später, im Dezember, verschwand der Wagen von Thorsten Ostermann selbst, ebenfalls ein Golf, leuchtend kobaltblau lackiert.

Und Mitte Juli schließlich wurde der Pkw von Eva Wetzigs Vater gestohlen, der nur wenige Kilometer entfernt in Straß wohnt: ebenfalls ein VW, diesmal ein recht neuer Touran Free Style, anthrazit mit Multifunktions-Lenkrad. Der Wagen hatte unmittelbar vor dem Schlafzimmerfenster gestanden, die Diebe waren dennoch unbemerkt geblieben.

„Beim ersten Mal war ich regelrecht geschockt“, erzählt Eva Wetzig. „Und beim zweiten Mal konnten wir zunächst gar nicht glauben, dass wir schon wieder betroffen waren.“ Thorsten Ostermann war gerade auf Dienstreise in Taiwan, als seine Freundin ihn über den Diebstahl informierte.

Was jedes Mal folgte, war eine Menge Papierkram sowie Auseinandersetzungen mit der Versicherung, die die aufwendige Sonderausstattung der Wagen nicht unbedingt akzeptieren und ersetzen wollte. Mit abhanden gekommen waren zudem zwei Kindersitze und Werkzeug. Der weiße Golf war werksmäßig mit Sportsitzen und einer Sportverspoilerung ausgerüstet. Ostermann, leidenschaftlicher Schrauber, hatte zudem gerade erst Tagfahrlicht und einen Marderschutz nachgerüstet.

Seinen eigenen Golf, elf Jahre alt, hatte er als Zweitfahrzeug für den Winter angeschafft. Viele Stunden Arbeit hatte er hineingesteckt, um einen anderen Turbomotor einzubauen, zudem Ledersitze, Xenonscheinwerfer, ein Navi und einiges mehr. 2500 Euro alleine an zusätzlicher Ausstattung waren in das Gefährt geflossen, für die passende Ausstattung war Thorsten Ostermann teilweise viele Kilometer weit durch die Republik gereist. Zwei Wochen, nachdem alles fertig war, schlugen die Diebe zu.

Der Autodiebstahl ist bestens organisiert, sagt Paul Kemen, Sprecher der Polizeibehörde Aachen: „Die Diebe arbeiten im Auftrag und nach Bestelllisten. Und da stehen bei weitem nicht nur teure Sportwagen oder Nobelkarossen drauf.“ Sondern durchaus auch Mittelklassewagen mit Sonderausstattung, ein paar Jahre alt, aber gut erhalten. „Letzteres ist ein Hinweis für uns, dass solche Diebstähle der Einzelteilbeschaffung dienen.“ Als bevorzugte Marken und Modelle hat die Polizei VW T5 Multivan, Golf und Touran, BMW der Dreier-Serie und Mercedes-Kombi-Fahrzeuge ausgemacht.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die Tatorte im Vorfeld genau ausbaldowert werden. Der eindringliche Appell daher: Verdächtige Beobachtungen sollten unverzüglich der Polizei über die Notrufnummer 110 gemeldet werden.

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