Herzogenrath hat mit St. Thekla nun acht Familienzentren

Von: Beatrix Oprée
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Huiii! In der Kita St. Thekla haben nicht nur die Jüngsten Spaß. Foto: Oprée

Herzogenrath. Das „Erprobungsjahr“ ist um, und die ganze Arbeit hat sich gelohnt: Die Kindertagesstätte im Schatten der Merksteiner Kirche an der Theklastraße ist jetzt auch mit Gütesiegel und Stempel das „Integrative Familienzentrum St. Thekla“. Zur großen Freude der Belegschaft unter Leitung von Ursula Mingers und ihrer Stellvertreterin Sigrid Ortmanns-Schmitz.

Neben der Anerkennung für ihre Arbeit, zahlt sich dies auch in barer Münze aus: Nach den 13.000 Euro Anschubfinanzierung aus dem Landesprogramm für die Erstzertifizierung fließt nun jeweils dieselbe Summe für weitere drei Jahre in die Kita. Dann steht die Rezertifizierung an. Familienzentren sollen Kindern und Eltern erstklassige Betreuung und Bildung sowie Beratung und Unterstützung bieten, so ist das Ziel seitens des Landesministeriums definiert.

Sie sollen die Erziehungskompetenz der Eltern stärken sowie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf verbessern. Als Zentrum eines Netzwerks familien- und kinderunterstützender Angebote sollen sie frühe Beratung, Information und Hilfe in allen Lebensphasen vorhalten. Auch wenn die Erzieherinnen von St. Thekla dazu nicht allzu viel Neues „aus dem Boden stampfen mussten“, wie sie sagen, freuen sie sich, dass ihr erweitertes Angebot für alle Menschen im Umfeld – auch für Senioren – eingeschlagen hat „wie eine Bombe“, wie Leiterin Ursula Mingers es umschreibt.

So ist die Kita Mitglied des Arbeitskreises „Streiffelder Hof“, unter anderen zusammen mit dem Jugendamt, der Kirche, der Jugendorganisation „Die Falken“ und der Offenen Ganztagsschule Alt-Merkstein. „Alles, was den Sozialraum betrifft, kann in diesem Arbeitskreis thematisiert werden“, erklärt Mingers. „Von Fragen zur öffentlichen Sicherheit und Ordnung bis zu gemeinsamen Feiern.“ Viele neue Menschen hat die Kita im Zertifizierungsjahr erreicht. Die Schwerpunkte des Angebots: Sprache – Ernährung – Bewegung.

Jeder ist angesprochen

Neben Gesprächskreisen für Eltern und dem täglichen Elterncafé, das bedarfsgerecht zu einer rege bevölkerten Theke mit Kaffee und Keksen zwecks Plausch und Info-Austausch mutiert ist, sind es die regelmäßigen Kochtreffs, die besonders ankommen. Hier werden Rezepte ausgetauscht, bringen Teilnehmer sogar Freunde und Bekannte mit, wie Sigrid Ortmanns-Schmitz berichtet. „Man muss keine Riesenattraktionen bieten“, ergänzt Ursula Mingers.

Auf die Kommunikationsplattform komme es an, die auch für Menschen ohne großes Portemonnaie interessant sein sollte. „Da reicht ein gemeinsamer Spaziergang um die Halde oder ein Besuch um Niedrigseilgarten – Hauptsache, man ist zusammen.“ So gab es Veranstaltungen wie eine Rückenschule für Frauen, ein Babysitter-Kurs, jahreszeitliches Basteln und Vater-Kind-Tage. Zudem steht das 18-köpfige Personal – in jeder der vier Gruppen sind „AGIL“-zertifizierte Mitarbeiterinnen (AGIL = „aktiver, gesünder, is(s)t leichter“ – eine Aktion des Kinderschutzbundes) – jedem zur Seite, wenn es um die Vermittlung von Beratungsangeboten im Bereich Erziehung, Schulden oder Beruf geht.

In Absprache mit dem evangelischen Familienzentrum findet alle drei Monate ein Erfahrungsaustausch mit örtlichen Tagesmütten statt. Auf dem Sektor Sprache hat sich in St. Thekla die „Kinderbücherei“ etabliert, in der neben den 65 Schützlingen (darunter acht U-3-Kinder) auch die „Ehemaligen“, sprich die Grundschulkinder, willkommen sind, um sich Lektüre, teils in mehreren Sprachen, sowie Spiele und CDs auszuleihen. Buchausstellungen, Bilderbuchkino, Vorlesenachmittage und Lesenächte ergänzen das Ganze.

Mit St. Thekla gibt es nun acht Familienzentren in Herzogenrath, weitere sind laut Aussage der Verwaltung vorerst nicht geplant.

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