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Herzogenrath bekommt ein Glasfasernetz

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
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Bildnummer: 53236765 Datum: 10.03.2009 Foto: Communication companies Economy world of work Society Lower Saxony Europe
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Leerrohre wie dieses verlegt derzeit die Enwor: Bei neuen Gasanschlüssen können Kunden sich für dieses entscheiden, ohne dass Mehrkosten entstehen. Ob diese demnächst bereits von Telekom-Kunden genutzt werden können, ist offen. Foto: E. Zander

Herzogenrath. In der Roda-Stadt wird ab Mitte des Jahres ein neues Telekommunikationsnetz eingerichtet. Mit der Umrüstung auf ein leistungsfähigeres Glasfasernetz will die Deutsche Telekom AG den drastisch gestiegenen Anforderungen sowohl in der Mobilfunkversorgung als auch im Internetbereich gerecht werden.

„Jahr für Jahr verdoppeln sich die Datenmengen“, sagte Gregor Theißen von der Telekom, zuständig im Bereich DSL-Ausbau in den Kommunen Region-West, im städtischen Wirtschaftsausschuss. Wenn die Arbeiten abgeschlossen sind, können Bandbreiten mit einer Datenübertragungsrate von bis zu 100 MBit pro Sekunde im Download- und 40 MBit pro Sekunde im Upload-Bereich angeboten werden. Die deutlich höhere Geschwindigkeit wird immer wichtiger, erläutert George-Stephen McKinney, Sprecher der Deutschen Telekom AG, und nennt beispielsweise die zunehmende Nutzung von „Cloud-Festplatten“, ein digitaler Speicherplatz, der über das Internet angesteuert wird und von überall erreichbar ist.

Realisiert wird das FTTC-Netz (Fibre to the curb = Faser an den Bordstein). Die im Stadtgebiet verteilten Hauptkabel aus Kupfer werden auf Glasfaser hochgerüstet und ergänzt und münden in Verteilerkästen, den Kabelverzweigern. Von dort laufen die Kupferkabel weiter in die Häuser und Firmengebäude. Diese Methode ist deutlich kostengünstiger, als zusätzlich in jedes Haus einen Glasfaseranschluss zu legen. „Wir können das nicht schultern“, sagt McKinney. Das Glasfaserkabel sei erst einmal nur ein Signalträger.

Dabei bietet die Enwor an, bei der Neuverlegung von Gasanschlüssen direkt ein Leerrohr für Glasfaserkabel zu verlegen. Ob diese Maßnahme überflüssig ist, dazu will sich McKinney „keinen Kommentar erlauben“.

Wolfgang Riege, Fachbereichsleiter Netzbetrieb Strom der Enwor, gibt hingegen Entwarnung. Durch den Ausbau seitens der Telekom werde „mittelfristig die Geschwindigkeit angepasst, aber langfristig reicht das Konzept nicht aus“. Kunden, die bereits ein Leerröhrchen haben legen lassen, bräuchten sich nicht ärgern, sie seien gut für die Zukunft ausgerüstet. Denn Riege geht davon aus, dass künftig auch die Glasfaserkabel in die Häuser verlegt werden – auch wenn er zu der Zeitspanne keine Prognose abgeben kann. Es gibt neue Wohnbaugebiete, wie etwa das Baugebiet Raderfeld V, in dem die Glasfaserkabel bereits bis in die Häuser verlegt wurden.

Mit der Realisierung des FTTZ-Netzes geht man dem Problem der schlechten Breitbandübertragung entgegen, die durch lange Kupferkabel entstehen kann. Glasfaserkabel hingegen können „unheimliche Datenmengen aufnehmen und weiterleiten“, erläutert Gregor Theißen.

Ende 2014 fertig

Im Stadtgebiet gibt es derzeit etwa 150 Telefonanschlüsse, die mit dem Festnetz keine Internetverbindung bekommen. Diesen Zustand will der Konzern ebenfalls angehen und ändern.

Von den derzeit 150 Gehäusestandorten in Herzogenrath werden 75 zu den genannten Kabelverzweigern umgebaut – 22 in Herzogenrath-Mitte, 23 in Merkstein und 30 in Kohlscheid. Die meisten der notwendigen Tiefbauarbeiten „werden sich im Gehwegbereich abspielen“, erläutert George-Stephen McKinney. Sind keine Leerrohre vorhanden, müssen Straßenbereiche aufgerissen werden. Das aber geht „relativ flott“, wie McKinney sagt. Innerhalb einer Woche seien die Kabel an den jeweiligen Stellen getauscht oder montiert. Insgesamt werden 10 bis 15 Kilometer Glasfaser verbaut. In der zweiten Jahreshälfte 2014 will das Unternehmen mit den Baumaßnahmen beginnen und zum Ende des Jahres bereits fertig sein.

Die niedrigste mögliche Bandbreite zu berechnen, sei schwierig, so Gregor Theißen. Doch er schätzt, dass alle Bereiche in Herzogenrath künftig mindestens mit Bandbreiten zwischen 25 und 50 MBit pro Sekunde versorgt werden können. Mit einer Ausnahme: der Bereich Berensberg, in dem die Telefonvorwahlen der Stadt Aachen liegen. 40 Anschlüsse sind dort betroffen. Wenn, dann würden sie im Zuge des späteren Ausbaus im Aachener Stadtgebiet angeschlossen. Doch dafür gibt es derzeit keine Planungen. „Deutschland ist groß“, sagt McKinney. „Es gibt viele Komponenten, die darauf Einfluss haben.“ Kosten entstehen weder für die Anwohner noch für die Stadt, da diese in Gänze von dem Telekommunikationskonzern getragen werden. Über die Summe gab es auf Anfrage keine Auskunft.

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