Herzogenrath baut strategische Beziehungen nach Südkorea auf

Von: Yannick Longerich
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Zufrieden: Georg Greuel, Entwickler bei der GVB Solutions in Glass GmbH, informiert die Gäste über gute Erfahrungen, die das Unternehmen am Innovationsstandort Herzogenrath gemacht hat. Foto: Yannick Longerich

Herzogenrath. Im Tagungszelt auf dem Gelände des Industrieparks Nordstern ließ die zünftige Brotzeit noch nicht wirklich auf die Neuigkeiten schließen, die Bürgermeister Christoph von den Driesch für die Gäste des Wirtschaftsfrühstücks Herzogenrath bereithielt.

Die Stadt Herzogenrath wird sich künftig verstärkt um die Ansiedlung südkoreanischer Technologieunternehmen bemühen. Der Aufbau sogenannter „strategischer Beziehungen“ ist angelaufen.

Professor Dr. Thomas Grieß von der RWTH Aachen hatte einst die Städteregion und vor allem Herzogenrath von der Idee begeistern können. 2013 folgte der erste Flug nach Fernost, erste Kontakte wurden geknüpft. „Neben Japan und China ist Südkorea in den vergangenen Jahrzehnten zu einer großartigen Alternative herangewachsen. Wir setzen hier den Schwerpunkt unserer Bemühungen, da wir unheimlich großes Potenzial erkennen“, erläuterte von den Driesch.

Frank Leisten von der Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer (Agit) verdeutlichte in einem kurzweiligen Vortrag den versammelten Wirtschaftsvertretern und Lokalpolitikern das geplante Vorgehen. Nachdem eine deutsche Delegation mit von den Driesch sowie dem Aachener Oberbürgermeister Marcel Philipp und Vertretern von Aachener Unternehmern die Stadt Ansan – ein Vorort der Millionenstadt Seoul – schon im September des vergangenen Jahres besuchten, verweilten 2016 auch schon südkoreanische Delegationen in der Region.

Leisten und von den Driesch wollen nicht auf die Ansiedlung von Einzelhändlern oder Vertriebsunternehmen setzen. Vielmehr sollen innovative und mittelständische Technologieunternehmen für die von Tradition und Innovationsgeist gleichermaßen geprägte Städteregion begeistert werden. Besonders in Bezug auf Herzogenrath sieht von den Driesch ideale Voraussetzungen durch die Nähe zum Hochschulstandort Aachen und den internationalen Anschluss im Dreiländereck. Wegen der Isolierung zum Nachbarstaat Nordkorea hätten die Südkoreaner ein besonderes Interesse an internationalen Kontakten.

Die Agit möchte besonders kleineren Technologie-Unternehmen zur Seite stehen. Es sei laut Leisten nicht von nötig, mit Hunderten von Mitarbeitern „umzuziehen“. Ein stetiges Wachstum von einer kleinen Niederlassung bis zum großen Innovationszentrum – das Ford-Forschungszentrum in Aachen wurde als Beispiel genannt – sei denkbar. Bei Steuer-, Rechts- und Finanzfragen könnte das Netzwerk der Agit „Behördenhilfe“ leisten.

Die als Ausrichter des Frühstücks agierende „GVB Solutions in Glass GmbH“ – als erster Nicht-Einzelhändler Vorreiter im Nordstern-Park, lobte ihrerseits die Pläne der Stadt. Das Unternehmen vertreibt und verarbeitet unterschiedliche Spezialgläser. Für andere Unternehmen sowie kleine Betriebe und Kunsthandwerker werden technische Gläser, Leuchtengläser und kunsthandwerkliche Spezialgläser angefertigt. Die GVB profitiere laut Geschäftsführer Norbert Braun natürlich auch vom Innovationsstandort Aachen. Das Unternehmen beschäftigt sich neben dem regulären Betrieb zur Zeit auch unter anderem mit der Entwicklung von UV-Leuchten, die ohne Quecksilber auskommen.

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