Herzogenrath als Möbelstandort gesichert

Von: Beatrix Oprée
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Fünf Unternehmen, die sich am Standort Straß zu einem „runden Konzept“ zusammenfügen: Ab kommenden Montag gehört auch der Möbel-Discounter „Roller“ dazu, der einen Großteil der früheren Debetz-Flächen einnimmt. Foto: Beatrix Oprée
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Weiter auf Expansionskurs: die geschäftsführende Gesellschafterin Tessa Tessner mit dem neuen Marktleiter Jürgen Hoff.

Herzogenrath. Die ersten potenziellen Kunden drücken sich an den Schaufenstern bereits die Nasen platt. „Warum darf ich denn nicht rein?“, fängt ein älterer Herr glatt an zu argumentieren und will gar nicht mehr aus dem Eingang weichen – mit Blick auf vorbeiziehende Gäste, die zu einem ersten offiziellen Rundgang durch den Möbeldiscounter „Roller“ eingeladen sind.

„Die Eröffnung ist doch erst am kommenden Montag um 9 Uhr“, musste die freundliche Mitarbeiterin auch noch zahllose andere Neugierige vertrösten.

Daran gemessen stünde jetzt schon fest: Die Erfolgsgeschichte der Familie Tessner, 100-prozentige Eigentümer des Möbeldiscounters „Roller“, kann in Herzogenrath weitergeschrieben werden – am Einzelhandelsstandort an der Voccartstraße 65 in Straß. Womit dort, nach dem schrittweisen Rückzug von Möbel Debetz und anfänglichen Gewerbe-Ansiedlungsplänen, die in Herzogenraths Geschäftswelt auf ärgste Befürchtungen bezüglich negativer Auswirkungen auf die Innenstadt gestoßen waren, nun ein neues Kapitel aufgeschlagen werden kann.

Nach gründlichen Umbauarbeiten sind über 5000 Quadratmeter Verkaufsfläche, die einst zu Möbel Debetz gehörten, nicht mehr wiederzuerkennen. Wände wurden eingerissen, neue Treppen und ein Aufzug eingebaut, um aus der Immobilie einen typischen „Roller“-Discountmarkt zu machen. Und damit einen Großteil der zur Verfügung stehenden Immobilien mit neuem Leben zu füllen.

Sehr zur Freude auch der Nachbar-Unternehmen, wie Ralf Gravemeier, Geschäftsführer der Media-Markt-Filiale auf der anderen Straßenseite und an diesem Morgen ebenfalls eingeladen, unserer Zeitung gerne bestätigt. Den Möbeldiscounter sieht er als willkommene Ergänzung zum vorhandenen Handel in Straß, „das hier ist jetzt insgesamt ein rundes Konzept“.

Auch sein Unternehmen hat am Standort Herzogenrath einen Anpassungsprozess vollzogen. Rund 700 Quadratmeter wurden abgegeben, die nun ein Fitness-Center nutzt, „sehr gut frequentiert“, wie Gravemeier zufrieden feststellt.

3600 Quadratmeter Verkaufsfläche umfasst der Media-Markt vor Ort immer noch, verweist der Geschäftsführer auf steigende Umsätze und die gute Verzahnung seines Unternehmens zwischen Online-Bestellung und Abholung im Markt. Überhaupt hat er eine Trendwende festgestellt: „Die Kunden informieren sich im Internet und kommen dann doch in den Laden.“ Anfassen, ausprobieren, beraten lassen. Gravemeier: „Das Geschäft wird zwischen Menschen gemacht.“ Und jeder vierte Kunde in Straß, so ergänzt er, stammt aus den Niederlanden.

Ein unbedingter Standortvorteil, den auch Bürgermeister Christoph von den Driesch der eigens angereisten geschäftsführenden Gesellschafterin Tessa Tessner nochmals schmackhaft macht: „Von hier aus bieten sich für ‚Roller' auch noch weitere Expansionsmöglichkeiten“, blickte er ganz offenbar über die Landesgrenze hinweg. Dass die erfolgreiche „Roller“-Ansiedlung, an der der Grundstücksbesitzer im übrigen einen maßgeblichen Anteil gehabt habe, nun dafür sorge, dass die Rodastadt ein Möbelstandort bleibt, stimmt den Bürgermeister glücklich.

Ebenso wie die Tatsache, dass eine Neuansiedlung wie „Roller“ eine ganze Reihe Arbeitsplätze mit sich bringt, in diesem Fall 40 an der Zahl.

Die Zusammenarbeit sei hervorragend gewesen, bestätigen denn auch Sabine Lassen, Geschäftsstellenleiterin der Agentur für Arbeit in Alsdorf, und ihre Kollegin Sabine Klocke am Rande der Besichtigung.

200 Bewerber waren letztlich zu acht Gruppeninfos eingeladen gewesen. Für die Auswahlgespräche stellte die Agentur für Arbeit unter anderem passende Räumlichkeiten zur Verfügung. Und sie ermöglichte für alle, die in die engere Wahl gekommen waren, ein Einarbeitungspraktikum.

Auch der künftige Marktleiter Jürgen Hoff gehört zu den „Neuen“ bei „Roller“ in der Rodastadt. Nach leitenden Positionen in anderen Unternehmen bundesweit ist der Herzogenrather nun froh, endlich in seiner Heimat tätig sein zu können.

Nur sechs der 40 neuen Mitarbeiter seien firmenintern vermittelt, der Rest extern eingestellt worden und stamme aus der Region, legt Hoff dar. Und ab dem kommenden Jahr werde in seinem Markt auch ausgebildet, sagt er und versichert: „Azubis bei ,Roller‘ werden fast zu 100 Prozent übernommen.“

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