Hermann Lehsmeister tut fast alles für den Kampfsportclub „Han Kook”

Von: Sigi Malinowski
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Na, wer hat hier die Hosen an? Zumindest fürs Foto nimmt Annemarie Lehsmeister ihren Hermann-Josef gern in den Schwitzkasten. Foto: Malinowski

Baesweiler. Was tut man nicht alles für seinen Verein? Vor gut 23 Jahren hat sich Hermann-Josef Lehsmeister vor laufender Fernsehkamera sogar in den Unterleib treten lassen. Der verabredete Tritt traf ihn zwar ein wenig zu tief, doch hat er es seiner Filmpartnerin verziehen - schließlich war Annemarie bereits damals seine Gattin und rechte Hand im Kampfsportclub „Han Kook”.

Der feiert nun sein 40-jähriges Bestehen. Somit feiert auch der zweifache Familienvater, denn er hat den Verein gegründet.

1969 hat er mit fünf weiteren Kampfsportlern „Han Kook” aus der Taufe gehoben. Seinerzeit waren Rolf Goldau, Michael Haverz, Dieter Keller, Dieter Schmaglowski und Josef Kozyba die Geburtshelfer. Diese Herren sind heute nicht mehr dabei, doch Lehsmeister hält weiterhin die Fäden in der Hand.

Gar nicht aggressiv

Zu Spitzenzeiten hatte der Verein 270 Mitglieder, doch die Menge ist Lehsmeister gar nicht so wichtig. Das Ziel, die Ergebnisse der Ausbildungen - die seien relevant.

Das Wort „Kampfsport” berge dabei etwas Aggressives, was der Sport - richtig ausgeübt - gar nicht habe. „Wer sich nur schlagen will, fliegt direkt raus bei uns”, sagt der Großmeister der Disziplinen Hap Ki Do und Taekwondo.

Im Lauf der Jahre haben Hermann-Josef und Annemarie hunderte Kinder und Jugendliche trainiert. Die haben gelernt, was Hermann Lehsmeister gerne und immer wieder herausstellt: „Unsere Philosophie ist es, den Sportlern Disziplin, Leistungswillen, Respekt und Toleranz zu vermitteln.”

Lehsmeister, der jeweils den vierten Dan in Hap Ki Do und Taekwondo trägt, ist in Sachen Deeskalation ein viel beschäftigter und geachteter Mann. Er spricht in Schulen, gibt Mädchen- und Frauenseminare in Sachen Selbstverteidigung, hat an der Volkshochschule die Kampfsportkünste vermittelt und wurde dafür mit dem Bundesverdienstkreuz belohnt.

Irgendwann waren die Baesweiler Sportler auch reif für einen Fernsehauftritt. Lehsmeister lacht, wenn er an den Dreh für eine deutsche Krimiserie denkt, an dem er teilnahm. „So realistisch ist im Film noch nie einer zu Boden gegangen.” Nämlich als „Opfer” Annemarie den „Verbrecher” Hermann-Josef mit einem beherzten Tritt aufforderte, Fersengeld zu geben. Eifrig ging das Paar auch beim 25-jährigen Vereinsjubiläum zur Sache. Alle Erlöse aus den Feiern und aus Sammlungen spendeten die Sportler an die Kinderkrebsstation des Aachener Universitätsklinikums. Seine unermüdliche Arbeit für den Nachwuchs hat dem Baesweiler auch zum Titel „Botschafter des Sports” verholfen. Lehsmeister erwähnt so etwas nur ganz am Rande. Viel lieber spricht er unter anderem darüber, dass es eine Zeit gab, in der gegnerischen Mannschaften ihre Meldungen bei Turnieren zurückzogen, weil Baesweiler Kämpfer dabei waren und europäische Titelträger wie Luis Casielles oder Christian Leistekow aufstellten.

Das 40-Jährige soll erneut in großem Rahmen und in Verbindung mit karitativen Aktionen über die Bühne gehen. Daran arbeiten die Lehsmeisters mit ihrer 70 Mitglieder zählenden Mannschaft. Gefeiert werden soll am 31. Oktober in der Halle Grengracht.
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