„Helft den Tschernobyl-Kindern“: Starkes Beispiel für Hilfsbereitschaft

Von: Margret Nußbaum
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Empfang: Ein fröhliches Stelldichein vor dem Alsdorfer Rathaus gab es für Kinder aus der Tschernobyl-Region Uljanovo, deren Gasteltern und den Verantwortlichen des Vereins „Helft den Tschernobyl-Kindern“. Foto: Margret Nußbaum

Alsdorf. „Behandle deinen Gast wie einen Schatz.“ Mit diesem ungarischen Sprichwort hatte Bürgermeister Alfred Sonders beim Empfang des Vereins „Helft den Tschernobyl-Kindern“ im Rathaus anlässlich des 25-jährigen Bestehens den Nagel auf den Kopf getroffen.

Die lachenden Gesichter der Mädchen und Jungen aus der russischen ländlichen Region Uljanovo, die auch heute noch – 31 Jahre nach der Katastrophe von Tschernobyl – unter den Folgen der Verstrahlung leiden, sprachen Bände.

Der Erste Bürger der Stadt, gerade von einer Ungarn-Reise zurückgekehrt, lobte den Verein, der sich schon ein viertel Jahrhundert um das Wohl der Kinder aus Uljanovo kümmert. Vereinsvorsitzender Otto Stöcker und seine vielen Mitstreiter dürfen stolz Bilanz ziehen: 4025 mal vier Wochen Erholungsurlaub für Kinder in Belgien und Deutschland, 715.000 Kilo Hilfsgüter in 23 Konvois, 145.000 Kilo Lebensmittel.

Hilfe, die ein Vermögen gekostet hat: Einschließlich Flug- und Konvoikosten, Bustransfers und Versicherungen 1.205.867 Euro. Auch 31 Jahre nach der Katastrophe leidet die Bevölkerung immer noch an den Folgen der Katastrophe. Viele Lebensmittel sind nach wie vor unbrauchbar. In ihrer Not bauen die Menschen in der verstrahlten Umgebung Obst und Gemüse in Gärten und Feldern an.

Otto Stöcker zählt auf, wie der Verein konkret hilft: „Seit 1992 laden wir jeden Sommer etwa 80 russische Kinder im Alter von sieben bis 14 Jahren in unsere Region ein. Hier, bei ihren Gasteltern, können sie vier Wochen lang gesunde Luft atmen und unbelastetes Essen genießen.“ Dies ist mehr als ein Tropfen auf dem heißen Stein. Denn medizinische Tests haben ergeben, dass sich der Gesundheitszustand der Kinder nach den vier Wochen Ferien in der Euregio Rhein-Maas deutlich verbessert.

Darüber hinaus verteilt der Verein einmal jährlich über zehn Tonnen Lebensmittel für die Mittagessen in Schulen, Kindergärten und Waisenhäusern in der Region Uljanovo. „Einmal jährlich reisen Mitglieder unseres Vereins dorthin, um von einem Teil der gesammelten Geldspenden außerhalb der verstrahlten Regionen etwa zehn Tonnen unbelastete und haltbare Lebensmittel zu kaufen“, erklärt Otto Stöcker. „Diese werden dann in sieben Schulen und drei Kindergärten verteilt. 1000 Kinder erhalten durch diese Aktion an jedem Schultag eine kostenlose und warme Mahlzeit, und zwar ein ganzes Jahr lang.“

Dass die Tschernobyl-Kinder während ihres Aufenthalts möglichst viel sehen und Spaß haben können, dafür sorgt nicht zuletzt die Stadt Alsdorf unter Regie ihres hilfsbereiten Bürgermeisters. Der Eintritt in Tierpark und Energeticon ist kostenfrei – für Kinder und Gasteltern. Zu den Aktivitäten zählen auch kostenlose Besuche im Brückenkopfpark Jülich, auf der Anna-Kirmes in Düren und im Phantasialand in Brühl.

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