Herzogenrath - Heitere „Augenblicke” für einen guten Zweck

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Heitere „Augenblicke” für einen guten Zweck

Von: Daniel Gerhards
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Viele Pointen parat: Moderator Ingolf Lück. Foto: Daniel Gerhards

Herzogenrath. Richtig gute Stimmung herrschte in der Aula des Schulzentrums. Und das obwohl der Anlass der Gala eher nachdenklich stimmt. Bei der Benefizveranstaltung zu Gunsten der Stiftung „Augenblicke” bekamen die 250 Besucher ein hochkarätiges Programm geboten. Die Stiftung unterstützt schwer kranke Kinder.

Viel Abwechslung bot das Programm: Für Lacher sorgten das Duo Naseweis und die Alt Aachener Bühne, rasant gerieten die Auftritte der Tanzclubs TSC Gold Aachen und TSC Blau-Silber Aachen und hörenswert waren Sängerin Denise Tillmanns, der Gospelchor „New Praise” und Julia Schröder. Bekanntestes Gesicht in der Runde: Moderator Ingolf Lück.

Der Comedian, der mit der Sat1-Wochenshow bekannt wurde, servierte einige Gags aus seinem neuen Programm rund um das Leben mit Familie und Kindern. Er erklärte, „wie maßlos Eltern ihren Nachwuchs überschätzen. Kaum fällt mal einer auf dem Spielplatz vom Klettergerüst, sagen die Eltern gleich, dass der die Gravitationstheorie von Newton verifiziert hat.” Und damit nicht genug: „Die schicken den Kleinen so lange wieder rauf, bis er auch noch die Formel dazu rausgefunden hat.”

Auch die ersten Worte des Nachwuchses ließen die Eltern heutzutage oft die falschen Schlüsse ziehen. „Wenn ein Kind mit Zweieinhalb immer noch bloß unverständliches Zeug brabbelt, hätten wir früher gesagt, der ist ein bisschen blöd. Sehen wir zu, dass wir den später bei der Post am Schalter unterbringen.” Doch heute „sucht der Vater so lange im Internet, bis er eine Sprache findet, in der das Gebrabbel etwas bedeutet.”

Für Ingolf Lück, der Schirmherr der Stiftung „Augenblicke” ist, ist es eine Herzensangelegenheit, die Aktion zu unterstützen. „Mich überzeugt das Konzept der Stiftung, sich unbürokratisch direkt an den Bedürfnissen der Familien zu orientieren.”

Zwei Krankheitsbilder stehen dabei im Fokus. „Spina bifida” ist eine Behinderung Neugeborener, die dadurch entsteht, dass die Wirbelsäule und das Rückenmark ungeborener Kinder nicht richtig ausgebildet werden. Das führt zur Schädigung der Nerven und kann unterschiedliche Lähmungen nach sich ziehen. Eine Störung des Gehirnwasserkreislaufs, der so genannte „Hydrocephalus”, tritt meist bei Kindern auf, die an Spina bifida erkrankt sind.

Gegründet wurde die Stiftung von den Herzogenrathern Ilka und Jens Reißer. Ihre Tochter, die an beiden Krankheiten litt, starb im Alter von dreieinhalb Jahren. Seitdem will das Paar anderen Eltern helfen, die mit der Diagnose konfrontiert werden. „Wir wollen ihnen Mut machen, sich der Herausforderung zu stellen und ohne Angst in eine erfüllte Zukunft zu gehen”, sagt Jens Reißer.

Der gebürtige Herzogenrather begreift die Stiftung als „Vermächtnis” seiner Tochter. In den vergangenen Jahren konnte die Stiftung einiges erreichen. Sie hat Familien bei Wohnungs- oder Autoumbauten unterstützt sowie Delfin- oder Reittherapien finanziert.

Um die Stiftung weiterhin zu unterstützen traten alle Künstler der Gala kostenlos auf. Auch die Herzogenrather unterstützten großzügig: 1400 Euro kamen an Spenden zusammen. Hinzu kommt der Erlös aus den Eintrittsgeldern und dem Verkauf von Speisen und Getränken.
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