Heißer Jazz-Frühschoppen im Kulturforum

Von: ehg
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Zum traditionellen Jazz-Frühschoppen hat das Kulturforum Würselen auf den Hof Zintzen eingeladen. Zu Gast war die Stammbesetzung der Band „Echoes of Nawlins“ und der Klarinettisten und Saxofonisten Thomas L´Etienne. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. War das – im doppelten Sinne – ein heißer Jazz-Frühschoppen, den das Kulturforum (KuFo) Würselen auf dem Hof Zintzen an der Aachener Straße aufzog. Hatte es in den letzten vier Jahren wegen schlechten Wetters in dessen Scheune ausweichen müssen, waren bei der Traditionsveranstaltung 2015 die Plätze im Schatten des alten, prächtig mit Blumen herausgeputzten Gemäuers der Hofanlage gefragt.

Unter Sonnenschirmen suchten die vier Jazzer Schutz, die es sich trotz der hohen Temperaturen nicht nehmen ließen, den Fans mit Jazz vom Feinsten einzuheizen. Was ihnen ohne Frage ganz locker gelang.

Ein Genuss der Sonderklasse wurde ihnen durch das Thomas L‘Etienne-Quartett bereitet. Es bestand aus dem Stamm der Band „Echoes of Nawlins“ mit H. P. Schüller am Piano, Johannes Voss (Bass) und Gerd Breuer (Schlagzeug), die beim Kulturforum keine Unbekannte sind, verstärkt durch den Special Guest Thomas L‘Etienne, einen musikalisch weltweit gereisten und nicht nur in New Orleans gefragten Saxofonisten und Klarinettisten. Gerade von einem zweimonatigen Aufenthalt in Rio de Janeiro zurückgekehrt, fand er auf Einladung von H. P. Schüller den Weg nach „Kaisersruh“.

Mit einer jazzigen „Messe“ läutete das Quartett die ausgefallene Matinee ein. Dass die vier Jazzer allesamt Meister ihres Faches sind, stellten sie dabei bereits unter Beweis. Sie erinnerten mit diesem „Introitus“ an die Natur-Katastrophe, die exakt vor zehn Jahren über New Orleans herein gebrochen war.

Von Titel zu Titel machten die bestens gestimmten Musiker Appetit auf den von ihnen aufgepeppten traditionellen Jazz, wie er in seiner Metropole traditionell verbreitet ist. Meister ihres Faches waren facettenreich auf dem Weg dorthin unterwegs.

Nicht nur der Gastmusiker lebte sich fantasievoll auf seinen Instrumenten aus. Vielmehr animierte er seine drei Weggenossen zu nicht minder ekstatischen Eskapaden. Mit viel Freude am Jazz zogen sie ihre zahlreiche Fangemeinde in ihren Bann. Wobei sie ihnen vorab eine kleine Geschichte zu den einzelnen Stücken erzählten.

Sehnsuchtsvoll lotete Thomas L‘Etienne bei „I wanted a little Girl“ die Klangfülle seiner Klarinette aus. Bisweilen waren regelrechte musikalische Spaßvögel am Werk. Erfreut darüber, auf dem Hof Zintzen in Kaisersruh spielen zu dürfen, ging bei einem Fats-Domino-Song regelrecht die Post ab.

Immer wieder neue Seiten des Genres Jazz schlug das Quartett auf. Trotz rasch steigender Temperaturen wippte das Jazz-Publikum unentwegt mit den Füßen und ließ sich zu Stürmen der Begeisterung hinreißen. Fern von ausgetretenen Pfaden lebten sich die vier Jazzer aus. Beim „Absacker“ demon-strierte der Gast auf seinem Instrument über alle Maßen seine technischen und kreativen Qualitäten. Donnernder Applaus brandete auf. Im Gepäck hatte er aber auch traditionelle südamerikanische Musik.

Im Verein mit seiner Lebensgefährtin Mariana Imbassahy (Querflöte) bereitete der „Weltenbummler“ in Sachen Jazz dem Publikum einen einmaligen Hochgenuss. Eine weitere Überraschung war der Auftritt der 13-jährigen Tochter Franziska Schüller. Sie intonierte erst solo und dann im Duett mit der brasilianischen „Freundin“ Werke des deutschen Barockkomponisten Georg Friedrich Telemann. Ein echter Kontrast!

Das Quartett verabschiedete sich mit dem einen oder anderen Ohrwurm. Wobei sich trotz der Temperaturen um die 30 Grad einige Fans zu einem rhythmischen Tänzchen hinreißen ließen. Bei den Jazz-Musikern, aber auch bei den Eheleuten Zintzen bedankte sich KuFo-Kassierer Volker Kreft, dass sie ein unvergessliches musikalisches Erlebnis möglich gemacht hatten.

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