Würselen - Heimspiel in der Fremde: TTC Indeland macht Würselen ein Geschenk

Heimspiel in der Fremde: TTC Indeland macht Würselen ein Geschenk

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
13743390.jpg
Die Teamkollegen aus der belgischen Nationalmannschaft stehen am Sonntag für den TTC Indeland Jülich am Tisch: Martin Allegro (l.) und Lauric Jean (r.). Der TTC spielt in Würselen, als Geschenk an die dort fusionierten Vereine. Foto: Jörg Sauer
13743392.jpg
Werben für den Event: Der WSV-Abteilungsleiter Tischtennis, Rolf Jongen, (l.) und TTC-Pressesprecher Jörg Sauer (r.). Foto: V. Müller

Würselen. Der TTC Indeland Jülich trifft an diesem Sonntag auf den zweifachen Deutschen Mannschaftsmeister TTC Frickenhausen und will sich den Weg in die 1. Tischtennis-Bundesliga ebnen. Das Ungewöhnliche: Das Heimspiel findet nicht in Jülich statt, sondern in Würselen.

Über die Hintergründe, die Vorbereitungen und das Rahmenprogramm sprach Verena Müller mit dem Pressesprecher des TTC Indeland Jülich, Jörg Sauer:

Herr Sauer, wieso spielt Ihr Verein in Würselen und nicht in Jülich?

Sauer: Das hat zwei Gründe. Zum einen wollen wir unser Verbreitungsgebiet, was unsere Zuschauer anbelangt, erweitern. Wir wissen, dass wir viele Fans in Aachen haben, aber nur wenige kommen zu unseren Heimspielen. Der Schritt nach Würselen ist zugleich also ein Schritt Richtung Aachen.

Wir rücken näher an die Aachener Fans ran. Zum anderen verzeichnen der ESV Würselen und der TV Würselen seit der Fusion einen wahnsinnigen Zulauf: rund zehn Tischtennis-Mannschaften im Spielbetrieb. Da wir viele treue Gäste aus Würselen haben, betrachten wir unser Spiel am Sonntag auch als Fusionsgeschenk und als Form der Anerkennung für die tolle Nachwuchsförderung, die dort geleistet wird.

Stichwort „Geschenk“: Die Nachwuchsabteilungen aller Vereine der Region sind bei freiem Eintritt zu dem Spiel eingeladen.

Sauer: Ja.

Ich dachte zuerst, da müsse die Werbetrommel für den Tischtennis-Sport gerührt werden, aber Nachwuchssorgen sind, wie Sie gerade gesagt haben, nicht der Hintergrund.

Sauer: Nein. Der Würselener Sportverein platzt aus allen Nähten, und auch wir können uns nicht beklagen. Der TTC hat 20 Mannschaften und war vergangenes Jahr NRW-weit der Verein mit der größten Jugendabteilung.

Worauf führen Sie den Zulauf zurück?

Sauer: Die Würselener arbeiten seit rund anderthalb Jahren mit sehr guten Trainern. Die Jugendarbeit wird in vielen Vereinen leider stiefmütterlich behandelt, aber dort, wo eine konkrete Betreuung und professionelles Jugendtraining angeboten werden, ist auch direkt ein großer Zuspruch zu erkennen. Das zahlt sich sofort aus. Das A und O sind ausgebildete Trainer, aber davon gibt es leider immer noch zu wenige.

Wie hat sich in Ihrem Verein die Anzahl der aktiven Mitglieder entwickelt?

Sauer: Wir merken die Auswirkungen der demografischen Entwicklung, spüren also, ob es sich im Bambini-Bereich gerade um einen geburtenstarken oder geburtenschwachen Jahrgang handelt – aber insgesamt bewegen wir uns auf hohem Niveau.

Können Sie das etwas konkreter fassen?

Sauer: Im vergangenen Jahr hatten wir bei den Bambini vielleicht ein oder zwei Mannschaften weniger, werden aber auch in diesem Jahr vermutlich unter den Top 5 der stärksten Jugendabteilungen Nordrhein-Westfalens bleiben.

Kommen wir noch mal auf nächstes Wochenende zurück. Wie muss ich mir die Vorbereitungen vorstellen? Man kann vermutlich nicht mal eben so ein Bundesliga-Spiel in eine andere Spielstätte verfrachten.

Sauer: Nein, ein Jahr Vorlauf muss man einkalkulieren. Jeder Verein muss sich Anfang der Saison seine Spielstätte genehmigen lassen und eine Ausweichspielstätte angeben. In unserem Fall ist das jetzt Würselen. Für diese Saison ist aber nur dieses eine Spiel dort angesetzt.

Muss die Elmar-Harren-Halle noch speziell hergerichtet werden?

Sauer: Jein. Die Halle ist als Veranstaltungsort optimal. Sie hat eine gute Größe und eine schöne Tribüne. Und was die technischen Details anbelangt – Bodenbelag, Lichtstärke – werden auch alle Richtwerte eingehalten. Was Letzteres anbelangt, haben wir extra spezielle Messungen durchgeführt. Die Auflagen sind schon recht hoch, es werden aber alle eingehalten.

Wieso dann „jein“?

Sauer: Weil wir mit unseren eigenen Tischen anreisen. Das wird dem einen oder anderen merkwürdig vorkommen, weil in Würselen ja 20 Tische stehen. Aber auch die Geräte müssen abgenommen werden, das ist das eine. Das andere ist, dass wir mit unserem Ausrüster Werbeverträge haben, die wir als Verein einhalten müssen.

Ah, verstehe. Wie viele Menschen umfasst das Vorbereitungsteam?

Sauer: 15 vom Würselener Sportverein und von uns vier. Aber das ist unsere normale Task-Force für den kompletten Bundesliga-Betrieb.

Können Sie noch kurz etwas zum Ablauf und Rahmenprogramm sagen?

Sauer: Samstagnachmittag beginnt der Aufbau, Samstagabend haben unsere und die gegnerische Mannschaft dann die Gelegenheit, in der Elmar-Harren-Halle zu trainieren. Das ist so üblich, um sich auf die Gegebenheiten einzustellen. Sonntag öffnet gegen Mittag die Caféteria, um 14.30 Uhr ist dann Spielbeginn. In der Halbzeitpause wird der Vorsitzende des Würselener Sportvereins etwas zur Fusion sagen.

Mit wie vielen Zuschauern rechnen Sie?

Sauer: 500. Also mit einer vollen Halle.

Sind noch Plätze frei?

Sauer: Ja, es gibt allerdings nur eine Tageskasse. Und Jugendabteilungen können sich bei mir noch telefonisch oder per E-Mail anmelden.

Letzte und nicht ganz unwesentliche Frage: Wie stehen die Chancen auf einen Sieg?

Sauer: Wir sind Zweiter, Frickenhausen ist auf Position 8 in der Tabelle, aber unsere Gäste brauchen jeden Punkt für den Klassenerhalt. Wir müssen am Sonntag leider auf unseren Japaner Yoshihiro Ozawa verzichten, der zu nationalen Titelkämpfen in sein Heimatland reisen musste. Aber auch ohne Ozawa haben wir eine starke Mannschaft und sind leichter Favorit. Ich tippe auf einen knappen Arbeitssieg unserer Mannschaft.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert