Alsdorf - Heimspiel für den Bürgermeister in der Broicher Siedlung

Heimspiel für den Bürgermeister in der Broicher Siedlung

Von: Holger Bubel
Letzte Aktualisierung:
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Zahlreich waren sie gekommen: Als „Siedler-Jung“ stand Alfred Sonders (M.) diesmal Nachbarn und Bekannten Rede und Antwort. Dementsprechend herzlich war die Atmosphäre im Gemeinschaftshaus.

Alsdorf. Bürgermeister Alfred Sonders hat schon einige seiner von der Verwaltung und ihm inszenierten Stadtgespräche „hinter sich“ gebracht. Doch dieses, in der Broicher Siedlung, war ein ganz besonderes. Den Weg zum Veranstaltungsort, dem örtlichen Gemeinschaftshaus, konnte der oberste Verwaltungsmann quer über die Straße zu Fuß zurücklegen. Entsprechend herzlich wurde der „Siedler-Jung“ auch von weit über hundert Ortsbewohnern begrüßt.

Nach einer Einführung des Dezernenten Stephan Spaltner in die Statistik über die Broicher Siedlung, die mit 2024 Menschen (Stand 31. Dezember 2012) im Verhältnis zu anderen Ortsteilen überschaubar ausfällt, konnte dieser konstatieren: „Die Siedlung hat eine gute Infrastruktur, ein ausgeprägtes Vereinsleben und aktive örtliche Institutionen. Was allerdings Sorge bereitet, ist, dass es hier nur 47 Kinder bis drei Jahre gibt.“ So werde auch die Grundschule nur noch einzügig gefahren werden können. Wie dem allgemeinen Trend zu einer überalternden Gesellschaft folgend, stehe auch die Broicher Siedlung vor der Herausforderung, Strukturen zu schaffen, damit der Ort lebens- und liebenswürdig bleibe, schloss Spaltner.

Bernd Lausberg, Geschäftsführer vom Siedler- und Bürgerverein Broicher Siedlung, hatte sich gut auf den Abend vorbereitet: „Wir möchten die älteren Mitbürger bei uns in der Siedlung behalten. Dazu brauchen wir eine altersgerechte Wohnaltennative. Damit junge Familien zu uns kommen, muss Bauland zu erschwinglichen Preisen angeboten werden“, appellierte er. Dann brauche man sich auch keine Gedanken über den Erhalt der Grundschule zu machen. Als Siedler wusste Alfred Sonders zu berichten, dass mancher alleinstehende Senior in einem viel zu großen Haus, mit einem viel zu großen und zu bewirtschaftenden Gartengrundstück lebten. „Diese dürfen wir nicht vergessen. Wir müssen auf sie zugehen, fragen, ob sie was brauchen, oder nur ein Verzällchen mit ihnen halten.“ Eine Idee des Bürgermeisters: Die Alten räumen für die Jüngeren ihre Häuser und es wird in jedem Stadtteil ein altersgerechtes Wohnumfeld geschaffen. „Bedarf gibt es genug, und auch Investoren.“

Was sich für die Siedlung damals noch als Glück darstellte, nämlich das Angebot großer Grundstücke, erweise sich nun als Belastung. „Käufer und Mieter tun sich ein großes Grundstück heute nicht mehr an“, kommentierte ein Gast. Die Lösung wäre, Stichstraßen zu bilden, die zu kleineren Grundstücken führten.

Anders als sich dies in anderen Stadtteilgesprächen darstellte, war diesmal nicht zu erkennen, dass die Jugendlichen ein Freizeitangebot vermissen: „Früher gab es Disco und Teestube in Eigenregie. Was bietet die Siedlung heute?“, fragte Sonders und war nicht wenig verblüfft, als eine der sehr wenigen Jungen sich meldete: „Ich weiß nichts von Angeboten für Jugendliche. Aber warum auch? Es gibt doch kaum welche hier.“

Aber auch eine so kleine Ortschaft wie die Siedlung ist nicht ohne Sorgen: „Die Aktivitäten in der Innenstadt wie Stadtfeste, verkaufsoffene Sonntage und mehr machen uns Vereinen das Leben und die Aufrechterhaltung von traditionellen örtlichen Feiern schwer“, mahnte Bernd Lausberg. Ein weiteres Manko im Leben eines Siedlers – besonders wenn er nicht (mehr) mobil ist – sei die schlechte Anbindung an den öffentlichen Personennahverkehr. Heißt: Man kommt schwer hin und wieder weg, das gelte für Senioren und Schüler der Siedlung gleichermaßen. Hier sei man bemüht, das Stadtbussystem anzupassen. „Aber das kann dauern“, musste Sonders eingestehen. Die Mühlen des Nahverkehrs rollen langsam.

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