Heimatforscher: Vortrag über Krieg in Würselen

Von: Ernst-Hubert Gier
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24. Oktober 2014 / VER / Vermischtes / Kulturzentrum „Altes Rathaus“ in Würselen: Heimatverein lädt zu einem Vortrag über die Ereignisse vor 70 Jahren im Raum Würselen ein. Foto: Dagmar Meyer-Roeger

Würselen. Was geschah in den Monaten Oktober und November 1944 in und rund um Würselen? Warum war die Stadt sechs Wochen lang Hauptkampflinie? Auf diese und viele andere Fragen gab der Heimatforscher Volker Dederichs in einer Vortragsveranstaltung des Heimatvereins Würselen unter dem Titel „Würselen 1944 – das Schicksal unserer Stadt im Zweiten Weltkrieg“ Antworten.

Auch stumme Zeitzeugen waren Teil des Vortrages, wie ein 4,8 Kilogramm schweres amerikanisches Gewehr oder ein Tornister – bepackt wog er 38 Kilo. Auch ein Original der Sonderausgabe der Zeitschrift „The Stars and Stripes“ vom 17. Oktober 1944, in der vermeldete wurde, dass der Kessel um Aachen geschlossen sei, zeigte Dederichs den Zuhörern.

Heinz Blankenheim, Vorsitzender des Heimatvereins freute es, zu dieser heimatgeschichtlich-interessanten Veranstaltung unerwartet viele Besucher, auch von außerhalb im Alten Rathaus an der Kaiserstraße begrüßen zu dürfen.

Dederichs begann seinen Vortrag mit einem an der Ecke Kerzeley-Weg/Grünplatz von einem UPI-Kriegsberichterstatter aufgenommenem Foto, das das ganze Ausmaß der Zerstörung des Häuserkampfes vor Augen führte. Dazu stellte der Heimatkundler auch einen persönlichen Bezug her. Sein Großvater war im Juni von Soldaten derselben amerikanischen Einheit in Brest gefangen genommen worden, die sich wenige Monate später in dessen Heimat den Straßenkampf mit den deutschen Soldaten lieferten.

Der Vormarsch der Alliierten sei so schnell erfolgt, dass diese erhebliche Versorgungsprobleme bekommen hätten, berichtete Dederichs. An einem geraden Tag seien die Versorgungsfahrzeuge rund 1000 Kilometer zur Front gefahren und am nächsten Tag wieder zurück. Die Amerikaner hätten Respekt vor dem Westwall gehabt. Sonst wäre er nicht sechs Wochen lang umkämpft gewesen.

Die überrannten deutschen Truppen hätten sich wegen der Nachschubprobleme der Amerikaner neu formieren können. Wie die Zahl der Kriegstoten belege, sei in diesen Wochen des Stillstands hart um die Stadt Würselen gerungen worden. Als Mahnmal erinnere ein in Kaisersruh am Eingang zum Wurmtal errichtetes Kreuz, das zum Gedenken an einen gefallenen amerikanischen Soldaten und einen getöteten Würselener Zivilisten errichtet worden sei.

Dederichs hatte den Namen eines weiteren dort gefallenen deutschen Infanteristen ermitteln können: Leonhard Vorbuchner. Er stammte aus dem Allgäu und liegt auf dem Ehrenfriedhof an St. Sebastian begraben. Ihm zu Ehren wurde am Tag nach dem Vortrag ein zweites Kreuz am Teuterhof, ebenfalls im Gedenken an die Kriegstoten eingeweiht.

Auf den Feldern rund um Euchen waren deutsche Panzer, im Einsatz, wie Dederichs mit weitern Fotos belegt. Unter anderem war darunter auch der 69 Tonnen schwere sogenannte „Königstiger“-Panzer. Wie verheerend die Kämpfe Würselen trafen, zeigte ein Bild von der oberen Kaiserstraße, aber auch von der Gaststätte Dohmen in Euchen. Dass St. Sebastian und der Markt nicht von den Kämpfen verschont geblieben waren, dokumentierte Volker Dederichs durch weiteres Fotomaterial, das das Ausmaß der Zerstörung zeigte.

Mehrfach hatte in diesen verhängnisvollen Wochen der Kaninsberg den Besetzer gewechselt. Im Häuserkampf hätten die Deutschen größere Erfahrungen gehabt als die Amerikaner. In allen Einzelheiten erklärte der Heimatforscher das Kriegsgeschehen im Großraum Aachen, unterlegt durch aussagekräftiges Kartenmaterial.

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