Heimatforscher Georg Lompa führt durch die Geschichte Begaus

Von: Joachim Peters
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Alsdorf. „Der erste Alsdorfer war ein Begauer!” Mit dieser Behauptung überraschte Georg Lompa viele Teilnehmer der jüngsten Stadtteilführung des Alsdorfer Geschichtsvereins. Der zweite Vorsitzende und Archäologieexperte des Vereins führte die Heimathistoriker und andere Interessierte durch seinen Heimatort Begau.

Dabei zeigte sich: Begau weist wie kaum ein anderer Stadtteil Alsdorfs eine durchgehende Siedlungsgeschichte auf, die bis in das Magdalenien-Zeitalter (etwa 10500 vor Christus) zurückreicht. Auch in der Steinzeit, Eisenzeit und später in der Römerzeit habe es nachweislich „Begauer” gegeben, so Lompa. An den diesbezüglichen Forschungen war der begeisterte Hobby-Archäologe maßgeblich beteiligt.

In den Brennpunkt der Weltpolitik geriet Begau im Jahre 1793, als es auf der Anhöhe am heutigen Alten Römerweg zu einer Schlacht zwischen kaiserlichen Truppen und einem französischen Revolutionsheer kam. Die Niederlage der Franzosen dort, so hat der Eschweiler Historiker Armin Meißner einst in einem Jahresheft des Alsdorfer Geschichtsvereins nachgewiesen, führte mit zu einer Radikalisierung der Revolution in Paris.

Eine Schlacht

Ohne die Schlacht auf der Begau (nach dem Standort der Hauptquartiere der Armeen als „Schlacht von Aldenhoven” bekannt) hätte es womöglich den Terror der Jakobiner so nicht gegeben. 1934 erfolgte unter den Nationalsozialisten wie andernorts der planmäßige Ausbau des kleinen Ortes Begau zu einer größeren Siedlung (nach dem dafür zuständigen NS-Reichsorganisationsleiter Robert Ley auch „Ley-Siedlung” genannt).

Zum kirchlichen Leben führte Georg Lompa aus: „Lange Zeit mussten die Begauer Katholiken, die den Pfarrpatron St. Michael verehren, die heilige Messe in einer NotkircheÊ auf dem Bauernhof des Landwirts Esser feiern. Seit 1955 hat Begau ein eigenes Gotteshaus.”

Weniger Überraschungen - bei gleichsam interessantem Verlauf - gab es in den Stadtteilen Mariadorf und Blumenrath, durch Toni Andr die Teilnehmer führte. „Mariadorf ist ein Kunstprodukt, das erst Mitte des 19. Jahrhunderts durch den Bergbau auf der Mariagrube und den Zuzug von Arbeitskräften entstanden ist.” Anhand der Pfarrkirche St. Marien, der heutigen Realschule mit ihren Vorbauten, wies Toni Andr nach, dass Mariadorf dann aber bald ein eigenes Ortsleben und Wir-Gefühl entwickelt hat.

Rühriger Heimatverein

„Wer Mariadorf sagt, meint oft die 8000 Einwohner von Mariadorf und Blumenrath zusammen.” Letzteres, so erklärte Toni Andre bei der Busfahrt durch Blumenrath, habe aber durchaus sein eigenes Ortsleben entwickelt, auch dank des rührigen Heimatvereins.
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