Heimatbühne führt Lustspiel „Dr onschöldige Charmeur“ auf

Von: ehg
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Die Heimatbühne Bardenberg präsentierte „D’r onschöldije Charmeur“. Als dann die berühmte Filmschauspielerin Ria Ray (Gerda Dohmen 3.v.r.) persönlich beim Fabrikbesitzer Julius Seibold (r., Hans Meeßen) vorbeischaute, war das Chaos perfekt. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. War das ein verrücktes Spektakel! Es flossen bisweilen Tränen vor Lachen, als das Lustspiel „Dr onschöldige Charmeur“ (Der keusche Ehemann) von der Heimatbühne Bardenberg in der Mehrzweckhalle an Wilhelmstein aufgeführt wurde.

Die Regie hatte Hans Meeßen, der nach einem kurzen Abschied von der Bühne wieder auf diese zurückgekehrt war, die Inszenierung übernahm Stefan van Ree. An seiner Seite liefen alle Akteure auf und hinter der Bühne zur Höchstform auf. Sie ernteten für ihre Leistungen nicht nur am Ende anhaltenden Beifall. Auch war ob der derben mundartlichen Sprüche, die von ihnen geklopft wurden, so mancher Szenenapplaus fällig.

Die Geschichte beginnt damit, dass der im Dörflein ansässige Fabrikbesitzer Julius Seibold (Hans Meeßen) es mit der ehelichen Treue nicht so genau nimmt. Er ist um keine Ausrede verlegen, wenn er seiner Frau Regine (Bertine Topa) vorgaukelt, dass er geschäftlichen Besprechungen bis zum Morgengrauen nachgehe. Als jedoch der Taxifahrer (Christian Vergöls) mit einem silbernen Damentäschchen, das in seinem Taxi liegengeblieben ist, bei Frau Seibold auftaucht, gerät ihr Ehemann in Erklärungsnöte. Er gibt vor, mit dem 80-jährigen Herrn Heidenreich geschäftlich unterwegs gewesen zu sein. Eine peinliche Frage jagt die nächste, bis der Fabrikant mit „Du machst mich pratsch-jeck!“ seine Verfehlungen halbwegs eingesteht. Und Frau Regine es dabei bewenden lässt, Rache zu schwören.

Da platzt Tochter Gerty (Kerstin Pajak) ins Haus. Im Schlepptau hat sie den jungen und reichen Tennisspieler Heinz Fellner (Stefan van Ree). Julius Seibold steht seit Jahren schon mit seinem Vater in geschäftlicher Verbindung. Um den Betrieb des Vaters kümmert sich der Sohnemann nicht die Bohne. „Das ist eine faule Sau!“ gerät Seibold in Rage, als seine Frau ihm den jungen Mann schmackhaft machen will. Es sei doch schmeichelhaft für sie, dass ein Mann sich in sie verliebt habe, dem schon viele Frauen zu Füßen gelegen haben, versucht Tochter Gerti ihren aufgebrachten Vater zu beschwichtigen. Der Lebemann aus Berlin wirbelt die Pläne des Fabrikanten vollkommen durcheinander. Er möchte nämlich, dass sein Kompagnon Max Stieglitz (Ludwig Metzinger) seine Tochter heiratet und nach seinem Tod die Firma übernimmt.

Der begriffsstutzige und trottelige Kompagnon weiß aber gar nicht, wie ihm geschieht, als er für die erste Begegnung mit Tochter Gerti, die er schon seit Kindertagen kennt, „parat“ gemacht wird. Nein, er weiß nicht, wie er das Heiraten mit der feschen Jugendfreundin angehen soll. Dabei wird das Zwerchfell der Zuschauer gehörig strapaziert. Und Gertys Freundinnen Wally (Janine Syben) und Hilde (Jaqueline Steins) kichern nur so vor vorgehaltener Hand.

Als Stieglitz bei ihr um ihre Hand anhält, fällt sie aus allen Wolken. Ihre Antwort: „Wir wollen gute Freunde bleiben!“ Doch will sich Vater Julius damit nicht zufriedengeben. Er fädelt einen neuen Plan ein. Er dichtet seinem Kompagnon eine Affäre mit der berühmten attraktiven Filmschauspielerin Ria Ray (Gerda Dohmen) an, indem er ein Foto mit Abschieds-Widmung in Umlauf bringt. Mit einer solchen Vergangenheit steigt Max in der Gunst von Tochter Gerty. Schließlich verliebt sie sich in ihn, Hochzeitspläne werden geschmiedet.

Doch es kommt, wie es kommen muss. Die Ereignisse überschlagen sich der erneut nur so. Es wird immer turbulenter. Auch der Freund von Ria Ray (Walter Riemann) und das Dienstmädchen bei Seibold (Lydia Beeck) mischen mit.

Nur keine Sorge: Am Ende finden Gerty und Max doch noch zueinander. Der gute Mensch in dem trotteligen „parat“ gemachten Max hat den Ausschlag gegeben – während der Lebemann aus Berlin „leer“ ausgeht. Monika Metzinger leistete als Souffleuse wertvolle Dienste.

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