Heimatbühne Bardenberg sorgt für turbulente Szenen

Von: ehg
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Anmache am Kiosk: Der Besuch aus Hamburg verdreht dem Silberbräutigam den Kopf. Foto: W. Sevenich

Würselen. Zur Silberhochzeit von Katharina (Martina Havers) und Josef Vogel (Hans Dohmen) hatte die Heimatbühne Bardenberg in die Mehrzweckhalle an Wilhelmstein eingeladen. Ehe in dem umgeschriebenen Stück von A. und E. Döhmen ein ausschweifendes Fest auf Hawaii gefeiert werden konnte, musste eine Reihe an hausgemachten Hindernissen aus dem Weg geräumt werden.

Sehr zur Freude der zahlreichen Besucher, unter ihnen auch Theaterfreunde aus dem benachbarten Ausland. Ein Problem hatte es im Vorfeld gegeben, da über Nacht der Probenraum in der Alten Schule bautechnisch bedingt gesperrt werden musste. Dass die Bardenberger Pfadfinder in ihrem Haus Platz machten, dafür bedankte sich Regisseur Hans Meessen bei ihnen herzlich.

Dann durfte herzhaft gelacht werden: „Du hast geschnarcht wie eine Diesellock“ ging es am Frühstückstisch bei den Vogels los mit gegenseitigen Vorhaltungen. „Von den harten Eiern bekomme ich Bauchschmerzen“, schimpfte Katharina. „Dann bin ich den ganzen Tag nicht mehr zu gebrauchen!“ Wie wahr! „Den Besuch aus Hamburg möchte ich in meinem Haus nicht sehen“, schreibt der Silberbräutigam seiner Katharina ins Stammbuch. Tochter Grete (Janine Syben) bringt ihr Gewicht auf den Punkt, während Schwiegersohn Herbert (Stefan van Ree) mit stoischer Ruhe seinen Kaffee schlürft und dann als pflichtbewusster Beamter zum Dienst eilt. Josef Vogel verabschiedet die Frauen zum Einkaufsbummel. „Herrgöttche va Baadebersch, was hast Du mir eine schwere Prüfung aufgelegt“, genießt Josef die sturmfreie Bude. Nicht ohne klarzustellen: „Lieber Gott, ich liebe meine Frau. Wenn Du sie aber lieber hast, dann nimm sie Dir!“ Nette Voraussetzungen für eine Silberhochzeits-Feier. Mit der heiligen Ruhe ist es bald vorbei. Adele (Vera Schultheis) von nebenan erscheint und bemüht sich, dem Silberjubilar den Kopf zu verdrehen, sie hat schon drei Männer „verschlissen“.

Spontaner Zwischenapplaus ist angesagt. Dass Josef seiner Frau eine Reise nach Afrika schenken und sie dann zur Goldhochzeit wieder abholen will, kommt ihr zupass. „Die ist pratschjeck!“, lässt Josef sie aber abblitzen. Um einen Lottoschein auszufüllen, stattet derweil Schwiegersohn Herbert der Kioksbesitzerin Hilde (Lydia Beek) einen Besuch ab. Fahrlehrer Bremse (Harry Jeurissen) macht ihr mit Kopf- und Schulterverband nach einem Unfall mit lautem Wehklagen seine Aufwartung. Er will nicht länger Fahrlehrer sein. Über eine gute Tasse Kaffee von Hilde freut sich Josef Vogel. Annäherungsversuche der Kioskbesitzerin lassen ihn aber unberührt.

Plötzlich steht „ein nettes Weibchen“ namens Bigi (Gerda Dohmen) aus Hamburg in der Tür, die , die Josef eigentlich gar nicht sehen wollte. Die Sexbombe verdreht ihm prompt den Kopf. Als beim „Küsschen in Ehren“ plötzlich die Nachbarin auftaucht, ist der Skandal perfekt. Doch: „Die Freundinnen meiner Frau sind auch meine Freundinnen!“

Die Theaterbesucher werden von den Akteuren auf der Bühne nur so mit flotten Sprüchen und Jeckheiten bombardiert. Das verwirrende Spektakel erreicht seinen Höhepunkt, als die Nachricht von Herberts Lottogewinn – 2,4 Millionen Euro – ins Haus platzt. Da geht am Ende doch noch ein Traum der gebeutelten Silberbraut Katharina in Erfüllung: Sie lädt alle Gäste zum Hula-Hula auf Hawaii ein. Neben den Besuchern erlebten auch die Akteure „enne schönne Ovvend“!

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