Heilig-Geist-Gymnasium zeigt Lustspiel „Séance um Mitternacht“

Von: ehg
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Kontaktaufnahme: Die „‚Séance um Mitternacht“ hat bereits begonnen – und benebelt die Sinne. Foto: Wolfgang Sevenich

Würselen. Eine Stunde vor Mitternacht. Die Glocken schlagen elfmal. Der Vorhang hebt sich langsam. Die Bühne liegt im Dunkeln. Zu sehen sind nur die weißbehandschuhten Hände von Roxane, die eine Kristallkugel über den Tisch in den Zuschauerraum halten. Langsam wird das Licht heller.

Ins Blickfeld gerückt wird der Wohnarbeitsraum des Mediums Roxane. Kerry, ihre Nichte, hantiert abseits. Die „Séance um Mitternacht“ hat begonnen. Auf die Bühne gebracht wird das Lustspiel in fünf Akten aus der Feder von Hans-Peter Zeller vom Literaturkurs der Stufe Q1 des Heilig-Geist-Gymnasiums in der Regie von Schülerin Johanna Einhoff und Lehrer Wilfried Bonn.

Mit den zwei Aufführungen eingeläutet wird der Weidener Sommer. Nach einem halben Jahr intensiver Probenarbeit entfalten die Schüler, lauter Debütanten, ihre schauspielerischen Fähigkeiten voller Begeisterung. Dabei gewähren sie auf komödiantische Art und Weise – es darf geschmunzelt und auch gelacht werden – „abgrundtiefe“ Einblicke in die Hypnose und die Telepathie. Aber auch in Schindluder, was damit getrieben werden kann.

Das geschäftstüchtige und fast furchtlose Medium Roxane (Sarah Conrads/Anna-Lea Wicking) gaukelt mit Hilfe ihrer jungen, verliebten und dynamischen Nichte Kerry (Ceren Ilbasmis/Sarah Afflerbach) den Leuten vor, Botschaften von übernatürlichen Wesen zu empfangen. Und zieht ihnen dabei das Geld aus der Tasche. So auch der ängstlichen Witwe Emely (Annika Clemens/Katharina Heer), die so ziemlich alles glaubt, was sie hört. Sie sucht bei geisterhaften Sitzungen den Kontakt zu ihrem verstorbenen Mann Jonathan. Unbedingt möchte sie in Erfahrung bringen, ob er es ihr nachträgt, dass er an einer Pilzvergiftung sterben musste.

Geschröpft werden soll ebenso der Ganove Eomon (Nils Doveren/Florian Middelkoop), ein einfaches Gemüt. Er ist auf der Suche nach versteckten Millionen. Deshalb möchte er mit seinem verblichenen Komplizen Finagan Kontakt aufnehmen. Wusste er doch als einziger das Versteck der Beute eines gemeinsamen Banküberfalles. Violett (Helena Jatho/Alina Zander), die geschwätzige, trinkfeste und neugierige Nachbarin, hat von den wundersamen Dingen am O´Donovans Moorland Lake zum einen der Schriftstellerin Joyce (Pia Hogen/Lena Baumanns) erzählt. Sie reist an, weil sie einen Roman schreiben will. Zum anderen dem Sensationsreporter Niel (David Reuter/Fabian Wiesemann), der die Story seines Lebens wittert.

Doch dann erscheint auf einer gemeinsamen Séance ein leibhaftiger Geist, Pilgrim (Christian Wagner/Thomas Eberius), mit vielen Dummheiten im Kopf, auf der Bildfläche, den Roxane nicht nur als einzige zu sehen bekommt, sondern auch nicht mehr los wird. Als Lebender eher ein Bösewicht, muss er nun Gutes tun. Er ruft schließlich den Geisterjäger O´Nelly (Jan-Philipp Fuhrmann/David Crampen) auf den Plan. Und mit ihm Mr. O´Conners (Mika Willems/Robert Völpel), ein ganzer Beamter auf der Suche nach der Wirklichkeit.

Unterschiedlichste Interessen treffen in der Charakter-Komödie aufeinander, als sich Roxane mit Nichte Kerry und ihren „Klienten“ daran machen, den Geist aus seinen spiritistischen Fesseln zu befreien. Möchte er doch wieder Mensch werden.

Wie das am Ende geschieht, daran durften sich die begeisterten Zuschauer zweieinhalb Stunden – ohne Pause eingerechnet – köstlich amüsieren.

Der anhaltende Applaus war der schönste Lohn für die engagierten jungen Schauspieler. Mit ihnen freute sich ihr Lehrer Wilfried Bonn, dessen engagierte Arbeit mit dem Kurs Literatur Q1 des Jahres 2014 „wundersame“ und „geistreiche“ Früchte getragen hatte.

Auf ein Neues im nächsten Jahr, wenn nicht mehr im Pfarrheim St. Lucia, was schade wäre, dann in der Aula des Heilig-Geist-Gymnasiums.

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