Heike Heinen bietet Hilfe zum Thema Demenz

Von: Stefan Schaum
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Wegweiserin sein: Das möchte Heike Heinen für von Demenz betroffene Menschen. Foto: Stefan Schaum

Baesweiler. Zwei Jahre hat sie jetzt Zeit – und die will Heike Heinen nutzen. Ab dem 1. September wird auch Baesweiler im Bundesmodellprogramm „Lokale Allianzen für Demenz“ vertreten sein. Und Heike Heinen ist die Frau, die in der Stadt bestehende Angebote bündeln und neue aufbauen wird. Koordinationskraft heißt das offiziell.

Die von Demenz Betroffenen und deren Angehörige zu unterstützen – das ist der Beggendorferin aber in erster Linie ein Herzensanliegen. Sie selbst nennt sich „eine erfahrene Mutter“. Ein Familienmensch sei sie, durch und durch. Das ist die eine, die emotionale Seite. Die andere, professionelle Seite ist die der Gesundheitsberaterin. Auch zur Alltagsbegleiterin für Menschen mit Demenz wurde sie nach halbjähriger Ausbildung qualifiziert.

Heike Heinen hat schon häufig miterlebt, wie die Krankheit nicht nur das Gedächtnis der Betroffenen unaufhörlich wegfrisst – sondern auch die körperlichen und geistigen Kräfte derer aufzehrt, die ihnen nahestehen. „Viele reiben sich bei der Betreuung völlig auf.

Auch, weil sie gar nicht wissen, welche Unterstützungsmöglichkeiten es gibt.“ Die will sie aufzeigen und Wege weisen. Zum Beispiel vorstellen, dass Angehörige finanzielle Hilfen erhalten können, um einen Demenzkranken tage- oder stundenweise professionell betreuen lassen zu können – und sich selbst eine wertvolle Auszeit zu gönnen.

Frühzeitig aufklären

Was sie daneben erreichen möchte: Das Thema Demenz aus der Tabuzone zu holen. „Das ist immer noch etwas, über das einige nicht sprechen wollen, das sie regelrecht verdrängen. Die Gesellschaft ist leider noch nicht so weit, mit Verständnis auf diese Krankheit zu reagieren.“ Dabei betrifft die so viele. Laut Studien leiden unter den 85- bis 89-Jährigen hierzulande etwa 25 Prozent an Demenz, unter den 65- bis 69-Jährigen sind es ein Prozent.

Der demographische Wandel dürfte dafür sorgen, dass die Zahlen steigen. Deshalb will Heike Heinen in den kommenden Monaten auch in Kindergärten und Grundschulen gehen und schon die Kleinsten sensibilisieren. „Ich will darüber sprechen, dass es passieren kann, dass Oma sich vielleicht einmal anfängt, sich merkwürdig zu verhalten. Ich will frühzeitig erklären, warum das dann so ist.“

An Ideen fehlt es Heike Heinen nicht. An Adressen auch nicht. Pflegestützpunkte, Beratungsstellen, ehrenamtlich Engagierte – „wir sind räumlich in der glücklichen Situation, dass es bereits einige Angebote vor gibt, die man sicher noch besser miteinander vernetzen kann“, sagt Ingo Kohnen, Präsident des Kreisverbrandes des Deutschen Roten Kreuzes (DRK).

Das DRK erhält die Fördergelder aus dem Bundesprogramm, 10 000 Euro werden es in einem Zeitraum von zwei Jahren sein. „Davon kann man sicher nicht unendlich viel Arbeitszeit bezahlen, aber es ist eine gute Hilfe für den Aufbau eines Netzwerks“, sagt Ute Fischer, Leiterin des DRK-Stadtteilbüros „Haus Setterich“. Dort ist Heike Heinen nun quasi „angedockt“, will aber Ansprechpartnerin für und in ganz Baesweiler unterwegs sein.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens ist stolz, dass es nun auch Baesweiler – in einer jüngsten Aufnahmewelle von 80 Städten – unter die bundesweit rund 500 Lokalen Allianzen für Demenz geschafft hat, die vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert werden. „Kranke Menschen brauchen nicht nur körperliche und begleitende Hilfen, die brauchen auch in ihrem Umfeld Ansprechpartner, eine Anlaufstelle.“

Zumindest für zwei Jahre wird Heike Heinen diese Stelle mit möglichst viel Leben füllen. „Ich will ein Netzwerk auf breiter Basis schaffen, damit durch die Diagnose Demenz niemand ins Bodenlose abstürzt.“

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