Baesweiler - Heftiger Kampf um Bildung in Baesweiler

Heftiger Kampf um Bildung in Baesweiler

Von: mas
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Baesweiler. Beide Seiten kämpfen. SPD und Bündnis 90/Die Grünen in Baesweiler wollen eine Veränderung der Schullandschaft. Die CDU-Mehrheit macht sich für den Erhalt des dreigliedrigen Schulsystems stark. Im Fachausschuss wurde vehement gestritten.

Die Diskussion setzte ein, als im Verwaltungsgebäude Setterich der SPD-Antrag „zur Einrichtung einer neuen weiterführenden Schulform für die Sekundarstufe I und II in Baesweiler“ aufgerufen wurde. Die Sozialdemokraten befinden, „wenn es die Rahmenbedingungen zulassen und die Voraussetzungen gegeben sind, sollte diese Schule zumindest als Sekundarschule, eventuell sogar als Gesamtschule eingerichtet und geführt werden“. SPD-Sprecher Alfred Mandelartz untermauerte dies.

Zuvor hatte Bürgermeister Dr. Willi Linkens für das bestehende Schulsystem geworben: „Die Bezirksregierung Köln hat deutlich gemacht, dass derzeit für Baesweiler kein konkreter Handlungsdruck herrscht.“ Verwaltung und CDU setzen weiterhin darauf (das wurde auch fraktionsübergreifend in früheren Sitzungen beraten), „im Vordergrund soll stehen, den Eltern die Unsicherheit hinsichtlich neuer möglicher Schulformen zu nehmen, und dies sollte insbesondere durch umfassende neue Informationen geschehen“.

In Sachen Informationsfluss bemängelte Mandelartz, „ob es die seinerzeit beschlossene Befragung überhaupt gegeben hat“. Zudem stellte er Linkens die Frage: „Hat die Bezirksregierung mit Ihnen schon korrespondiert?“ Der Sozialdemokrat unterstellte Linkens, dies ohne Auftrag getan zu haben. Das brachte den Bürgermeister auf den Plan. Es habe mehrere Befragungen – die Ergebnisse stellte Grengracht-Schulleiterin Gisela Klein später vor – gegeben.

Er habe mit der Bezirksregierung informelle Beratungsgespräche geführt. „Wenn das nur noch mit einem Auftrag geschehen darf, dann gute Nacht“, verwies er darauf, „es ist meine Pflicht, beratende Gespräche mit der Bezirksregierung vorzunehmen“. Linkens betonte: „Ich ärgere mich sehr, dass Baesweiler Schüler zu auswärtigen Schulen abwandern.“ „Wir werden mit einer Gesamtschule Probleme haben, denn damit wäre der Bestand der Realschule und der Goetheschule (Hauptschule) gefährdet.“

Unterstützung bekamen Mandelartz und die SPD durch den Bündnisgrünen Wolfgang Backhaus. Der Pädagoge sagte: „Das dreigliedrige Schulsystem in Baesweiler ist tot.“ Man tue gut daran, die Einführung neuer Schulformen zu prüfen. „Wir stimmen dem Ansinnen der SPD zu“, sagte er.

Die von Gisela Klein vorgelegten Befragungsergebnisse aus Grundschulen unterlegten, „die Sekundarschule ist für Baesweiler Eltern überhaupt kein Thema“.

Scharfe Geschütze in Richtung Grüne und besonders der SPD fuhr CDU-Sprecher Herbert Geller auf. Dass das Schulangebot unattraktiv sei, findet er schlichtweg „ungeheuerlich“. Der Antrag der „SPD, unterstützt von den Grünen, hat als vorrangiges Ziel die Schließung der Goetheschule“. Geller betonte, das „nehmen wir nicht so hin“. Seine Partei ist der Ansicht, „die Goetheschule bietet mit ihrem vorbildlichen Programm auch Kindern aus bildungsferner Umgebung Chancen auf Qualifikation und Aufstieg.“

Die Schule habe im Ranking der Außen-Beurteilung eine „Top-Bewertung in der Städteregion erreicht“. Ebenfalls nicht hinnehmen werde die CDU „die Umwandlung der Realschule Setterich möglichst schnell in eine Gesamtschule“. Auch das sei Ziel des SPD-Antrags.

Detlef Lindlau (SPD) hielt dem Gellerschen Vortrag entgegen: „Ich finde das alles schon ein bisschen traurig, was der Herr Geller hier von sich gibt.“ Der Verwaltung hielt Lindlau vor: „Sie haben am 22. Mai 2012 einen ganz klaren Auftrag bekommen, eine Befragung vorzunehmen. Der Bürgermeister hat offenbar entschieden, das nicht machen zu wollen.“ Linkens klärte Lindlau auf, die Befragung habe sehr wohl stattgefunden.

Ebenso wie mehrere Informationsveranstaltungen. „Wir haben dafür nur keinen speziellen Fragebogen entwickelt.“ Die CDU lehnte den durch die Grünen gestützten SPD-Antrag mehrheitlich ab und nahm zustimmend den Verwaltungsvorschlag zur Kenntnis, die Verwaltung möge weiterhin Entwicklung und Wahlverhalten der Eltern beobachten.

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