Hauskatzen: Kein preiswertes Vergnügen

Von: Holger Bubel
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Rät zur Kastration, um die bereits vorhandene Überpopulation nicht noch mehr zu strapazieren: der Baesweiler Tierarzt Dr. Andreas Bücken bei dieser Arbeit. Foto: Holger Bubel

Nordkreis. Kaffee oder Tee, Strand oder Berge, Hund oder Katze? Bei letzter Frage sind die Antworten meist recht eindeutig. Auch wenn man beide Tiere mag, wahre Liebhaber von Vierbeinern haben eine eindeutige Meinung. Und die Mehrheit favorisiert die Stubentiger: Die Katze ist das beliebteste deutsche Haustier.

8,2 Millionen Samtpfoten wurden 2009 in deutschen Haushalten registriert. Zum Vergleich: „Nur“ 5,4 Millionen Hunde sind in unserem Land Teil der Familien. Demnach findet man in 16,5 Prozent aller Haushalte ein Katzenklo, in 13,3 Prozent hingegen eine Leine zum Gassigehen.

Bei Tierarzt Dr. Andreas Bücken geben sich Frauchen und Herrchen von Hund und Katze paritätisch die Praxisklinke in die Hand: „Das Patientenaufkommen liegt bei 40 Prozent Katzen, 40 Prozent Hunden, und der Rest sind andere Kleintiere“, erzählt er, während er dem zweijährigen Kater Moritz eine Infusion anlegt. Die Besitzerin des kleinen Katerchens ist Stammkundin bei Dr. Bücken. Gleich acht der Samtpfoten und einen Hund gibt sie ein Zuhause: „Ich nehme Straßenkätzchen auf, peppel sie hoch – und kann mich dann nicht mehr von ihnen trennen“, gesteht sie. Das kostet. Alleine für diesen einen Besuch beim Veterinär ist ein dreistelliger Betrag fällig, denn sie nimmt gleich noch ein paar Medikamente für Moritz‘ Artgenossen mit. „Urlaub ist da natürlich nicht mehr drin“, sagt die Tierliebhaberin.

Ein schwächelnder Moritz ist keine Seltenheit, weiß Dr. Andreas Bücken: „Die Tiere hören auf zu fressen und werden schwach. Dann werden sie mit einer Nährstoff-Infusion wieder aufgebaut.“ Ursächlich für verweigertes Fressen kann bei den eigensinnigen Tieren manchmal auch einfach nur schlechte Laune sein. Ansonsten seien Katzen aber „total unkompliziert und machen kaum Arbeit“, sagt der Mediziner. Anders sieht das für die Ärzte von Kleintierpraxen aus, da gibt es ordentlich was zu tun, Saison kennen sie nicht: „Manche Freiläufer werden mit Verletzungen gebracht, die sie sich bei Kämpfen mit den Artgenossen eingehandelt haben. Auch Frakturen durch Stürze sind gar nicht so selten“, berichtet Dr. Bücken. Dann muss geröntgt und operiert werden, geschient, bandagiert, nachversorgt. Da fallen ordentlich Kosten für den Halter an.

Bei reinen Stubentigern sieht ein potenzielles Krankheitsbild etwas anders aus: Nierenleiden seien häufig und Zahnprobleme. Auch eine steigende Zahl von Futtermittelallergien hat der Tierarzt festgestellt. „Das liegt an minderwertiger Qualität. Eine Ernährungsumstellung kann dann richtig teuer werden. Über 20 Euro kosten dann etwa anderthalb Kilo des speziellen Futters.“ Doch dann bleibt wenigstens der Durchfall der süßen Miezen aus. Ist ja auch schon mal was.

Zum Tagwerk eines Veterinärs im Umgang mit Katzen gehört auch die Kastration, ein ganz wichtiges Thema, nach Ansicht Dr. Bückens: „Wir habe schon eine Katzenplage. So ein unkastrierter Kater ist in der Lage, jeden Tag zu befruchten. Das kann man hochrechnen, wenn das auch noch ein Freigänger ist...“

Also: Wenn‘s Mietze statt Bello sein soll, dann bitte kastriert. Auch im Sinne aller Katzen.

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