Haus Setterich: Fantasievolle Theateraufführung begeistert

Von: Margret Nußbaum
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Das spritzige Unterwasser-Abenteuer zog sowohl die kleinen Schauspieler, als auch ihr begeistertes Publikum in den Bann. Foto: Margret Nußbaum

Baesweiler. Aufregung bei den Piraten. Eine Flaschenpost verrät ihnen das Versteck des heiß begehrten Schatzes: Atlantis. Unterdessen geht dort, in den Tiefen des Meeres, die Post ab. Die Meerjungfrauen feiern Geburtstag. Zwei werden von den Piraten entführt und sollen das Versteck verraten.

Wie der Zufall es will, erkrankt eine der Meerjungfrauen am Blubber-Schnupfen. Es kommt, wie es kommen muss: Die Piraten stecken sich an und verlieren den letzten Rest Courage. Ein Glück für die beiden Entführten. Sie tauchen unter und feiern mit den anderen Meerjungfrauen weiter. In Atlantis geht nun die Post ab. Ein grandioses Finale, dem ein nicht enden wollender Applaus der vielen Besucher – Eltern, Großeltern und Freunde – im voll besetzten Saal des Hauses Setterich folgt.

Großartiges geleistet

Ute Fischer, Diplom-Sozialpädagogin und Leiterin des Stadtteilbüros des DRK, freut sich: „Es ist einfach fantastisch, was die Kinder innerhalb von nur einer Woche auf die Beine gestellt haben.“ Das finden auch Julia Heinen, Theaterpädagogin und Erzieherin, und Stefanie Otten, die als Schauspielerin ein Engagement am „Theater am Schlachthof“ in Neuss hat. Die beiden leiten den Theaterworkshop im Haus Setterich bereits das vierte Mal. Die beiden Profis – unterstützt von Helferinnen und Helfern – haben in der Projektwoche Großartiges geleistet. „Es ist nicht einfach, so viele Kinder aus den unterschiedlichsten Kulturen und Milieus zusammenzuführen“, sagt Ute Fischer.

„Kinder mit Stärken haben schwächere mit speziellem Förderbedarf gut unterstützt“, hat Julia Heinen in der Projektwoche erfahren. Begeistert ist sie auch von der Hilfsbereitschaft der Eltern und Großeltern und auch anderer Helfer – beim Gestalten der Bühnenbilder und dem Beschaffen von Kostümen und Requisiten. „Kinder, die sich trauen, in eine andere Rolle zu schlüpfen und dabei aus sich herauszugehen, sind hinterher stolz auf ihre Leistung“, sagt Stefanie Otten. „Theater ist ein Medium, das alle mitnimmt, auch Flüchtlingskinder, die kaum Deutsch sprechen. Alle haben letzten Endes ihre Rollen gefunden und waren mit Freude dabei.“

Der mit 14 Jahren ältesten Schauspielerin Maja Stefan – im Theaterstück Frau Crododile – hat das gemeinsame Arbeiten mit den viel jüngeren Kindern Spaß gemacht. „Sie haben mich voll akzeptiert“, sagt sie. Vor allem für die Kleineren war ich wie eine große Schwester, die auch mal tröstet, wenn etwas nicht klappt.“

Traumrolle gefunden

Auch der zehnjährige Enes Dere – im Stück der Vater und Käpt’n der wilden Piraten – erwies sich oft als ruhender Pol. „Wenn manche Kinder während der Proben gestritten haben und ich ‚Schluss jetzt!‘ sagte, haben sie auf mich gehört“, erzählt er stolz.

Ayse-Nur Ersoy, neun Jahre, hat als Meerjungfrau ihre Traumrolle gefunden. „Ich schau mir jeden Kinderfilm mit Meerjungfrauen an“, erzählt sie. „Und nun bin ich ganz stolz, dass ich auch mal eine sein durfte.“

Auch Marie Thelen, neun Jahre, hat ihre Traumrolle gefunden, nämlich als Trainerin der Fitnessgruppe „Die Südseeperlen“. Immerhin tanzt sie in ihrer Freizeit begeistert Hip-Hop. Gesponsert wurde das Theaterprojekt auch von der Aktion Mensch.

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