Haus Setterich: Die Begegnung beginnt in den eigenen Wänden

Von: Stefan Schaum
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Offenes Ohr beim Hausbesuch: Sozialarbeiterin Marion Herrmann will herausfinden, wo der Schuh bei Settericher Bürgern drückt. Foto: S. Schaum

Baesweiler. Wer kommen kann, ist gern gesehen im Haus Setterich. Als neuer Treffpunkt der Bürger soll es dienen, als Kummerkasten und Sportstätte, als Café und Sprachförderungsstelle. Multifunktional und offen ist das Haus an der Emil-Mayrisch-Straße, das im Rahmen des Projektes Soziale Stadt errichtet wurde und vom Deutschen Roten Kreuz betreut wird.

Doch die Offenheit hat dort ihre Grenzen, wo Menschen erst gar nicht in die Nähe des Hauses kommen können. Weil sie krank sind, weil sie die eigenen vier Wände nicht verlassen können oder sich womöglich davor fürchten, das zu tun. Deshalb soll das Haus jetzt zu ihnen kommen, und zwar in Form der Sozialarbeiterin Marion Herrmann.

Ruhestand ist beendet

Eigentlich ist sie bereits im Ruhestand, doch den hat sie kurzerhand für beendet erklärt, als das Angebot von Projektmanagerin Ute Fischer kam. „Es reizt mich sehr, mit den Menschen ins Gespräch zu kommen und zu schauen, wo ihre Probleme liegen.“ Helfen will sie, und das möglichst unkompliziert. Sie schleppt keine Formulare an, sondern hört erst mal zu. Wie im Fall der 70-jährigen Dame, die so gern mehr am Leben in ihrer Nachbarschaft teilgenommen hätte– doch eine Arthrose hatte sie daran gehindert, die Wohnung zu verlassen. Der Frau konnte geholfen werden. Rasch hat Marion Herrmann Kontakt zu einem Pflegedienst und einer Wohnberatung hergestellt, die die Frau jetzt daheim unterstützen und ihr auch dabei helfen, wieder auf die Straße gehen zu können.

Kontakte herstellen

Wegweiser setzen, Kontakte herstellen – das gehört zur Arbeit der Sozialarbeiterin. Auch Berührungsängste will sie nehmen. „Manche schämen sich vielleicht davor, Hilfe oder die Angebote des Hauses Setterich in Anspruch zu nehmen.“ Diese Scheu könne schon nach einem ersten Gespräch in den eigenen vier Wänden überwunden sein. An Haustüren geklingelt hat sie bislang zwar nicht, aber das will sie tun. Der Bedarf sei da, sagt sie. Das habe sie gespürt, als sie jüngst während der Lebensmittelausgabe der Tafel mit Menschen ins Gespräch gekommen sei. „Ich frage dann: Was wünschen Sie sich für ihr Umfeld, was könnte sich verbessern?“ Und dann beginnt eine Beratung ganz von allein.

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