Baesweiler - Haus Setterich: Design aus Mörtel und Steinen

Haus Setterich: Design aus Mörtel und Steinen

Von: Elisa Zander
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Stein auf Stein: Gemeinsam pac
Stein auf Stein: Gemeinsam packen die Schüler der Realschule an, um am Ende der Woche auf ihrer gemauerten Bank, verziert mit Mosaiken, Platz nehmen zu können. Foto: Elisa Zander

Baesweiler. Der schiefe Gesang der Säge hängt über dem Gelände des Haus Setterich an der Emil-Mayrisch-Straße. Dazu gesellen sich die dumpfen Geräusche von Gummihämmern, die auf Stein schlagen, Meißel, die Holz verdrängen.

Schüler des achten Jahrgangs der Realschule hängen konzentriert und mit verschwitzen Gesichtern über dem Material. Nach der Rampenanlage neben dem Malteser Jugendtreff und dem Treffpunkt am Sportstadion Wolfsgasse entsteht direkt am Haus Setterich der dritte „Youth Point”.

Begleitet vom Projekt 14plus der Realschule, von der vier Klassen die Möglichkeit zur Mitgestaltung haben, wird - während die Finanzierung der baulichen Seite über die Stadt Baesweiler läuft - die Aktion gestalterisch von Sebastian Schmidt betreut.

Der Künstler und Kunsttherapeut ist Inhaber eines Kunstwerkstattmobils und leitet mit seinem Kollegen Hans-Jürgen Schmitz die Jugendlichen, die zwischen 13 und 15 Jahre alt sind, an. Innerhalb von zwei Wochen entstehen so eine Sitzbank und darüber eine Dachkonstruktion, um auch bei nassem Wetter geschützt zu sitzen.

Im Zuge des Programms Soziale Stadt Setterich ist die Idee mit Multiplikatoren im Planungsworkshop Kinder/Jugendliche erarbeitet worden; nun wird sie umgesetzt. „Kindern ist der Zutritt auf Spielplätzen oft nur bis zum zwölften Lebensjahr erlaubt. Hier streben wir gezielt eine andere Nutzung an”, erklärt DRK-Stadtteilmanagerin Ute Fischer.

Und so wird möglichst viel unter Beteiligung der Jugendlichen gemacht, „damit es belebt und nicht von oben aufgesetzt ist”, erläutert Fischer den pädagogischen Ansatz. Doch dahinter steckt noch mehr: Sebastian Schmidt hat die Erfahrung gemacht, dass solche Werke von Jugendlichen weniger dem Vandalismus zum Opfer fallen. Dabei sei der Hintergrund oft der, dass „Kinder und Jugendliche gar nicht die Möglichkeit haben, die Welt mitzugestalten - heute ist alles schon fertig. Bilder von Sprayern werden als Beschmutzung gesehen, dabei setzen sie nur ihr Zeichen.”

„Die haben ganz viel Ausdauer”, lobt Hans-Jürgen Schmitz. Jeder hatte sich aussuchen dürfen, ob lieber mit Holz oder Steinen gearbeitet wird. Einige Vorarbeit ist in den vergangenen Tagen bereits geleistet worden.

Nun beginnen Fabian Pelz, Tom Rietzal und Noah von Wirth (jeweils 13 Jahre) damit, die obere Steinreihe abgeschrägt zu verfugen. Die Sitzlage soll nach hinten geneigt sein. So entsteht ein „Banksofa”. In die Lehne und den Sockel wird jeweils ein Mosaik eingelegt, welches die Schüler sich überlegt haben, darunter ein Notenschlüssel.

Für die Dachkonstruktion darüber sind Laura Kujat, Lara Jansen und Alica Kolaric (jeweils 13 Jahre) dabei, Verbindungsspalten in Balken zu fräsen. Auf den Rahmen, der an die traditionelle Fachwerkarbeit angelehnt ist, kommt eine Holzverschalung, auf der eine Schweißbahn nebst Regenrinne befestigt wird.

Die Pause neigt sich dem Ende. Alle packen wieder fleißig mit an. Schließlich soll zum Ende der Woche auch alles fertig sein.
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