Alsdorf - Hauptschulzweig: Amt erteilt einer Realschule Zusage

Hauptschulzweig: Amt erteilt einer Realschule Zusage

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:
15656542.jpg
Die Marienschule soll laut Schulamt die Dreizügigkeit behalten und einen Hauptschulzweig einrichten dürfen. Foto: Verena Müller

Alsdorf. Wie es aussieht, kann doch nur an einer der beiden Alsdorfer Realschulen ein Hauptschulzweig eingerichtet werden, und zwar an der Marienschule an der Pestalozzistraße. Das jedenfalls will das Sport- und Schulamt der Stadt Alsdorf am Dienstag dem Schulausschuss vorschlagen.

Der muss darüber befinden und dem Rat als nächster Instanz eine Empfehlung aussprechen.

Bereits Anfang des Jahres hatten die Leiterinnen der beiden Realschulen in Alsdorf ihre Konzepte für die Integration eines Hauptschulzweigs vorgestellt und waren auf überwiegend positive Resonanz innerhalb des Ausschusses gestoßen.

Die Grundidee: Es werden keine separaten Klassen gebildet – was auch laut Schulgesetz nicht zulässig wäre –, sondern Module gebildet. Mathe für Anfänger und Mathe für Fortgeschrittene, wenn man so will, zum Beispiel.

Der Antrag wurde bei der Bezirksregierung Köln aber abgelehnt: Für die Marienschule sei aufgrund der geringen Anzahl gemeldeter Schüler, die für die Nutzung dieses Zweigs in Frage kämen, eine Einrichtung für das kommende Schuljahr (also 2017/18) ausgeschlossen.

Die Alsdorfer Realschule (ehemals Ofden, jetzt Kubiz) hätte zwar eine Chance auf die Bildung eines Hauptschulzweigs gehabt, da die Schülerzahl dort höher ausfiel als ursprünglich erwartet, aber von einem Einzelantrag sah die Schule damals ab. Stattdessen wollten beide Schulen einen neuen Vorstoß wagen, dann eben für das nächste Schuljahr.

Zu erstem Ergebnis gekommen

Also wurde die Verwaltung in dieser Angelegenheit erneut tätig. Zur Entscheidungsfindung herangezogen hat sie den aktuellen Schulentwicklungsplan, die aktuellen Schülerzahlen der fünften Klassen und die Entwicklung der Altersklassen zwischen 0 und 21 Jahren.

Erstes Ergebnis: Die bisherigen Prognosen der Schulentwicklungsplanung – auf deren Basis entschieden wird, wie viele Eingangsklassen gebildet werden – treffen weitestgehend zu, und es bleibt dabei, dass mit jedem neuen Schuljahr fünf fünfte Klassen im Gesamtstadtgebiet im Realschulbereich gebildet werden. Im Moment sind es je drei pro Realschule.

Gestrichen werden soll ein Zug (ein Zug ist eine Klasse pro Jahrgang) an der Kubiz-Realschule. Dagegen wehrt sich die Leiterin vehement: Vor dem Umzug ins größere Gebäude der Hauptschule an der Pestalozzistraße habe die Marienschule Schüler abweisen müssen. Diese seien auf die Kubiz-Realschule ausgewichen.

Zuletzt hätten sich aber Eltern nicht aus der Not heraus, sondern direkt für den Kubiz-Standort entschieden. Und das hat offenbar dem Zulauf der Marienrealschule keinen Abbruch getan, denn auch dort füllten sich die drei Klassen. „Wir werten das als ein Zeichen für die gute Arbeit, die wir an unserer Schule machen, werden aber nicht dafür belohnt“, so Reinhild Behr-Bennemann.

Die Stadt sei wohl davon ausgegangen, dass es sich für ihre Schule erübrige, eine dritte Klasse einzurichten, wenn die Marienschule erweitert sei, so Behr-Bennemann. „Dem ist aber nicht so.“

Erweiterter Innenstadtbereich abgedeckt

Die Stadtverwaltung geht, wie Referatsleiter Manfred Schmidt auf Nachfrage unserer Zeitung erläuterte, dagegen davon aus, dass es sich nur um ein temporäres Phänomen handelt und insgesamt fünf Züge reichen.

Was die Frage nach dem besten Standort für einen Hauptschulzweig angeht, könnte man meinen, die freigewordenen räumlichen Kapazitäten an der Kubiz-Realschule wären ideal. Aber das ist ein Irrtum.

Zum einen, weil es bei nur zwei Klassen schwierig ist, ausreichend große Gruppen für die unterschiedlichen Module zu bilden. Und zum anderen: Ein Hauptschulabschluss kann nach wie vor auch an der Gesamtschule Am Klött gemacht werden, so dass der erweiterte Innenstadtbereich bereits abgedeckt ist.

Mit Auslaufen der Hauptschule in Mariadorf wäre in diesem Einzugsgebiet kein Hauptschulabschluss möglich. Last but not least sei auch die Bezirksregierung zu dem Ergebnis gekommen, dass an der Kubiz-Realschule kein Hauptschulzweig angeboten werden kann. Die Vorgabe, Räume für das Fach Arbeitslehre (Technik/Werken und Hauswirtschaft) vorzuhalten, hätten beide Standorte erfüllt, daran lag es also nicht.

Der Ausschuss für Schulen, Sport und Kultur tagt am Dienstag ab 18 Uhr im großen Saal im Rathaus an der Hubertusstraße 17 öffentlich. In der Fragestunde für Einwohner können Bürger Fragen stellen – entweder direkt zu einem Tagesordnungspunkt oder zu einem anderen Thema, für das der Ausschuss zuständig ist.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert