Hauptschule will Erfahrungsschatz heben

Von: clg
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Den Jugendlichen zeigen, wo es langgeht: Das Wissen und die Erfahrung der älteren Semester sind beim Paten-Projekt der Hauptschule Würselen gefragt. Start ist im nächsten Schuljahr. Foto: imago

Würselen. Wie können Schülerinnen und Schüler noch besser auf das Leben nach der Schule vorbereitet werden? Auf diese Frage eine Antwort zu geben, darum bemühen sich der Leiter der Hauptschule Würselen, Paul Kuck, und deren Berufswahlkoordinator Hans Franken mit dem Kollegium bereits seit mehreren Jahren.

Gemeinsam mit dem Kreis Aachen stieg die Schule vor zwei Jahren in den Berufswegeplan ein.

Brachten schon in den Jahren zuvor Berufsanfängerseminare und Schulpraktika an der Hauptschule achtbare Erfolge, so konnte durch die Unterstützung des Kreises Aachen und der Bundesagentur für Arbeit das Angebot nicht nur verbessert werden: Es wurde vielmehr ausgeweitet in Form von Schüler-Eltern-Treffs der Klassenstufen 7 und 8.

Und bei den sogenannten Peer-Group-Treffen in den Stufen 9 und 10 stehen ehemalige Schüler Rede und Antwort, geben den Jugendlichen Informationen zu Fragen der Berufswahl und Ausbildung aus erster Hand.

Auch bei den jungen Hauptschülern setzen die Verantwortlichen an: Bereits in den Eingangsklassen lernen sie an einem oder mehreren Tagen beim „Job-Scout-Tag” Arbeitsplatz und Arbeitsalltag ihrer Eltern und Verwandten kennen.

Nicht immer erfolgreich

Leider haben diese Initiativen und Unterstützungsangebote - so Koordinator Hans Franken - immer noch nicht bei allen Jugendlichen zu den gewünschten Erfolgen geführt.

Er führt es darauf zurück, dass nicht alle Kinder und Jugendlichen diese Angebote entsprechend nutzen. Daher soll nun das vielfältige Angebot innerhalb der letzten Schulphase ergänzt werden - und zwar durch den Einsatz von Paten für die Schülerinnen und Schüler der beiden Abschlussjahrgänge.

Die Grundidee ist recht einfach: „Junge, noch weitgehend unerfahrene Menschen werden mit Menschen zusammengebracht, die über einen jahrzehntelangen Erfahrungsschatz verfügen. Diese geben als Paten ihr Wissen und ihr Know-how weiter an die nächste Generation”, erklärt Hans Franken.

Was beispielsweise in der Entwicklungshilfe mit Erfolg praktiziert werde, solle nun auch in der Phase des Übergangs von der Schule zum Beruf seine Anwendung finden.

Dass dies funktionieren könne, zeigten verschiedene bereits bestehende Paten- und Mentorenmodelle mit ihren zuversichtlich stimmenden Ergebnissen, betont der Berufswahlkoordinator.

Viele Fragen und Probleme

Basierend auf dieser pädagogischen Vorgabe werden ehrenamtliche erfahrene Coaches mit einem Dutzend ebenfalls ehrenamtlicher Paten einzelne oder mehrere Schülerinnen und Schüler der Abschlussklassen auf ihrem Weg von der Schule ins Berufsleben begleiten.

Franken: „Sie unterstützen sie bei der Suche nach einem Arbeitsplatz sowie bei Bewerbungen, Fragen und Problemen beim Übergang Schule-Beruf.”

Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit der Schule, dem Berufswahlkoordinator, den Klassen- und Fachlehrern sowie mit den Eltern der Schülerinnen und Schüler. Das Angebot basiert indes auf Freiwilligkeit, was heißt: Schüler und Eltern können sich per schriftlicher Vereinbarung dem Patenmodell anschließen.

Die beiden Coaches sind bereits gefunden. Mit dem ehemaligen Leiter des Städtischen Gymnasiums Würselen, Olaf Andersen, und dem ehemaligen Leiter des Ausbildungs- und Qualifizierungswesens beim VABW Alsdorf, Ralf Kliche, haben zwei erfahrene Pädagogen dieses Amt übernommen.

Sie erklärten sich spontan bereit, das Patenmodell gemeinsam mit der Hauptschule Würselen und dem VABW ins Leben zu rufen. Der erste Schritt ist also getan.

Jetzt werden die Paten gesucht, die das Projekt mit weiterem Leben füllen sollen.
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