Hastenraths Will ist Spezialist für Lokales

Von: Nina Krüsmann
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Hastenraths Will bei seiner ersten Vorstellung auf der Burg Baesweiler: Im Zentrum seiner Darbietung stehen „lokale Themen von globalem Interesse“. Foto: Nina Krüsmann

Baesweiler. „Das Buffet ist eröffnet!“ sagt Hastenraths Will zu jeder passenden und auch unpassenden Gelegenheit, denn dann ist gute Stimmung bei den Gästen garantiert. „Egal ob bei der Einweihung der neuen Bushaltestelle bei uns im Dorf oder hier, wenn es etwas zu essen gibt, – dann steigt die Stimmung“, sagte der Kabarettist bei seinem Debüt auf der Burg Baesweiler.

Im seinem ersten Soloprogramm schaut der charismatische Landwirt Will gerne mal großzügig über den Tellerrand hinaus. Anschaulich berichtet er aus der heilen Welt der dreistelligen Telefonnummern über eine Welt da draußen, die langsam in Unordnung gerät. Große Urlaubsreisen brauchen er und seine Frau Marlene nicht. „Wir gehen ja schließlich schon in Leverkusen die Düngemittel kaufen, da brauchen wir nicht nach Mallorca.“ Die Hochzeitsreise ging nach Bad Neuenahr, und auch Bad Münstereifel kennen die beiden – „natürlich als der Heino da noch sein Café hatte“.

Die Fuß-Wallfahrt nach Kevelaer – eine Polonaise ohne Anfassen – hat Will auch schon mitgemacht. „Da fahre ich mit dem Trecker vorne an, denn einer muss sich ja um die zwölf Fässer Bier kümmern.“ Der junge Landwirt streift in der Kulisse eines Wohnzimmers meisterhaft tagesaktuelle und zeitlose Themen, sei es Massentierhaltung, Religion oder die Dessousparty seiner Frau Marlene. Dabei sieht er sich als „Spezialist für lokale Themen von globalem Interesse“.

Aberwitziger Dorfkosmos

Obwohl er die Behaglichkeit seines heimischen Wohnzimmers schätzt, bildet der aberwitzige Dorfkosmos, der ihn umgibt, meist nur Rahmen und Ausgangspunkt für eine abenteuerliche Reise hi-naus. Nur scheinbar naiv entpuppt sich Will nach und nach als intelligente Mischung aus hintergründigem Gesellschaftssatiriker und herzerfrischendem Komödianten. Auch die Fernsehgewohnheiten in deutschen Haushalten nimmt Will in seiner rund zweistündigen Show gehörig aufs Korn: „Unter den Arztserien habe ich eine absolute Lieblingsserie“, schmunzelt der hintersinnige Komiker. „Der Doktor und das liebe Vieh“ sei sein absoluter Favorit. Noch nicht so richtig arrangieren kann Will sich mit den modernen Smartphones: „Die haben keine Wählscheibe, sondern nur noch eine Glasscheibe zum draufdrücken“, ist er erstaunt. Um daheim anzurufen, muss er deshalb kurzerhand einen Adapter samt nostalgischer Wählscheibe an sein Handy anschließen. Dann klappt es auch mit dem Anruf, denn er muss sich dringend nach seiner Kuh Gertrud erkundigen, die guter Hoffnung ist und bald Nachwuchs für seinen Hof erwartet.

Keine Frage, die Pointendichte ist hoch bei Hastenraths Will und er trifft mit seinen Anekdoten aus der ländlichen Welt den Nerv der Zuhörer. Man darf auf weitere Programme gespannt sein.

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