Harley oder Ducati? Die Jungs der GSA fahren lieber Vespa

Von: Thomas Vogel
Letzte Aktualisierung:
Die Jungs der German Scooter A
Die Jungs der German Scooter Association auf einigen ihrer Vespa-Schätzchen: (v.l.) Attila Barry auf einer Sprint 150 (1964), Bogdan Wajsman auf einer T5 (1982) und Boris Brasseur auf einer Sprint 150 (1969). Dahinter eine restaurierte Ape KP2, ebenfalls von Foto: Thomas Vogel

Herzogenrath. Echte Kerle stecken in dicken, schwarzen Lederklamotten und fahren schwere Motorräder? Wer das glaubt, ist auf dem Holzweg! Der beste Beweis sind die Jungs der German Scooter Association - die stehen nämlich auf Motorroller.

Wer jetzt aber an eine Gruppe Jugendlicher denkt, liegt wieder daneben. Diesen Monat ist der Verein gegründet worden und das Alter seiner Mitglieder reicht von 27 bis 64 Jahre. Ob die im Berufsleben Blaumann oder Anzug tragen, spielt beim Schrauben keine Rolle. Hier steht nur die Liebe zu den Zweirädern im Mittelpunkt.

CHIO miteröffnet

Pünktlich zur Gründung hat die Truppe ihren neuen Stützpunkt bezogen, eine helle Werkstatt direkt gegenüber dem Kohlscheider Bahnhof. Sie macht einen sehr aufgeräumten Eindruck. Das ist bislang jedoch nichts Besonderes, schließlich sei man noch mitten im Einzug, wie Bogdan Wajsman verrät. Von dem 32-Jährigen stammt die Idee, sich als Rollerfahrer in einem Verein zu organisieren. Zusammen mit 94 anderen Vespa-Fahrern hatte er zur Eröffnung des CHIO 2011 die Nationenfahnen ins Stadion gefahren und im Anschluss seine Kollegen auf die Idee angesprochen. Mit Erfolg: Bislang zählt die GSA schon zwölf Mitglieder, soll aber weiter wachsen. Das Potenzial, bald neue Mitglieder im Verein willkommen heißen zu können, besteht in jedem Fall. Im Raum Aachen existieren schließlich ein paar Rollerclubs der ersten Stunde.

Es scheint also fast schon logische Konsequenz, dass mit der German Scooter Association das Communityleben in der Städteregion das nächste Level erklimmt. Denn nur als Verein mit eigener Rechtspersönlichkeit kann beispielsweise eine eigene Werkstatt angemietet werden. Übrigens werden weder Marken ausgeschlossen, noch wird ein bestimmtes Alter vorausgesetzt. Alle Roller-Enthusiasten sind gern gesehen - ebenfalls ein Merkmal, das die GSA von den meist markenspezifischen Clubs unterscheidet. „Der Verein soll passionierten Schraubern ebenso Platz bieten wie Studenten, die nur mal einen Ölwechsel machen wollen”, sagt Wajsman.

Eigene Motorenskizzen

Das ist aber längst nicht alles. Der erste Vorsitzende erklärt, dass sogar eigene Gedanken zum Fahrwerks- und Motorenbau verfolgt werden. Dabei deutet er auf Skizzen, die sich mit Ideen zur Hubraumerweiterung der Zweitaktmotoren beschäftigen. Technisch sind die Jungs also fit und sie haben in der Vergangenheit eindrucksvoll bewiesen, was die Roller zu leisten im Stande sind. „1997 bin ich losgefahren, ganz spontan. Am Ende ist ein 5000-Kilometer-Trip entlang der spanischen Küste herausgekommen”, erzählt der zweite Vorsitzende, Attila Barry. Und er hat bereits weitere Pläne ins Auge gefasst. Die nächste Tour soll nach Vietnam gehen, mit 10.000 Kilometern also rund doppelt so weit. Klingt verrückt? Ein bisschen bestimmt, auf jeden Fall aber wartet ein Abenteuer.

Neben jeder Menge Werkzeug finden sich natürlich auch Roller in der Halle. Unter ihnen Projekte, die noch einiger Zuwendung bedürfen, bis sie fertig sind. Andere sehen aus, als hätten sie den Showroom nie verlassen und das, obwohl sie zwischen 40 und 50 Jahre auf dem Blechkleid haben. Dass die Schmuckstücke teilweise nicht mehr ganz original sind, in der Szene ,customized genannt, kann der Laie kaum erkennen, so sorgsam sind die verbauten Teile ausgewählt. Die giftgrüne PX80 von Boris Brasseur ist da anders. Der 27-Jährige hat schon den Gegenwert eines kleinen Gebrauchtwagens in die Piaggio investiert. Statt den ehemals neun marschieren nun über 37 stürmische Pferdchen nach vorne, wenn er am Gashahn dreht. Die haben mit den rund 100 Kilogramm natürlich wenig Mühe. Wheelies, also das Abheben des vorderen Reifens und fahren nur auf dem hinteren, sind so theoretisch noch im dritten Gang möglich.

Kennenlernen beim „Meet & Grill”

Das „Meet & Grill” steigt am Samstag, 3. September, am Bahnhof Kohlscheid, Bahnstraße.

Um 11 Uhr ist zunächst eine Roller-Ausfahrt; ab 13 Uhr wird dann gegrillt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert