Hans Peter Schmitz: Ein Pragmatiker mit viel Diplomatie

Von: Bernd Mathieu
Letzte Aktualisierung:
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Gehörte dem Bundestag drei Jahrzehnte an: Der Baesweiler Hans Peter Schmitz wird am Sonntag 80. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Der langjährige CDU-Bundestagsabgeordnete Hans Peter Schmitz wird an diesem Sonntag 80 Jahre alt. Drei Jahrzehnte, von 1972 bis 2002, gehörte er dem Deutschen Bundestag an. Hans Peter Schmitz war ein an vernünftigen und praktikablen Lösungen orientierter Abgeordneter.

Das zeichnete ihn vor allem als Mitglied im Vermittlungsausschuss (zwischen Bundestag und Bundesrat) aus. Dort mussten Kompromisse gefunden werden, dort war Lautstärke nicht angesagt. Dort ging es um Diplomatie, Verhandlungsgeschick, tragfähige Vorschläge und gewiss auch um Strategie. Diese Klaviatur beherrscht der Christdemokrat vorzüglich.

Schmitz ist Rheinländer durch und durch, und ergänzt wird das mit einem intensiven Interesse für das niederländische Limburg, auch für Belgien, für die Nachbarn, für die Euregio, letztlich für Europa. Der Ehrenvorsitzende der CDU Baesweiler hat viele Freunde vor allem auch in den Niederlanden, politische und persönliche. So ist es kein Wunder, dass er über manche aktuellen Entwicklungen in der Europäischen Union nur den Kopf schütteln kann. Eine Herzensangelegenheit war ihm das Engagement für den Strukturwandel in der Bergbauregion Aachen. Hier hat er auf der Bundesebene, gemeinsam mit dem damaligen Bundesarbeitsminister Norbert Blüm, dafür gesorgt, dass erhebliche Mittel in die Kreise Aachen und Heinsberg flossen, um die Schließung der Zechen für die Bergleute sozial abzufedern und den dringend nötigen Wandel der Arbeits- und Gewerbestrukturen zu fördern und einzuleiten. Viele positive Entwicklungen, die heute noch spürbar sind, tragen, hatten hier ihren Anfang.

Hans Peter Schmitz ist tief mit unserer Region verwurzelt. Die Geschichte dieser Gegend, dieser schönen Landschaften und der interessanten Städte beschäftigt ihn seit frühester Jugend. Er hat diese historische und geografische Recherche stets gemocht und gepflegt. Der Landwirt stammt, so formuliert er es selber, „aus einfachen Verhältnissen“. Harte Arbeit auf dem elterlichen Bauernhof im heutigen Baesweiler Stadtteil Puffendorf war Alltag. Das prägt fürs Leben. Das macht belastbar und es schärft den Sinn für Gerechtigkeit, die er nie als plakative Wahlwerbung propagiert, sondern ohne große Worte praktiziert hat.

Mehrere Jahre war Hans Peter Schmitz Vorsitzender der NRW-Landesgruppe der rheinischen und westfälischen Bundestagsabgeordneten und stellvertretender Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion. Da gab es auch durchaus vernehmbaren Widerspruch gegen manche Pläne der eigenen Bundesregierung unter Führung von Bundeskanzler Helmut Kohl. Der Parlamentarismus war von gesundem Selbstbewusstsein geprägt.

Einen Namen machte er sich schon früh im wichtigen Haushaltsausschuss des Bundestages. Und Vorsitzender des Umweltausschusses war er, als eine gewisse Angela Merkel die für diesen Bereich zuständige Bundesministerin war. Dabei hat er nie die Bindung zur Basis aufgegeben und war viele Jahre Vorsitzender des CDU-Bezirks- und des Kreisverbandes sowie Vorsitzender seines heimischen Stadtverbandes Baesweiler.

Gewürdigt wurde sein politisches Lebenswerk mit mehreren hochkarätigen Orden und Ehrungen. Besonders gefreut hat ihn die Auszeichnung seiner Heimatstadt Baesweiler: Seit 2010 gehört „HP“ zum Kreis der Baesweiler Ehrenlöwen.

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