Hans-Günter B. gastiert zum vierten mal bei „Kultur nach Acht“

Von: mas
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Das Gewehr G 36 hat eine Trefferquote von 7 Prozent. Das nennt man dort – wo ich herkomme – Schalke 04“, lästerte der Kabarettist HG Butzko. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Keine Frage. Hans-Günter B. darf, nein, er muss wiederkommen. Ein viertes Mal, zur „Kultur nach Acht“. Denn der 50-jährige Polit-Kabarettist hat sich bei der jüngsten Vorstellung in der Burg selbst übertroffen.

Sein Best Off. Ohne alte Kamellen. Lockeres T-Shirt, voller Bier-Humpen und die obligatorische Kappe: So sprang der in Birkesdorf geborene Künstler auf die Bühne. Und dann hieß das Kommando: hoch mit dem Visier und voller Beschuss mit politischen Pointen. HG Butzko war geladen, ja!

AfD und Pegida bekommen die ersten Breitseiten. Sie liefern dem Bürger „abgestandene Sülze von gestern mit brauner Soße“. Schießbefehl auf Flüchtlingskinder durch AfD-Vize Beatrix von Storch. Dazu fällt dem brillanten Analytiker ein, „dafür entschuldigt die sich, sie sei mit ihrer Computermaus auf dem Pad ausgerutscht“.

Nur zum Kaputtlachen?

Warum man letztlich über die Politik – ob national oder international – nur lachen kann macht Butzko an einem besonderen Beispiel fest. „In Frankreich hat Le Pen die Wiedereinführung der Todesstrafe, jetzt aber für Selbstmordattentäter gefordert.“ Butzko ist in Bestform und steigert sich minütlich. Nächster Stopp: Der „Wirtschaftsflüchtling“. „Ist das nicht auch der Unternehmer, der seine Produktion ins Ausland verlegt?“ Siegmar Gabriel („der erhabene Buddha aus Goslar“) und seine SPD ist auch in der Schusslinie.

„Wenn Du über Politiker lachen willst, brauchst Du nicht ins Kabarett zu gehen. Du musst denen nur zuhören“, empfiehlt der Künstler. Und ist nun bei der Kanzlerin angekommen. „Geht gar nicht“, formuliert die Erste Frau des Bundes sehr gerne. „Was ist denn das für ein Vokabular für eine Bundeskanzlerin?“, fragt er. „Da würden Willy Brandt oder Helmut Schmidt rücklings von ihrer Wolke kippen.“

Es geht ins Jahr 2002 zurück. Als er, Butzko, die Bundestagswahl persönlich und zu Gunsten von Gerhard Schröder entschieden hat. „Stoiber gegen Schröder. „Dem Edi fehlten nur 6000 Stimmen. Und das nur, weil sich die Leute ihre Meinung in meinem Kabarett gebildet haben“. Das Publikum ist begeistert.

Auch, als Butzko nach der Pause mit einem Exkurs zur Erklärung des Kapitalismus aufwartet: „Wer melken will, lässt andere für sich ins Gras beißen!“ Oder: „Die Steuern gehen stiften, wenn das Geld in eine Stiftung gesteuert wird.“ Warum geht man zu HG Butzko ins Kabarett, wenn doch die realen Politiker viel bessere Kabarettisten sind?

Er glaubt, „als Burn-out-Prophylaxe“. Was kann man als Bürger gegen dieses von den Politikern angebotene Kabarett tun? „Alle vier Jahre wählen gehen – so einfach ist das.“ Dann stelle sich die Frage, „welche Partei überhaupt noch wählbar ist“. Spontan fällt ihm keine ein.

Eine treffende Bewertung des Abends fiel den Stammgästen Jürgen und Regina Schmidt (Aachen) jedoch ein: „Er hat in vielen Dingen Recht. Das Programm war schon sehr beeindruckend!“

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