Hanfplantagen geräumt: Ein Betreiber tot, zweiter wird gesucht

Von: vm
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Abluftröhre, Steckerleisten und weiteres belastbares Material: An der Wirthstraße in Alsdorf war die erste Hanfplantage geräumt worden. Eine zweite folgte. Foto: vm

Alsdorf. Gleich zwei Hanfplantagen größeren Stils haben Technisches Hilfswerk, Polizei und Feuerwehr am Donnerstag in Alsdorf geräumt: eine an der Wirthstraße und eine an der Ulmenstraße. Bei der ersten, in Hoengen, war die Polizei einem Hinweis nachgegangen.

Im Vorfeld hatten außerdem Nachbarn den Vermieter darauf angesprochen, dass in dem kleinen Haus nicht alles mit rechten Dingen zugehe. Beispielsweise seien große Mengen Erde ins Haus geschafft worden, erzählte ein Anwohner.

Der Verdacht erhärtete sich, üblicherweise sind ein hoher Stromverbrauch oder die Abluft deutliche Anzeichen. Vor Ort, am Donnerstagmorgen, fanden die Einsatzkräfte dann im Unter- und Obergeschoss mehrere hundert Stecklinge und genug weiteres belastbares Material. Praktisch war das ganze Haus eine Plantage. Noch am Nachmittag trug das THW Abluftrohre, Steckerleisten und viele Lampen aus dem Haus. „Das wurde professionell betrieben“, sagte Polizeisprecher Paul Kemen auf Nachfrage dieser Zeitung am Freitag. Die Fahndung nach dem Mann, der das Haus gemietet hatte, liefe noch. Er stamme nicht aus der Gegend. Ob er bereits im Vorfeld im Zusammenhang mit Drogen aufgefallen war, konnte Kemen nicht sagen, „aber davon ist fast auszugehen“, sagte er.

Durch Zufall fand die Polizei dann am Abend keine zwei Kilometer entfernt in Mariadorf eine zweite Plantage, die mit der ersten aber vermutlich nichts zu tun hat. Jedenfalls kann Kemen „bislang keinen Zusammenhang“ vermelden.

Eine Frau hatte die Polizei verständigt: Sie habe ihren Mann im Haus tot aufgefunden. Der Notarzt stellte den Tod des 64-Jährigen fest, ein Fremdverschulden kann laut Kemen ausgeschlossen werden.

Sowohl Rettungskräfte als auch Polizei sei vor Ort ein „intensiver Marihuana- Geruch aufgefallen“. Im Keller wurden sie dann fündig. Auch hier standen mehrere hundert Pflanzen, allerdings schon größere, in Einzeltöpfen. „Der Zeitpunkt für die Sicherstellung war gut“, so Kemen. Außerdem fand die Polizei bereits getrocknete Blüten einer früheren Ernte. Bislang deutet alles darauf hin, dass der 64-jährige den Anbau selbst betrieben hat.

Die Plantage wurde noch am Donnerstagabend geräumt.

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