Herzogenrath - Hammerschmidt begeistert mit Erinnerungen an Kindheit in der Eifel

Hammerschmidt begeistert mit Erinnerungen an Kindheit in der Eifel

Von: nina
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Erinnerung an Fichtennadelnduft: Jupp Hammerschmidt schwärmte von der Eifel-Kindheit. Foto: Nina Krüsmann

Herzogenrath. Einen Eifeler zu spielen, ist am Theater keine Sprechrolle, denn der Eifeler an sich gilt ja bekanntlich als extrem wortkarg. Alles andere als das ist Kabarettist Jupp Hammerschmidt, der sein aktuelles Programm „Das halbe Schwein“ im Streiffelder Hof präsentiert hat.

Ob man die Eifeler noch zum „homo sapiens“ zählen kann, darüber war sich Hammerschmidt nicht ganz klar.

„Ruhigen Gewissens wohl eher nicht. Haben Sie schon mal was von Kalterherberg gehört?“, meinte er mit seinem typisch-trockenem Humor. Der Kabarettist ist ein treuer Gast in Merkstein, hat hier schon viel über seine Kindheit in der Eifel erzählt und kam nun mit neuen Erkenntnissen über den Eifeler an sich und im Speziellen daher. Das Wichtigste im Leben der Eifeler sei die beständige Zuversicht, selbst wenn das Elend noch so groß ist oder es in der schlimmsten Bruchbude mal durch das kaputte Dach regnet, erklärte der Kabarettist.

Im Streiffelder Hof war die Stimmung gemütlich, beinahe familiär. Hammerschmidt erzählte von seinem Bruder und seinen 15 Schwestern. Auch vom Schlachten des halben Schweins, woher der Titel seines aktuellen Programms rührte. Ein Quantensprung im Leben und samstäglichen Baden sei die Erfindung der Fichtennadeltablette gewesen, erzählte Hammerschmidt unter großem Gelächter seines Publikums. „Aufgelöst im Badewasser der Zinkwanne, ergibt sich ein nahezu paradiesischer Duft.

Wir hingen geradezu an der Fichtennadel“, schwärmte er über den Badetag, bei dem er als Zweitgeborener noch lauwarmes Wasser erwischte. Hammerschmidt, der aus Monschau-Höfen kommt, sprudelte nur so von Anekdoten, Geschichten und Gedichten aus seiner Heimat. Bei seinen Gesangseinlagen spendete das Publikum begeistert Zwischenapplaus. „Höfen ist ja das schönste Eifeldorf, wir haben Hecken, blühende Blumen und einen Dorfweiher mit zwei Schwänen“, erzählte er augenzwinkernd. Auch die Dorfbewohner „Strunxbüttele Helmut“ und „Flöten-Hein“ kamen durch ihn zu Wort.

Zu den idyllischen Eifel-Schilderungen gehörte auch das Pflücken von Obst: Auf dem Land lagen die Kinder früher tagelang unter den Johannisbeersträuchern, um die winzigen Beeren von den Ästchen in einen Eimer zu „frisseln“. Die Mütter zauberten daraus dann jenen köstlichen Brotaufstrich, den der Eifeler „Wimmere-Gelee“ nennt. „Das klingt weitaus poetischer als Johannisbeeren“, meinte Hammerschmidt.

So ist die Eifel halt. Voller Poesie – auch wenn im „Sibirien Westeuropas“ ein noch so fieser kalter Wind weht.

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