Hallensanierung ist für die Stadt Würselen kein Versicherungsfall

Von: ehg/gp
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Nicht nur der Zugang für die
Nicht nur der Zugang für die Zuschauer bleibt verschlossen: Die Halle Krottstraße wird geraume Zeit eine Baustelle Foto: Georg Pinzek

Würselen. Bei dem auf 1,8 Millionen Euro geschätzten Sanierungsstau an der Sporthalle Krottstraße möchte die FDP-Fraktion unter dem Vorsitz von Hans Carduck nicht zur Tagesordnung übergehen, bevor die Verwaltung auf eine Reihe von Fragen eine schlüssige Antwort gegeben hat.

Sie will wissen: Ist es zutreffend, dass seit dem Jahr 2004 die Verwaltung durch den zuständigen Hausmeister darüber informiert ist, dass das Dach der Halle undicht sei und es zu Wasserschäden gekommen sei. Weiter will die FDP wissen, ob diese Meldungen an den damals zuständigen Fachdezernenten weitergeleitet und was in Folge dann unternommen worden sei. Die FDP weist darauf hin, dass am 25. Januar 2011 auf ihre Anfrage hin von der Verwaltung ausgeschlossen worden sei, dass die Installation der Solaranlage auf dem Dach der Halle zu weiteren Schäden geführt habe. Andererseits sei in der Antwort vermerkt, dass bereits 2004 gutachterlich festgestellt worden sei, dass die Lebensdauer der Dachhaut erreicht sei und diese in Gänze erneuert werden müsse. Es stellt sich für die FPD die Frage, warum auf ein erneuerungsbedürftiges Dach noch eine weitere Belastung in Form einer Solaranlage aufgebracht worden sei, ohne diese zuvor zu sanieren.

Weiterhin möchte Carduck wissen, ob im Zuge der Haushaltsberatungen des Jahres 2007 ein Betrag von 200 000 Euro bereitgestellt worden sei, um die damals noch überschaubaren Schäden zu beseitigen. „Warum wurden diese Gewerke nicht ausgeführt”, hakt er nach. In den Jahren 2008 bis 2010 sei das Eindringen des Wassers wiederholt von den die Halle nutzenden Vereinen und Schulen der Verwaltung gemeldet worden. „Warum ist bis heute nichts unternommen worden, um den Wassereinbruch nachhaltig zu unterbinden und damit die Folgeschäden zu mindern”, fragt die FDP weiter. Sie bittet um Auskunft, welches Mitglied im Verwaltungsvorstand für die Nichtbeachtung der erfolgten Schadensmeldungen die Verantwortung trage. Schließlich sei noch zu klären, „ob eventuell die Eigenschadens-Versicherung in Anspruch genommen werden kann”.

Technischer Beigeordneter Till von Hoegen bedauert auf Anfrage unserer Zeitung: „Ich würde je gerne Fehler auf meine Kappe nehmen, wenn uns das Geld einbringt. Die Halle Krottstraße ist aber kein Fall für die Versicherung. Wir haben geprüft, ob fahrlässiges Handeln der Verwaltung vorliegt. Die Antwort lautet: Nein. 2004 habe ein Dachdecker darauf hingewiesen, dass das Dach in Zukunft abgängig ist, was mit der Haltbarkeit der Folie aus den 80er Jahren zusammenhängt.” In der Folge seien immer wieder Schäden beseitigt worden - stets mit Blick auf die angespannte Haushaltslage. Der Winter 2009/10 habe dem Dach quasi den Rest gegeben, seinerzeit sei sehr viel Wasser eingedrungen.

Der Zeitpunkt einer Komplettsanierung ist nach Einschätzung des Technischen Beigeordneten stets eine Abwägungssache. Till von Hoegen erklärte: „Mit Kosmetik ist es jetzt nicht getan. Das passt auch nicht in die Vorgaben unseres aktuellen Gebäudemanagements. Die 1,8 Millionen Euro werden eben nicht nur für die Beseitigung von Wasserschäden aufgewandt, sondern für eine ganze Reihe von Maßnahmen. Dazu zählen zum Beispiel die Erneuerung von Fliesen, Türen oder der Notbeleuchtung. Ziel ist es, die Halle vor dem Winter dicht zu bekommen, dann wird sie trockengelegt, und schließlich in Absprache mit Sachverständigen geklärt, was ausgetauscht werden muss. Wie lang das alles dauern wird, lässt sich noch nicht überblicken. Uns ist bewusst, wie schwierig die Situation für Vereine und Schulen ist. Hier greifen erst einmal Notpläne.”
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