Halle an der Waidmühl als Erstaufnahmestelle für zwei Monate avisiert

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Logistische Meisterleistung: An alles muss gedacht werden – neue Leitungen sorgen für zusätzlichen Strom...
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... dicke Eisenplatten dafür, dass der Sportplatz vor den Zelten nicht aufweicht.

Herzogenrath. Unter Hochdruck wird die Sportanlage an der Waidmühl für die neu ankommenden Hilfesuchenden hergerichtet. „Wir begegnen der schlimmsten Flüchtlingskatastrophe der vergangenen 100 Jahre“, sagt Bürgermeister Christoph von den Driesch.

Über 550 000 Asylanträge werden in diesem Jahr in Deutschland erwartet. Die Erstaufnahme sei grundsätzlich eine Landesaufgabe. Die Flüchtlinge werden zentral als asylsuchend registriert und dann auf die Kommunen verteilt.

Im Zuge eines Amtshilfeersuchens obliegt es Herzogenrath nun als erster Stadt im Nordkreis, eine Erstaufnahmestelle für rund 150 Flüchtlinge einzurichten, in der die Menschen jeweils nur wenige Tage bis Wochen verbringen werden. „Wir rechnen zunächst mit einer Inanspruchnahme von rund zwei Monaten“, sagt der Bürgermeister. Woher die Menschen stammen, die spätestens Mittwoch bis 16 Uhr erwartet werden, weiß noch niemand. Nationalität, Geschlecht, Alter und Gesundheitszustand gilt es, vor Ort zu erfassen.

Die Halle dient als Schlafstätte. Für Untersuchungen – durch Ärzte des Medizinischen Zentrums –, Verpflegung und Tagesaufenthalt sind die ergänzend errichteten Zelte auf dem Sportplatz vorgesehen. Die Flüchtlinge erhalten zudem ein kleines Taschengeld und Sachleistungen.

Ursprünglich hatte das Land die Flüchtlinge schon für vergangenen Freitag avisiert. Weil sich jedoch die Decke in der Halle Waidmühl als sanierungsbedürftig erwies („Sauerkrautplatten“, die vor Jahrzehnten unsachgemäß installiert wurden), gab es Aufschub. Die Halle ist wegen der Fluchtwege, soziale Kontrolle, guter Erreichbarkeit für die Feuerwehr und der geeigneten Nebenanlagen ausgesucht worden.

Sicherheit für Asylsuchende und Anwohner soll eine Informationskette zu Feuerwehr und Polizei sowie dem Fachbereich Bürgerdienste/Soziales/Ordnung ebenso gewährleisten wie die Auswahl des Betreibers der Notunterkunft und ein zertifizierter Wachdienst rund um die Uhr.

Der Bürgermeister betont, dass mit dem Stadtsportverband alternative Möglichkeiten für die Vereine gefunden werden sollen, die bisher an der Waidmühl trainieren, ebenso für den Schulsport. Von den Driesch appelliert an die Bürger: „Ihre Werbung für Akzeptanz in der Bevölkerung ist als positiver Multiplikator wichtig!“

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