Häppchenweise schöne Morde: Krimiautor Vincent Kliesch liest

Von: mas
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Anregender Autor: Vincent Kliesch. Foto: Sigi Malinowski

Baesweiler. Die Lesung hat noch gar nicht begonnen, da macht Vincent Kliesch seiner Gaststadt schon ein Kompliment. Baesweiler? „Hmm, da kommt doch ein Freund von mir her“, sinniert er im Gespräch mit Bibliothekarin Elke Tetz. Was den bekannten Buchautor und TV-erfahrenen Comedian zu einem weiteren Schluss kommen lässt. „Baesweiler ist so eine Stadt, die irgendwo im Gedächtnis bleibt. Du kennst einen, der kennt wiederum einen, der aus Baaasweiler kommt“, zieht der Schriftsteller den Stadtnamen ganz lang.

Und dann verspricht der 38-Jährige: „Mal sehen, ob ich Euer Städtchen in einen meiner nächsten Thriller eingebaut bekomme.“ Da nagelt ihn Büchereileiterin Elke Tetz den Berliner fest: „Dann müssen sie auch noch mal wieder kommen. Zu einer weiteren Lesung“. Hand drauf, so macht man Verträge.

Sehr zur Freude eines kleinen, aber gefesselten Publikums, dass dem Erfolgsautoren fast atemlos folgt. Denn Vincent Kliesch liest nicht nur einfach. Der Mann schildert, scherzt, hält inne, geht dann auf Tempo in seinem Lesestil und rudert mit den Armen oder nuschelt bei den Knebelszenen. Er hat drei Bücher im schnuckeligen Ritterzimmer vor sich liegen. Anfangs, bei der Vorstellung, schiebt Vincent Kliesch, der sich auch schon im Quatsch-Comedy-Club vor einem Millionenpublikum vorstellen durfte, seine drei Taschenbücher wie ein Hütchenspieler von einer Position zur anderen.

Und erzählt. Dass 17 Morde allein in Band 2 seiner Trilogie enthalten sind. Ja, gemordet wird viel, aber auch auf hohem Niveau, mit Stil sozusagen. Die Krimis des prominenten Schreibers hatte Elke Tetz in einem charmanten Versuch vor Lesebeginn noch als „besinnlich“ beurteilen wollen. 25 Minuten später, nach den ersten Auszügen mit plastischer Beschreibung eines brutal angelegten Mordes, klappt Kliesch sein Buch zu und dreht den Kopf zur Bibliothekarin: „War das besinnlich genug?“

Es geht trotz der Mordserien auch phasenweise heiter zwischen dem Publikum und dem prominenten Gast zu. Ausschnitte aus dem Erstlingswerk „Die Reinheit des Todes“, dem Nachfolger „Der Todeszauberer“ (Platz 1 bei den Hörbüchern 2011) und dem neuen Roman „Der Prophet des Todes“ nehmen die Zuhörer völlig mit. Vincent Klieschs frühes Aufstehen („Ich bin um 7 Uhr in Berlin weggefahren“) hat sich für beide Seiten gelohnt. Für die Buchverkäufer setzt sich spät noch eine Überstunde in Gang.

Diesen Kliesch will man einschließlich Autogramm mit nach Hause nehmen. Um dem einen oder anderen noch eine zusätzliche Weihnachtsfreude zu machen. Mit drei höchst spannenden Geschichten, gespickt mit Morden. Häppchenweise.

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