Haben Rechtsextreme Kirche mit Hakenkreuz beschmiert?

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
9387942.jpg
Schandfleck auf der Tür der Kirche St. Willibrord in Merkstein: Spontan wurde das Nazi-Symbol von der Pfarre mit Papier abgedeckt. Zwischenzeitlich wurde der Lack mit einem speziellen Lösungsmittel entfernt – wie auch SS-Runen von der Türe zur Sakristei. Foto: Markus Bienwald

Herzogenrath. Es sollte ein ganz normaler Sonntagvormittag und ein besinnlicher Gottesdienst in der Kirche St. Willibrord in Merkstein werden. Aber ein mit giftgrüner Farbe auf das Tor der Kirche gesprühtes Hakenkreuz und SS-Runen an der Türe zur Sakristei sorgten für Entsetzen und Abscheu.

Unbekannte hatten die Schmierereien in der Nacht zum Sonntag aufgebracht. Entdeckt wurde die verabscheuungswürdige Tat durch einen Küster, der am frühen Sonntag die Messe vorbereiten wollte, wie die Verwaltungskoordinatorin der Pfarre St. Willibrord, Karin Franken, auf Nachfrage unserer Zeitung sagte. Franken verständigte umgehend die Polizei, die gegen 10.15 Uhr anrückte und umfangreiche Spurensicherung leistete.

Polizei sichert Spuren

So wurde eine Farbprobe zwecks Analyse genommen – wohl mit dem Hintergrund, diese mit anderen Fällen abzugleichen. Auch die Scherben einer Bierflasche wurden gesichert, um sie auf DNA-Spuren hin zu untersuchen. Wer weiß, was sich dabei in der polizeilichen Datenbank finden lässt!? Oder aber in Zukunft für weitere Abgleiche gesichert wird, wie zu erfahren war.

Dem Tipp eines Hausmeisters folgend, der an einer Grundschule mit dem Entfernen von Farbschmierereien Erfahrung gesammelt hat, wurden zwischenzeitlich das Hakenkreuz und die Runen mit einem Spezialmittel beseitigt, wie Franken betont.

Und warum das Ganze? Karin Franken verweist darauf, dass vor einiger Zeit Unbekannte versucht hätten, den Kupferbeschlag der Türe zu stehlen, aber gescheitert seien. War es ein neuer Diebstahlversuch? Haben unbekannte Metalldiebe auf diese Weise ihrem Frust Luft gemacht? Das dürfte Spekulation sein.

Allerdings fällt ein zeitlicher Zusammenhang auf. Am Freitag hatten der Einladung des Integrationsrats und des Bündnisses gegen Rechtsextremismus folgend rund 250 Herzogenrather an einer Kundgebung auf dem August-Schmidt-Platz teilgenommen, um in Zeiten von Pegida ein deutliches Zeichen für Vielfalt und Toleranz zu setzen.

Die Evangelische Kirchengemeinde Herzogenrath hatte ihre Pfarrhäuser für Flüchtlinge zur Verfügung gestellt, die Stadt Herzogenrath agierte als Mieterin. Hat die rechtsextreme Szene darauf mit dem Farbanschlag reagiert? Diese Frage hat die Redaktion auch an das Polizeipräsidium Aachen gerichtet, deren Beantwortung derzeit noch abgestimmt wird, wie versichert wurde.

Laut Franken ist die Pfarrei St. Willibrord gar nicht am Bündnis gegen Rechtsextremismus beteiligt.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert