Gymnasium Würselen: Neues Raumkonzept auf dem Prüfstand

Von: Johannes Schaffeldt
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Würselen. Auf über 50 Jahre Wissensvermittlung im Zentrum Würselens kann das Gymnasium der Stadt mittlerweile zurückblicken. Diese stolze Geschichte zeigt sich mithin aber auch beim in die Jahre gekommenen Gebäudebestand.

Dass dieser heutigen Anforderungen und Gegebenheiten angepasst werden muss, darüber besteht in den Ratsfraktionen große Einigkeit mit der Verwaltung. Bei der genauen Ausgestaltung bestimmter Details allerdings hört diese wieder auf.

Direktorin Lydia Becker-Jax und das Architekturbüro Hahn-Helten aus Aachen etwa befürworten eine Angliederung der Stadtbücherei im Gebäudetrakt der Hauptschule. Für die Schüler, vor allem der Oberstufe, könnte darin eingebunden ein Selbstlernzentrum entstehen.

Von einer Verbindung einer solchen Einrichtung mit der städtischen Bücherei versprechen sie sich große Synergieeffekte für alle Seiten. Eine Stadtbücherei an diesem Standort käme nicht nur den Schülern, sondern etwa auch den Senioren des benachbarten Pflegezentrums zugute. Becker-Jax berichtete im Bildungsausschuss kurz über ein ähnliches Modell in Kerpen, was mit großem Erfolg laufe.

Im Ausschuss selbst ist man sich allerdings nicht so sicher, ob es im laufenden Betrieb eines in die Stadtbücherei integrierten Selbstlernzentrums nicht zu Reibungspunkten kommen könnte. Auch wurde angezweifelt, dass es im Gebäude der alten Hauptschule überhaupt genug Platz gibt, um Stadtbücherei, Zentrum und weitere im Konzept des Architekturbüros geplante Räumlichkeiten aufnehmen zu können.

Genau das soll jetzt von der Verwaltung geprüft werden, auch mit Blick auf eine weitere Raumnutzung im Alten Rathaus. Es könnte eine Überführung beider Stadträume in das Integrierte Handlungskonzept für das Stadtzentrum erfolgen, was den Vorteil hätte, für die notwendige energetische und technische Ertüchtigung der Gebäude auf größere finanzielle Ressourcen zurückgreifen zu können. Till von Hoegen, Erster und Technischer Beigeordneter der Stadt, berichtet, dass er vom Fördergeber ausdrücklich dazu ermuntert worden sei.

Im Entwurf des Architekturbüros werden die technischen Mängel angepackt. So sei der Brandschutz nicht auf dem neuesten Stand und auch an der Barrierefreiheit der Schule müsse einiges getan werden. Fenster und Dächer im Gymnasium müssten dringend energetisch saniert werden. Gerade letzter Punkt käme dem Stadtsäckel durch Einsparungen bei den Betriebskosten am Ende deutlich zugute.

Dabei soll es aber nicht bleiben: In einem Workshop mit Lehrern und Schülern habe man neue Raumbedarf festgestellt. So sind etwa separate Lerngruppen- und Differenzierungsräume zur individuellen Förderung und für Kleingruppenarbeit vorgesehen. Durch An- und Neubauten und die Einbeziehung der Hauptschule soll den Plänen des Architekturbüros zufolge der größere Raumbedarf abgefangen werden. Die kleine Turnhalle auf dem Gelände soll weichen und eine größere Doppelfeldsporthalle als Ergänzung der bisherigen Sporthalle errichtet werden. Besonders bei diesem Punkt gibt es Bedenken von der benachbarten Sebastianusschule, die dieses Gebäude bislang auch für ihren Sportunterricht nutzt.

Sind diese Pläne alle noch Zukunftsmusik, befindet sich zumindest ein Bauprojekt mittlerweile auf einer absehbaren Zielgeraden. Nachdem es zuletzt Probleme mit der Insolvenz eines Zulieferbetriebes für Aluminium-Türen gab, habe man „geeignete provisorische Maßnahmen“ ergriffen, berichtete von Hoegen dem Bildungsausschuss, ohne weiter ins Detail zu gehen. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die Mensa im Februar 2017 den Betrieb aufnehmen kann.

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