Gymnasium Würselen: Naturwissenschaften verstärkt im Fokus

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Stolz nach intensiver Vorarbeit: Direktorin Lydia Becker-Jax und Mint-Koordinator Volker Richterich freuen sich über das Siegel „mint-freundliche Schule“. Foto: Conny Stenzel-Zenner

Würselen. Das erste Gymnasium im Nordkreis, das sich für drei Jahre nun „Mint-freundliche Schule“ nennen darf, ist das Städtische Gymnasium Würselen. Damit ist eine Säule der Schule ausgezeichnet worden, die ihre Mint-Schwerpunktsetzung in den Fächern Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik schon seit 2006 ausgebaut hat.

Conny Stenzel-Zenner sprach mit Direktorin Lydia Becker-Jax und Mint-Koordinator Volker Richterich über die Inhalte, die hinter dem Mint-Siegel stehen.

Warum haben Sie die Schule zertifizieren lassen?

Lydia Becker-Jax: Der Mint-Bereich ist einer der zentralen Bereiche für die Zukunft in Deutschland. In der Forschung und der Entwicklung müssen wir uns gut aufstellen, weshalb Begabungen der Schüler früh erkannt werden müssen. Im Mint-Bereich richten wir an unserer Schule besonders auch den Blick auf die Mädchen, denn gerade in den Feldern Technik oder in den Naturwissenschaften Chemie und Physik sind leider immer noch nicht viele Mädchen vertreten. Also versuchen wir das Interesse für die Mint-Fächer früh zu wecken.

Der Mint-Bereich ist nur einer von fünf Säulen, die an Ihrer Schule Schwerpunkte setzen. Welche sind die anderen?

Lydia Becker-Jax: Wir fördern unsere Schüler beim Sport, im Bereich Kultur mit Angeboten in der Musik oder beim Theaterspielen, mit gesellschaftswissenschaftlichen Themen, bei den Sprachen und bei den Mint-Fächern. Ganz bewusst haben wir uns nicht auf ein Profil festgelegt, damit jeder Schüler an unserer Schule seinen individuellen Schwerpunkt finden kann.

Sie wecken das Interesse für die MInt-Fächer. Was bieten Sie an, was über den normalen Schulunterricht hinausgeht und was vom Schulgesetz nicht gefordert wird?

Volker Richterich: Die Robotik ist eine ganz besondere Arbeitsgemeinschaft, für die unsere Schüler selbst seit fünf Jahren einen überregionalen Wettbewerb ausrichten. Dabei bekommen die Schüler morgens eine Aufgabe, die sie vier Stunden später mit einem selbst programmierten Roboter auf einem Billardtisch-großen Feld lösen müssen.

Das kann sein, dass ein Ball in ein Tor geworfen werden muss oder dass eine Wegstrecke korrekt zurückgelegt werden muss. Der nächste Robotik-Wettbewerb findet im Frühjahr nächsten Jahres statt. Unsere Schule nimmt dann selbst mit zwei Gruppen teil, die restlichen acht Plätze werden von anderen Schulen belegt, die aus dem gesamten Regierungsbezirk anreisen.

Wer nicht an der Robotik-AG teilnehmen möchte, kann anders in die Mint-Fächer schnuppern. Wie?

Volker Richterich: Wir bieten in den sechsten Klassen für alle einen Mint-Tag an. Dazu arbeiten wir mit Firmen in der Region zusammen, aber auch mit der Hochschule in Aachen. Diese Erstkontakte zu techniknahen Berufen und zu den Naturwissenschaften sind so früh sehr wichtig. Zusätzlich gibt es Wettbewerbe, an denen unsere Schüler teilnehmen können, wie am Mathematikwettbewerb Känguru, bei dem Knobelaufgaben gestellt werden oder Dechemax, der auf Seiten der Chemie eine Herausforderung ist.

Sie haben die Möglichkeit der Begeisterung für Mint-Fächer in den Schulalltag eingebaut. Was haben Sie sich einfallen lassen?

Lydia Becker-Jax: Der Verein Gynergie, ein Verein des Gymnasiums, der von ehemaligen Eltern gegründet wurde, hat beispielsweise eine Scheibenfront in der Schule mit normaler Verglasung und einem Wärmeschutzglas ausgestattet. Dort können die Schüler unterschiedliche Temperaturen messen. Oder unser Umweltparlament, das sich aus Vertretern jeder Klasse und Stufe zusammensetzt, beschäftigt sich mit konkreten Umweltprojekten.

So wurde beschlossen, rote und grüne Punkte auf alle Lichtschalter im Schulgebäude zu kleben. Bevor die Schüler oder Lehrer den Schalter mit dem roten Punkt drücken, überlegen sie sehr genau, ob dieses Licht angeschaltet werden muss, weil die Lampen nah an den Fenstern hängen. Auf diese Art und Weise sparen wir viel Strom in der Schule, weil der rote Schalter seltener bedient wird.

Was wird in drei Jahren sein? Werden Sie die Schule rezertifizieren lassen?

Lydia Becker-Jax: Wir werden sicherlich Impulse zur Weiterentwicklung setzen, während wir unseren Standard beibehalten. Ein neues Projekt kann das sogenannte Junior Science Cafe sein, bei dem Schüler selbst einen Mint-Kongress organisieren. Dazu werden von den Schülern Fachleute in die Schule eingeladen. Aber dazu brauchen wir noch etwas Zeit.

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