Gymnasium Würselen begrüßt literarisch Gäste aus Fano

Von: Christoph Hahn
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Eine Lesung, die auch eine Begegnung war: Günther Sonnen, Direktor des Würselener Gymnasiums, eröffnete das deutsch-italienische Kulturereignis im Alten Rathaus. Foto: Christoph Hahn

Würselen. Direktor Günther Sonnen und seine Kollegen, die Mitarbeiterinnen der Stadtbücherei und Lyriker Jürgen Nendza tun ihr Bestes, um der Literatur neue Freunde zu werben. Ein „Poesieabend” im Kulturzentrum Altes Rathaus und ein Band mit Gedichten aus eigener Feder gehören zu diesem etwas anderen Unterricht.

Ab sofort hat diese Kulturarbeit eine deutliche europäische Note: Das Würselener Gymnasium unterhält seit kurzem, von der EU aus ihrem Comenius-Programm für zwei Jahre gefördert, eine Partnerschaft mit dem „Liceo Torelli” in Fano bei Pescara an der Adria-Küste.

Natürlich dürfen auch in dieser Partnerschaft literarische Aspekte nicht fehlen - besonders dann nicht, wenn Schüler und Lehrer aus Italien ihre deutschen Freunde besuchen. Und so kam es, dass je 22 Schüler aus beiden Nationen gemeinsam eine gut besuchte Lesung im Kulturzentrum Altes Rathaus gestaltet haben.

Symbolträchtig mag wirken, dass mit dem in Kalabrien geborenen und heute in Augsburg lebenden Gino Carmine Chiellino ein aus Italien stammender Dichter deutscher Sprache das Kulturereignis eröffnete - noch bevor Gymnasialdirektor Sonnen und Lyriker Nendza das Wort ergriffen.

Eine Lesung im klassischen Sinn war diese deutsch-italienische Zusammenkunft in Würselen sowieso nicht, sondern vielmehr eine Werkstatt für Verse und Ideen, bei denen Wörter zwischen beiden Sprachen hin und her flogen.

Sonnen und Nendza verstanden es trefflich, im Wechselspiel mit den Schülern aus Fano und den Gastgebern viel vom Wesen der Sprachen und was daraus wird, wenn es zur Übersetzung kommt, bloß zu legen.

Von der Originalversion ging es zur ersten Rohübersetzung, dann zum Feinschliff. In diesem Prozess gewannen die Gedichte ein Eigenleben, eine klangliche und rhythmische Natur, die sich in der Veränderung von einer zur anderen Sprache oft entscheidend veränderte.

Diese literarische Begegnung, begeisterte, weil sie auf einem Paradoxon fußt: Was Menschen normalerweise trennt, hat sie hier zusammengeführt - die Sprache.
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