Gymnasium soll zum blühenden Campus werden

Von: Karl Stüber
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Die Kunststoffbeschichtung des Sportplatzes weist Löcher auf. Das Gebäude der Hauptschule ist (noch) durch einen Zaun von dem Gelände des Gymnasiums getrennt. Foto: Karl Stüber
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Wenig einladend: Der Zugang zum Hauptteil des Gymnasiums führt von der Klosterstraße aus über eine in die Jahre gekommene Treppe an der Aula vorbei. Der Bereich soll neu gestaltet werden. Foto: Karl Stüber
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Mensa noch mit Bautüren aus Holz: Der Neubau steht zwischen Hauptgebäude und Turnhalle. Foto: Karl Stüber
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Der Schulhof des Gymnasiums soll umgestaltet werden und dadurch mehr Aufenthaltsqualität erhalten. Foto: Karl Stüber
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Trotz viel Moos nichts los: Die 100-Meter-Bahn ist in einem schlechten Zustand und lädt nicht zum Spurt ein. Foto: Karl Stüber

Würselen. Die Stufen des Treppenaufgangs zum Hauptgebäude des städtischen Gymnasiums an der Klosterstraße haben schon viele Schuhe gesehen – und bessere Zeiten. Metallschienen an den Kanten fehlen, der Zement ist an einigen Stellen brüchig geworden. Das hat Symbolcharakter. Die Gebäude des städtischen Gymnasiums sind sanierungsbedürftig. Die Energiekosten sind enorm.

Die Stadt will handeln und kräftig investieren – wenn die erhofften Zuschüsse des Landes auch wirklich fließen. Im Rahmen des Integrierten Handlungskonzepts (IHK), das 34 Millionen Euro umfasst, macht der Komplex Gymnasium mit 23,5 Millionen Euro den mit Abstand größten Anteil aus. Denn es soll nicht bei der bloßen Sanierung bleiben. Der Schulträger will ein modernes und zukunftsfähiges Gymnasium in Kooperation mit der Schulgemeinschaft schaffen. Mitte Februar hat sich eine Delegation der Bezirksregierung Köln in der Düvelstadt angesagt, um sich noch mal umzusehen und letzte Details des Förderantrags zu besprechen.

Bezirksregierung zu Gast

Auf dem Rundgang dürften die Gäste aus Köln erkennen, dass auch der Vorplatz der Aula keineswegs einladend wirkt. Fahrzeuge sind auf der Teerfläche abgestellt. Der Schulhof verfügt leider nicht über eine ansprechende Aufenthaltsqualität. Handballtore und ein paar Tischtennisplatten, kleine, einsame Bäume – ansonsten tabula rasa. Das reicht zum Austoben. Auf dem angrenzenden Sportplatz sieht es traurig aus, ist die Kunststofflaufbahn bemoost, im Spielfeld klaffen Lücken in der Beschichtung. Leere Fast-Food-Tüten, Dosen und Flaschen liegen herum und zeugen von nächtlichen Besuchergruppen. Der Wind hat achtlos weggeworfenes Papier in die Zäune geweht. Kurz vor den Weihnachtsferien haben hier Unbekannte mit Steinen das Fenster des Hausmeisterbüros beworfen und zwei Löcher in der äußeren Scheibe der Doppelverglasung hinterlassen. Der städtische Bedienstete blieb zum Glück unverletzt, stand aber unter Schock und musste einen Arzt aufsuchen.

In dem gegenüberliegenden Gebäude der auslaufenden Hauptschule wächst die neue Gesamtschule heran. Zum Schuljahr 2017/18 wird der dritte Jahrgang mehrzügig Einzug halten. Die Unterrichtsräume sind von der Kommune noch einmal hergerichtet worden, um die neue Schulform in Würselen bis zum Bau eines eigenen Gebäudes, das an der Krottstraße entstehen soll, zu beherbergen. Ein Zaun trennt beide Anlagen voneinander ab – noch.

„Wir wollen im Außenbereich Räume öffnen und Durchgänge transparent machen“, sagt Erster und Technischer Beigeordneter Till von Hoegen im Gespräch mit unserer Zeitung. Es soll Schluss sein mit verwinkelten und dunklen Ecken auf dem Gelände. Aber von Hoegen ist auch klar, dass trotz aller baulichen Verbesserungen und mehr Licht ohne verstärkte soziale Kontrolle Vandalismus nicht zu verbannen sein wird. Der Bereich solle schließlich der Allgemeinheit offen stehen.

Bürgermeister Arno Nelles (SPD) sprach zuletzt bei der Vorstellung des WLAN-Angebotes „free key“ für die Würselener Innenstadt sogar von einem Campus Gymnasium Würselen. Das soll wohl an die Qualitäten der Gesamtanlage einer Hochschule, an ein Universitätsgelände anknüpfen – inklusive Parkcharakter. Ein blühender Campus? Dann würde die Latte aber recht hoch liegen.

Laut Vorentwurf, der dem Antrag auf Förderung beiliegt und der mit der Leitung des Gymnasiums abgesprochen ist, aber noch konkretisiert werden muss, soll ein Atriumcharakter entstehen, werden auch Sitzflächen zum Verweilen geschaffen. Sollten die notwendigen Mittel für die IHK-Maßnahmen genehmigt werden – die Entscheidung soll noch vor den Landtagswahlen im Mai fallen –, würden in diesem Jahr die weiteren Vorbereitungen getroffen und in 2018 die Planung festgelegt. Im Jahre 2019 würden die Arbeiten ausgeführt. Neu gebaut werden soll eine Sporthalle in Nachbarschaft der Turnhalle. Für die Sanierung im Bestand belaufen sich die Kosten auf elf Millionen Euro. „Die Kernsanierung wird etagenweise stattfinden“, sagte Beigeordneter von Hoegen. In dieser Zeit dient der Komplex an der Lehnstraße als Ausweichquartier. Dabei sollen im mehrgeschossigen Hauptgebäude Klassen zu „integrativen Räumen“ umfunktioniert werden, wie von Hoegen erläutert. „Pro Etage fallen dadurch zwei Unterrichtsräume weg. Der Ausgleich wird im Gebäude der Hauptschule geschaffen.“ Angedacht sei dort ein Oberstufenzentrum. Das müsse aber noch in Workshops genauer betrachtet werden.

Diskussion um Stadtbücherei

Wichtig zur Erfüllung der Förderkriterien sei, dass das Erdgeschoss „quartiersbildend“ genutzt wird. „Da ist es egal, ob es sich um Bürgerbüros, Räume der Volkshochschule, eine Kunstakademie, ein Jugendzentrum oder ein Medienzentrum handelt“, sagte von Hoegen. „Dort sind viele Dinge denkbar“, nimmt er Dampf aus der Diskussion um die angedachte und sogleich umstrittene Verlegung der Stadtbücherei vom Alten Rathaus an die Lehnstraße. Zuletzt hatte sich der Förderverein Stadtbücherei dagegen ausgesprochen.

Angesichts der Sanierung des Gymnasiums und des Alten Rathauses ist die Stadtbücherei der kleinste Kostenfaktor, sagte von Hoegen. Allerdings sollte bis zum Besuch der Bezirksregierung im Februar klar sein, wie denn nun das Erdgeschoss genutzt werden soll.

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