Gymnasiastin reist in die Slums von Malabon

Von: Nadine Tocay
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Imke Steenweg vor einer Nachbildung der Slums von Malabons: Die Hütten wurden in der AG des Gymnasiums gebaut. Foto: Nadine Tocay

Herzogenrath. Für viele Schüler steht in den Sommerferien nur Entspannung auf dem Programm. Bei Imke Steenweg sieht das ganz anders aus: Die 18-Jährige wird einen Monat lang in die Slums von Malabon, einen Stadtteil von Manila auf den philippinischen Inseln, reisen.

Inmitten von Hygienemängeln und Obdachlosigkeit möchte die Elftklässlerin mit den dunklen Haaren und den blauen Augen mit Kindern aus den Slums arbeiten. An ihrer Schule, dem städtischen Gymnasium, gibt es seit vier Jahren eine Malabon-AG, die den Verein „Projektgruppe Malabon und Dritte Welt“ aus Übach-Palenberg mit schulinternen Aufklärungsaktionen unterstützt.

Seit einem Jahr nimmt auch sie dort teil. Ihr Stufenkoordinator, Bernd Esser, der auch der Schatzmeister des Vereins ist, brachte sie dann auf die Idee, sich das Geschehen mal aus nächster Nähe anzusehen. „Er fragte mich, warum ich nicht einfach mal dort hinfliege. Asien war eigentlich nie der Raum, wo ich mal hin wollte. Aber ich wollte auch mal eine komplett andere Kultur kennenlernen“, erzählt die junge Frau aus Boscheln mit ruhiger Stimme, während sie entspannt auf einem Sessel sitzt.

Die Kosten für die Flüge und die teure Impfprophylaxe werden vom Verein sowie von Spenden der Eltern und dem Förderverein der Schule übernommen. Ausgaben vor Ort gibt es beinah keine. Während ihrer Reise wird sie in einem Pfarrheim bei der Kontaktperson des Vereins, „Father Boy“, und einer Gastfamilie untergebracht. „Ich werde in Malabon Kinder vom Straßenkinderprojekt des Vereins betreuen, mit ihnen Hausaufgaben machen, spielen und essen“, erläutert sie.

Straßenkinderprojekt

Das Straßenkinderprojekt ist eine der Aktionen, die ins Leben gerufen wurden, um Kindern eine Schulbildung, warmes Essen und sauberes Trinkwasser zu ermöglichen. Doch auch wenn der soziale Aspekt bei Imke hoch im Kurs steht, geht es ihr nicht ausschließlich darum. Sie möchte auch die Kultur und Natur der Tropen kennenlernen. „Wir machen auch eine Bootstour zu einer Insel“, meint sie und lächelt. „Aber es soll dort auch sehr viele Mücken geben“, sagt sie weniger begeistert.

Besonders auf die Reise vorbereitet habe sie sich nicht. Da sie momentan den Trainerschein macht, um in ihrem Badminton-Verein Kinder trainieren zu dürfen, und Führerscheinstunden nimmt, bleibt auch nicht viel Zeit dazu. Ihre Freunde haben sich sehr für sie gefreut, als sie von dem geplanten Abenteuer erfuhren: „Manche meinten, dass ein Monat ja ganz schön lang sei, aber eigentlich fanden es alle cool.“

Am Mittwoch beginnt ihre Reise – eineinhalb Wochen vor den Ferien. In dieser Zeit wird sie vom Unterricht befreit; rund zweieinhalb Wochen der Reise fallen in die Ferienzeit. Während ihres Aufenthalts in Malabon wird die Schülerin einen Blog schreiben. Der wurde von der Schule extra eingerichtet. „Ich habe vor, regelmäßig zu posten, aber das kommt natürlich auch darauf an, wie das mit dem Internet dort aussieht“, sagt sie und lacht. Im Rhythmus von zwei bis drei Tagen könne man mit Neuigkeiten rechnen.

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