Herzogenrath - Gymnasiasten setzen „Grenzgänge“ in Szene

Gymnasiasten setzen „Grenzgänge“ in Szene

Von: mabie
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Das Trio Matthias Zachel, Karin Frohn und Anton Kamps (v.l.) sorgte für Musik und machte damit eigene Grenzerfahrung. Foto: Markus Bienwald
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Ausstellung im Klösterchen: Kunst aus der Farbmalmaschine sorgte für manch näheren Blick der Betrachter.

Herzogenrath. „Bis hierhin und nicht weiter!“ Dieser Ausspruch dürfte für Schüler des Städtischen Gymnasiums Herzogenrath spätestens seit dem letzten Themenabend mit der Überschrift „Grenzgänge“ im soziokulturellen Zentrum „Klösterchen“ kaum noch Bedeutung haben.

Denn in der inzwischen zweiten Zusammenarbeit zwischen der Schule und dem Zentrum haben die Schüler nicht nur ihr aktuelles, gleichnamiges Jahresthema eindrucksvoll umgesetzt. Sie haben sich selbst gerne neuen Herausforderungen gestellt, sind entlang der eigenen Grenzen gewandert und haben sie überschritten. „Es ist wichtig, dass man sich traut, Grenzen zu überwinden“, meint zum Beispiel Matthias Zachel. Seine Herausforderung war es, sich mit Karin Frohn und Anton Kamps erstmals gemeinsam auf eine Bühne zu stellen, um Musik zu machen.

Gitarre, Cajon und Stimme waren nicht das Problem, eher schon ein wenig Lampenfieber, zumal das Trio den Abend eröffnete. Aber alles war gut, die gut 50 Gäste zeigten sich begeistert, und am Applaus mangelte es auch nicht. Und nach dem letzten Ton war Matthias sehr zufrieden. „Es ist immer gut, Grenzen zu erfahren“, fand er. Gedankliche Schranken zu überwinden, das hatte sich Bandkollege Anton vorgenommen. Gemeinsam mit anderen setzte er den filmischen Ausklang des Abends um.

„Wir haben alle eine Geschichte“ war der überschrieben. „Die Idee dahinter war ganz einfach: Wir wollten nur zeigen, dass Flüchtlinge keine Leute sind, vor denen man Angst haben sollte“, erzählt Anton Kamps. In dem Kurzfilm, der gemeinsam mit dem beeindruckenden Film „Das Gedächtnis der Region“ die filmischen Beiträge des Abends bildete, zeigte auf simple Weise, wie viele Menschen gerade in unserer einst vom Bergbau geprägten Region einen Migrationshintergrund haben. „Dazu haben wir Eltern oder Großeltern nach ihrer Herkunft gefragt, und zeigen so, dass die Aufnahme von Menschen mit anderem kulturellen Hintergrund in unserer Gesellschaft ganz normal ist“, schließt Anton Kamps.

Und natürlich wurde dem Thema Flucht noch mehr Raum gegeben bei dieser gelungenen Veranstaltung. Günter Raad beteiligt sich beispielsweise an einer interaktiven Wandzeitung zum Thema, bei dem Wünsche und Assoziationen willkommen waren. Dazu banden die Schüler weitere künstlerische Beiträge ein, zum Beispiel Collagen oder die spannenden Ergebnisse von Farbmalmaschinen.

Spätestens in der Cafeteria wurde dann übrigens schon darüber nachgedacht, wie das Thema weiterhin Eingang in die schön umgesetzte Zusammenarbeit zwischen dem Gymnasium und dem „Klösterchen“ finden kann, um weiterer Grenzgänge zu ermöglichen.

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