Herzogenrath - Gutachter haben „leichte Zweifel“: Bau des Solarparks 2 verzögert sich

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Gutachter haben „leichte Zweifel“: Bau des Solarparks 2 verzögert sich

Von: Beatrix Oprée
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So wie hier im Solarpark 1 sollte es auch schon im Hochfeld aussehen: Doch noch steht nicht zu 100 Prozent fest, ob das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) voll zieht. Foto: Beatrix Oprée
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Ökopunkte zum Ausgleich: Gleich drei Äcker sind in Obstbaumwiesen umgewandelt worden.

Herzogenrath. Eigentlich sollte zum April/Mai schon mit der „Sonnenernte“ begonnen werden im Solarpark Nummer 2, für den zurzeit im Tagebau Hochfeld der Nivelsteiner Sandwerke der Boden bereitet wird. „Bis kurz vor Weihnachten“, so erläutert Sandwerke-Inhaber Charles Russel auf Anfrage, „besagte das Gutachten denn auch zu 100 Prozent, dass das Vorhaben gemäß Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) förderfähig ist“.

Dann jedoch habe die Gutachterin leichte Zweifel bekommen, eine weitere Prüfung wurde beauftragt, zudem ein weiteres Gutachten geschrieben. Und auch diese setzten nur auf 99-prozentige Sicherheit. „Da die Stadt Herzogenrath und die EWV mit im Boot sind und nicht ich als Privatunternehmer alleine handele“, so Russel, „sollte 100-prozentige Sicherheit gegeben sein.“

So ist jetzt die in Berlin ansässige Clearingstelle EEG eingeschaltet worden. Diese Institution wurde 2007 durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) errichtet und wird jetzt durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi) betrieben, als „neutrale und unabhängige Einrichtung zur Klärung von Streitigkeiten und Anwendungsfragen des EEG“ und eigenen Aussagen gemäß „keinen Weisungen unterworfen“.

Sowohl der Betreiberfirma „Green solar Herzogenrath“ – Anteilseigner: n.s.w. Energy, Tochtergesellschaft der Nivelsteiner Sandwerke und Sandsteinbrüche GmbH, sowie die EWV und die Stadt Herzogenrath – als auch Enwor als Netzbetreiber sei daran gelegen, 100-prozentige Förderfähigkeit garantiert zu bekommen, sagt Russel. Der entsprechende Vertrag mit der Clearingstelle ist am Samstag unterzeichnet worden. Bisher gebe es in dieser Frage keine Präzedenzfälle, geben sich Russel und EWV-Projektmanager Dr. Matthias Betsch jedoch „vorsichtig optimistisch“, dass die Sonnenernte in diesem Jahr noch beginnen kann.

Sobald das „Go“ aus Berlin komme, würden die rund 20.000 Photovoltaik-Module geordert, für deren Kauf es bisher nur einen Vorvertrag gibt. Bis Mitte Mai sollen die Erdarbeiten auf rund 35.000 Quadratmetern im Hochfeld abgeschlossen sein. Rund 3,7 Millionen Euro netto sind als Investitionssumme für die Zweitanlage errechnet, die eine Leistung von 4000 Megawatt peak erbringen soll.

Derweil sind die Ausgleichspflanzungen für den Bau der ersten viel größeren Anlage erfolgt, 400.000 Ökominuspunkte galt es wettzumachen: 200 Obstbäumchen und 4000 Sträucher sind auf drei Ackerflächen jenseits des Finkenrather Wegs gepflanzt worden. Ein Überhang von 60.000 Punkten soll mit den zu erwartenden Minuspunkten aus dem Bau von Solarpark 2 verrechnet werden.

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