„Gut leben mit Demenz“: Auftaktveranstaltung findet große Resonanz

Von: Christoph Hahn
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Informierten in der Burg Baesweiler über das Leben mit demenzerkrankten Menschen: Koordinatorin Heike Heinen (l.) und Referentin Brigitte Schröder. Foto: Wolfgang Sevenich

Baesweiler. Wie viele Menschen in einen verhältnismäßig kleinen Raum passen: Am Samstagmorgen haben es Beobachter in der Baesweiler Burg ganz genau sehen können. Denn das Interesse an der Auftaktveranstaltung der Reihe „Gut leben mit Demenz“ gestaltete sich so positiv, dass Koordinatorin Heike Heinen und Referentin Brigitte Schröder laufend nachbestuhlen mussten.

Schon zu Beginn der Folge von Filmvorführungen, Referaten und mehr wurde deutlich: Mit diesem Angebot treffen die Stadt Baesweiler und das Deutsche Rote Kreuz, bei dem die Koordinatorin im Zuge eines vom Bund finanzierten Programms angestellt ist, den Nerv vieler Bürger.

Bürgermeister Dr. Willi Linkens als Schirmherr sprach dann auch in seiner Eröffnungsansprache von einem „Thema, das viele interessiert“. Die Dringlichkeit der Veranstaltungen stand für den Chef im Rathaus völlig außer Zweifel: „Die Zahl der Erkrankungen wird erheblich steigen.“

Niedrigschwelliges Angebot

Ganz unverblümt freute sich auch Heike Heinen über die positive Resonanz: „Wir sind total glücklich, dass das Angebot einen solchen Anklang gefunden hat.“ Sie betonte zudem, worauf es den Organisatoren ankommt: Die Ausrichter wollen ein niedrigschwelliges Angebot machen, die geballte Information über Demenz biete „genau das, was Menschen brauchen“.

Dass es dabei ganz und gar nicht abgehoben und von oben herab, sondern auf eine Menschen zugewandte und freundliche Art zugeht, machte Brigitte Schröder in ihrem Beitrag deutlich. Ihr Referat war im Grunde kein strikt durchgezogener Vortrag, sondern eher eine Art Wechselgesang mit den Zuhörern. Denn immer wieder unterbrach die Lehrerin an der Würselener Schule für Pflegeberufe, die dem Medizinischen Zentrum (MZ) der Städteregion angegliedert ist, ihre Ausführungen und nahm sich Zeit für den Dialog mit Angehörigen Demenzerkrankte und half ihnen so, die mehr oder minder leidvollen Erfahrungen einzuordnen.

Mit der Herleitung des Begriffs „Demenz“ („Das ist wie Lochfraß im Hirn“) aus dem Lateinischen war Schröder ebenso schnell bei der Hand wie mit der praktischen Erklärung, wie sich die Krankheit zum Beispiel beim Fortbewegen („Rein mechanisch ist alles okay, aber der Kopf weiß nicht mehr, wie es geht“) auswirkt. Die Patienten seien somit „nicht mehr alltagstauglich“, wertete die Fachfrau.

Darüber hinaus lenkte Brigitte Schröder die Aufmerksamkeit des Publikums in der Burg auf eine weitere Facette der Demenz: „Das Erste, wodurch das auffällt, ist, dass das Kurzzeit-Gedächtnis löchrig wird.“

Im Umgang mit Kranken riet die Expertin dann dazu, Alzheimer-Kranke („Das ist eine Form von Demenz“) nicht mit bohrenden Fragen oder gar Vorwürfen zu bedrängen: „Ich belasse den Menschen, wo er ist.“ Und auch ein Fünkchen Hoffnung hatte Schröder Im Angebot: „Alles, was mit Gefühlen zu tun hat, ist dann immer noch da.“

www.wegweiser-demenz.de

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