Gut Kaisersruh soll wieder aufgebaut werden

Von: Beatrix Oprée
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Die Ruine von Gut Kaisersruh, Krefelder Straße, an der Stadtgrenze zu Würselen.
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In neuem Glanz: Stil- und maßstabsgetreu sollen das Herrenhaus und das dahinter befindliche einstige Kutscherhaus wieder hergestellt werden. Entwurf: Studio Makarowski
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Kaisersruh 1971 kurz vor der geplanten Restaurant-Eröffnung

Würselen/Aachen. Neues Leben in alten Mauern – schon mehrfach ist diese hoffnungsfrohe Botschaft für das altehrwürdige Gut Kaisersruh an der Bundesstraße 57 verkündet worden. Immer wieder aber scheiterten Vorhaben, die einst so stolze Immobilie in neuer Pracht auferstehen zu lassen.

Mittlerweile müssen die Reste der klassizistische Fassade des Haupthauses von massiven Trägern gestützt werden, zeugen nur noch die dorischen Säulen am Portikus von der einstigen Herrlichkeit.

Jetzt aber gibt es neue, sehr konkrete Pläne, Gut Kaisersruh wieder aufzubauen – und zwar stil- und maßstabsgetreu: Ein repräsentativer Bürokomplex mit rund 1700 Quadratmetern Nutzfläche soll hier entstehen, mit bester Anbindung ans Oberzentrum Aachen und die Autobahn.

Neuer Eigentümer ist der Aachener Unternehmer Franko Neumetzler, der im Jahr 2007 die SLV-Gruppe in Übach-Palenberg verkauft hat und seither nach eigenen Angaben als Privatier und Investor in vielen Objekten tätig ist. Das „Haus Fastrada“ in Aachen, edles Wohnen auf Zeit im ehemaligen Versorgungsamt an der Schenkendorfstraße, vornehmlich von Studenten genutzt, ist solch ein Projekt. 2011 wurde der stattliche Bürokomplex komplett entkernt und als Wohnhaus neu aufgebaut.

Dieses erfolgreiche Konzept soll nun auch auf Kaisersruh appliziert werden. Seit Ende des vergangenen Jahres liegt die Baugenehmigung vor, seit Januar ist sie rechtskräftig. Bereits innerhalb der kommenden drei Monate soll mit den Bauarbeiten begonnen werden. Rechtzeitig vor Beginn der Vogelschutzzeit sind noch die nötigen Rodungsarbeiten vorgenommen worden, denn die Ruine war im Laufe der Jahre ringsum kräftig zugewachsen. Der Aufbau erfolgt in enger Kooperation mit der Unteren Denkmalbehörde. Zu den Auflagen gehört der Erhalt der noch stehenden Mauern und des Eingangsportals, wie Neumetzler darlegt.

Das marode Gemäuer wird mit einer neuen Mauer hinterfüttert und verzahnt. Und genauso wie es einmal war, inklusive der Stuckarbeiten über den Fensterstürzen sowie der Rankenmotive auf der Fassade, wird der Rest des einstigen Gebäudes drumherum gebaut. Das Archiv der Denkmalbehörde ist den Architekten des Geilenkirchener Studios Makarowski dabei eine wertvolle Hilfe gewesen, wie Neumetzler darlegt. Eine Erkelenzer Fachfirma für Denkmalentwicklung wird die äußere Hülle des Gebäudekomplexes errichten, dessen Inneres nach modernsten Standards ausgebaut wird.

Ein schlichter Zwischenbau mit goldener Keramikfassade soll schließlich das dreigeschossige Herren- mit dem rückwärtigen zweigeschossigen Kutscherhaus an der Küttgensallee verbinden.

Auch die Gartenanlage werde wieder aufblühen, inklusive eines alten Wandbrunnens, der in einem sehr desolaten Zustand sei, aber zu den Auflagen der Denkmalschützer gehöre, wie Franko Neumetzler erläutert.

Jenseits des Kutschenhauses sind Parkplätze für die neuen Nutzer konzipiert. Vornehmlich soll das Fastrada Family Office einziehen, samt einiger von dort gesteuerter Beteiligungen. Auf dem Rest der Flächen sind „artverwandte Unternehmen“ willkommen.

Gut zwei Jahre Bauzeit hat der Investor veranschlagt. Und eine Bausumme von rund 6,5 Millionen Euro. „So etwas kann man nur mit der nötigen Portion Herzblut machen“, legt er unserer Zeitung dar. „Dies ist kein Invest, mit dem man das große Geld machen kann.“ Neumetzler kennt das Anwesen wie es einst ausgesehen hat, „es war einmal eines der schönsten Häuser in der ganzen Aachener Region!“ Und genau diesen Glanz würde er schon bald gerne wieder erstrahlen lassen.

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