Günter Kuckelkorn: Zukunftsfähiges Sportzentrum muss her

Von: Karl Stüber
Letzte Aktualisierung:
10718079.jpg
Er will den von der CDU ins Spiel gebrachten Ball wieder aus dem Spiel nehmen: Günter Kuckelkorn (Stadtsportverband.) Fotos (2): Karl Stüber Foto: Karl Stüber

Würselen. Ja, er hat im Würselener Stadtrat mitgearbeitet, für die CDU. Jahrelang war er Sprecher seiner Fraktion im Sportausschuss. Er weiß, wie Politik läuft – oder laufen sollte. Aber was seit Jahren in Würselen in Sachen Sport abläuft, kann er nicht (mehr) verstehen - sagt Günter Kuckelkorn.

Seit langem engagiert er sich für den (Vereins-)Sport seiner Heimatstadt. Und er ist Vorsitzender des Stadtsportverbandes Würselen. Nun geht es mit seiner Geduld zu Ende, erklärt er im Gespräch mit unserer Zeitung im Vereinsheim des VfR Würselen. Draußen auf dem Platz werden Nachwuchsspieler trainiert. Eltern schauen ihrem Nachwuchs zu. Ein Trainer bringt gerade den Kleinen lautstark bei, dass sie nur als Mannschaft bestehen können und gleichzeitig loslaufen und ankommen sollen. Der Weg zum guten Kicker ist eben weit …

Kuckelkorn kommt drinnen richtig in Fahrt: Seit Jahren fehlen aus Sicht der Sport treibenden Vereine in Würselen Kunstrasenplätze gerade für den Trainingsbetrieb von Fußballvereinen, eine auch für Wettkämpfe geeignete 400-Meter-Lauf und angemessene Hallen. Aber die lernen Sportler aus Würselen bei Wettbewerben und Turnieren nur in umliegenden Städten kennen, wie Kuckelkorn bedauert. Nicht in Würselen.

Kein Votum zur Gesamtschule

Im Zuge der aktuellen Diskussion um den Standort für die neue Gesamtschule ist ihm der Kamm endgültig geschwollen. Aus dem politischen Streit um den endgültigen Standort der Bildungseinrichtung halten sich Kuckelkorn und der Stadtsportverband raus, betont er. Zu der Frage, ob denn für die neue, derzeit noch in den Räumen der auslaufenden Hauptschule provisorisch untergebrachten Gesamtschule die ebenfalls in wenigen Jahren leer stehende Realschule an der Tittelsstraße saniert und erweitert oder an der Krottstraße bzw. neben dem Aquana ein Neubau errichtet werden soll, positioniert sich Kuckelkorn nicht.

Aber umso klarer hat der Stadtsportverband gegenüber der Kommune „zu den sportrelevanten Aspekten“ im Zusammenhang mit dem Standort der Gesamtschule Position bezogen. Dabei geht es Kuckelkorn nicht darum, Schule und Sport gegeneinander zu stellen oder aufzuwiegen. Ausdrücklich weist der Würselener Stadtsportverband die Stadt Würselen auf die „Verzahnung von Schul- und Vereinssport“ hin. Unter Berufung auf das Schulministerium des Landes wird hervorgehoben, dass Schulsport „wesentlicher Bestandteil des gesellschaftlichen Bildungsauftrags“ ist, „der nur in enger Kooperation mit Bildungspartnern wie Sportvereinen geleistet werden kann“. Dazu gehöre auch das Einbeziehen der Sportvereine in den Ganztagsbetrieb von Würselener Schulen.

Die seit Jahren angemahnten Sporteinrichtungen seien zwar „unabhängig von der Entscheidung über den zukünftigen Schulstandort der Gesamtschule zu berücksichtigen“. Aber Schule und Sport könnten bei der Planung und Realisierung dringend benötigter Sportstätten gut unter einen Hut gebracht werden – wenn Rat und Verwaltung dies auch wollten. Die konkrete Forderung: „Die Entwicklung eines zukunftsweisenden Sportzentrums ist nach Auffassung des Stadtsportverbandes nur im Bereich des Aquana realisierbar.“ Die diskutierten Standorte für die Gesamtschule werden vom Stadtsportverband nur unter Aspekten des Sports bewertet. So würde am Standort „Am Wisselsbach“, also an der Realschule, der Bau einer Zweifach-Sporthalle zunächst eine Entlastung für fehlende Sporthallen bedeuten. Für eine langfristige, zukunftsfähige Sportlandschaft in Würselen würde dies aber einer weiteren Dezentralisierung Vorschub leisten. „Auf die fehlende Anlage einer 400-m-Umlaufbahn mit Rasenplatz wäre auch hier nicht zu verzichten.“

Bei Neubau der Gesamtschule an der Krottstraße würde der Wegfall der Aschenplätze des VfR Würselen den Bau neuer Sportplätze (Kunstrasenplätze) notwendig machen. Dabei wäre am Aquana besagtes Sportzentrum sinnvoll, welches mit 400-m-Umlaufbahn plus innen liegendem Rasenplatz sowie zwei Kunstrasenplätzen ausgestattet sein müsste. Der Bau einer zusätzlichen Sporthalle könnte am Aquana ebenfalls mittelfristig realisiert werden.

Positive Beschlüsse fassen

„Eine stufenweise Entwicklung dieses Sportzentrums wäre für den Stadtsportverband vorstellbar“, heißt es mit Blick auf die finanziellen Möglichkeiten der Kommune. Angesichts der offensichtlichen Bereitschaft der Stadt, für eine Gesamtschule gegebenenfalls weit über 30 Millionen Euro auszugeben, würde das beschriebene Sportzentrum nur einen Bruchteil dessen kosten. Erwartet wird von der Politik, den Überlegungen der organisierten Sportler Rechnung zu tragen und „positive Beschlüsse“ zu fassen – auf dass „unsere Sportvereine in Würselen ebenso gut aufgestellt sind wie die anderen Kommunen in der Städteregion Aachen“, spielt Günter Kuckelkorn den Ball der Stadt Würselen zu, die nun das Runde endlich in das Ecke bringen müsse. Der Stadtrat soll endlich entscheiden: Ja, wir wollen ein neues Sportzentrum. Ja, wir wollen die Umlaufbahn. Und dann soll die Verwaltung das umsetzen. So habe Politik zu laufen, sagt CDU-Mann und Stadtverbandsvorsitzender Günter Kuckelkorn.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert