GSG baut neuen Kindergarten in Ofden

Von: Karl Stüber
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Die Stadt Alsdorf lässt die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (GSG) am Rande des Ofdener Festplatzes einen Neubau mit drei Gruppen errichten. Foto: Karl Stüber
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Offen ist noch, wie es auf dem Areal der Evangelischen Gemeinde Alsdorf in Ofden konkret weitergeht. Bislang soll der Kirchturm erhalten bleiben. Foto: Karl Stüber
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Die Tage des evangelischen Kindergartens in Ofden sind offenbar gezählt. Foto: Karl Stüber

Alsdorf. Die Zeit drängt – und die Stadt Alsdorf macht entsprechend Tempo. Bis Ende 2016 ist das Provisorium mit Containern am Evangelischen Kindergarten zur U3-Betreuung in Ofden genehmigt. Bis zu diesem Zeitpunkt muss also nach Stand der Dinge eine Nachfolgeregelung für den Kindergarten und den Trägerverein EVA gefunden sein.

Es sei denn, dass hier noch mal eine weitere „Duldung“ der Containerlösung bis zur Fertigstellung des Neubaus durch den Landschaftsverband Rheinland und das Landesjugendamt gewährt wird.

78.000 Euro pro Jahr

Der Verein EVA soll auch nach dem Rückzieher der Evangelischen Gemeinde Alsdorf, die doch nicht ihren finanziellen Anteil zum Neubau unter ihrer Federführung aufbringen konnte, Vertragspartner der Stadt Alsdorf bleiben und Mieter des Neubaus werden, wie Bürgermeister Alfred Sonders auf Nachfrage unserer Zeitung bekräftigte. Deshalb will die Stadt auch über 2016 hinaus die eigentlich vom „armen Träger“ EVA jährlich aufzubringenden rund 78.000 Euro übernehmen. Dies war ursprünglich an die Bedingung geknüpft, dass die Evangelische Kirche in den Nachfolgebau investiert. Dazu kommt es nicht mehr. Nun müssen neue Verträge ausgearbeitet werden.

Mit Blick auf die Sicherstellung auch der U3-Betreuung in Ofden hat die Stadt Alsdorf das Heft in die Hand genommen. Nun wird die Gemeinnützige Siedlungsgesellschaft (GSG) den neuen Kindergarten errichten. Dies hat die Gesellschafterversammlung mittlerweile wunschgemäß so beschlossen, wie Sonders sagte. Die GSG hat Erfahrung mit solchen Projekten. So wurde von dieser städtischen Gesellschaft die Kindertagesstätte auf dem Annagelände errichtet.

„Große Lösung“ im Blick

Die Architekten der GSG, so der Bürgermeister weiter, konzeptionieren nun den Neubau. Klar ist, dass es von vorneherein eine drei Gruppen umfassende Einrichtung wird. Die „große Lösung“ wird mit Blick auf Neubaugebiete und die zu erwartende steigende Nachfrage nach Betreuungsplätzen angestrebt – wie etwa das ehemalige Gelände des Vereins für allgemeine und berufliche Weiterbildung (VabW), aber auch die im nächsten Jahr frei werdenden Flächen von Gymnasium und Realschule in Ofden. Beide Schulen werden dann in das bis dahin fertiggestellte Kultur- und Bildungszentrum (KubiZ) auf dem Annagelände ziehen.

Im Stadtentwicklungsausschuss war zu erfahren, dass der neue evangelische Kindergarten in Ofden eingeschossig sein soll. Ein Teil der Festwiese Ofden, die unmittelbar nördlich an die Bonhoefferstraße grenzt, wird von der Stadt Alsdorf an die GSG verkauft, um das Projekt dort zu realisieren. Baurechtlich wird die Fläche, die bislang die Zweckbestimmung „Spielplatz sowie Fest-/Dorfplatz und Freiluftveranstaltungen“ hatte, zur „Fläche für den Gemeinbedarf“ umgewidmet.

„Es bleibt genügend Platz für Veranstaltungen auf der restlichen Festwiese“, betont der Bürgermeister. Raum für Bedenken und Anregungen wird eingeräumt. Der Stadtentwicklungsausschuss hat die Verwaltung beauftragt, eine entsprechend frühzeitige Bürgerbeteiligung zum Bebauungsplan zu organisieren. Dabei dürften auch Verkehrserschließung und Parkplätze Thema sein. „Angefahren“ werden soll der Neubau nördlich aus Richtung Theodor-Seipp-Straße über eine Stichstraße, die gleichzeitig als Zufahrt zu den rückwärtigen Garagen auf den Grundstücken entlang des Algenweges dient. Dort sollen neben den für die Kita notwendigen Parkplätzen (3) weitere öffentliche Stellplätze (insgesamt 17) zugeordnet werden.

Wie wird die neue dreigruppige Kita mit 18 U3-Plätzen in Ofden finanziert? Ein Förderantrag ist bereits beim Land NRW fristgerecht gestellt worden, wie Sonders betonte. Dabei hat die Stadt aber neben dem Projekt in Ofden (an Stelle zwei) auch die Schaffung von sechs U3-Plätzen am Familienzentrum in Kellersberg (Rang eins) und von jeweils sechs weiteren in der Einrichtung St. Mariä Empfängnis und der Einrichtung St. Barbara in der Broicher Siedlung (Rang drei und vier) zur Förderung beantragt.

Fördermittel werden erwartet

Auf die Projekte in Kellersberg und Ofden sollen die vom Land als Kontingent in Aussicht gestellten knapp 292.000 Euro verteilt werden. Sollte es mehr als den vom Land in Aussicht gestellten Förderbetrag geben, sollen die Vorhaben an Rang drei und vier berücksichtigt werden. Die Erstellungskosten der neuen Kita in Ofden wird also die GSG stemmen bzw. vorfinanzieren müssen.

Angesichts dieser Vorgehensweise entstehen der Stadt Alsdorf keine Kosten, wie es seitens der Verwaltung hieß. Ergänzend müsste es heißen: Ganz im Gegenteil. Es fließt durch den Verkauf des städtischen Grundstücks Geld in die Stadtkasse. Die GSG erhält ihr Invest über die Miete bzw. Nutzung zurück.

Bleibt die Frage, was denn die Evangelische Kirchengemeinde Alsdorf mit den Flächen anstellt, auf denen derzeit noch die bereits entwidmete Paul-Gerhardt-Kirche, Pfarr- und Jugendheim sowie Pfarrhaus stehen. Zuletzt war die Rede von barrierefreien Wohnungen.

Der Kirchturm sollte stehen bleiben – mit Blick auf die städtebaulichen Bedeutung und weil Mobilfunkanbieter dort gegen gutes Geld Sendetechnik installiert haben. Nach Fertigstellung des neuen Kindergartens einige Meter weiter am Rande der Festwiese werden Kinder und Personal des alten evangelischen Kindergartens dorthin spätestens gegen Ende des Jahres 2016 umziehen und auch dieses Gelände zur Disposition stehen.

Die Vermarktung der Flächen ist für die Evangelische Gemeinde wichtig, um ihre finanziellen Engpässe zu überwinden.

Auf Nachfrage sagte der Baukirchmeister der Evangelischen Gemeinde, Franz-Willi Jansen, dass die Gemeinde auf Grund der aktuellen Entwicklung mit dem Bürgermeister und der Verwaltung ein Abstimmungsgespräch führen möchte, um den Bebauungsplan entsprechend anzupassen. Der kann aber nur geändert werden, wenn die Gemeinde bis dahin in Abstimmung mit dem Kirchenkreis klare Vorstellungen entwickelt hat. Hieran wird gearbeitet, wie Jansen sagte.

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