Gruppe ist eine starke Erfahrung für Jungs

Von: Jule Klieser
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Haben eine spannende Zeit erle
Haben eine spannende Zeit erlebt in der Jungengruppe der Beratungsstelle: (v.l.) Tobias, Robin, Manuel, Kevin und Ricardo. Foto: Jule Klieser

Alsdorf. Jungs müssen cool sein und immer stark, dürfen keine Schwächen zeigen. Diesen Anspruch haben sie jedenfalls oft an sich selbst. Dass sie auch mal „Nein” sagen und dem Gruppendruck widerstehen können, haben acht Jungen in der Jungengruppe „Jungen unter sich” erlebt.

Bei einem Nachtreffen mit einigen Eltern ließen sie per Video Erinnerungen Revue passieren. Zwischen zwei Bäumen hängen an Seilen Holzstreben in großer Höhe, alles sehr wackelig. Zwei Jungs, angeseilt und mit Helm, klettern daran empor. Das erfordert Mut und macht die Jugendlichen stolz, wenn sie es geschafft haben. Aber es sind auch Jungen dabei, die Höhenangst haben oder sich nicht in schwindelnde Höhen trauen. Auch sie brauchen Mut zu sagen, „ich bleib unten” und darauf zu vertrauen, dass sie von den anderen trotzdem respektiert werden.

Positive Erfahrung

Von November bis März findet jedes Jahr die Jungengruppe für 11- bis 12-Jährige statt, der Katholischen Beratungsstelle gemeinsam mit der Mobilen Jugendarbeit der Stadt Alsdorf und dem städtischen Kinder- und Jugendtreff „Altes Rathaus”. Sozialpädagoge Christoph Pott und Sozialarbeiter Hartmut Krombholz begleiten die Jungs auf diesem Stück Weg bei verschiedenen Aktivitäten, die sich einmal pro Woche im Jugendtreff oder draußen abspielen.

„Es hat mir gut gefallen - außer, wenn welche gestritten haben”, beschrieb Ricardo seine Erfahrung. Er fand es gut, einmal ohne Eltern etwas zu unternehmen. „Zu dritt in einem Zimmer zu schlafen und Quatsch machen”, hat Tobias besonders gefallen. Seine Mutter fand es mutig, dass er teilgenommen hat, „von zu Hause weg, und das, obwohl sich die Jungs untereinander noch nicht kannten.” „Mein Sohn ist offener geworden”, bestätigt eine andere Mutter die positive Erfahrung. „Die vielen unterschiedlichen Spiele, mal auf engem Raum, mal mit viel Platz”, haben Manuel besonders angesprochen. „Dass man Sachen als Team unternommen hat”, gefiel Ricardo. „Mein Sohn hat sich in der Gruppe selbst gut kennen gelernt und konnte auch sehen, dass er nicht alleine ist mit seinen Emotionen”, erzählt eine Mutter. Die Gruppe sei eine gute Erfahrung für die Jungs. Sie könnten sich gegenseitig Mut zusprechen und hätten Selbstbewusstsein gewonnen.

Soziales Kompetenztraining

„Es ist nicht wichtig, dass man alles schafft”, fasst Sozialarbeiter Krombholz zusammen. „Die Jungen sollen ausdrücken, was sie selber wollen und was nicht.”

„Soziales Kompetenztraining, Einüben von Eigenverantwortung und Ausdauer, Gewaltprävention, Erlebnispädagogik und Sport”, heißen die pädagogischen Stichworte des Gruppenprojekts. In einem kleinen Rahmen werden die Eltern einbezogen, denn Erziehungsberater Pott hat in Gesprächen „viele Eltern als engagiert aber gleichzeitig auch als ausgesprochen ratlos” erlebt. Eltern seien manchmal nicht darauf vorbereitet, dass mit elf Jahren schon die Pubertät beginnt und sie wünschten sich mehr professionelle Angebote für Jungen. „Sie sind überrascht und sehr verwundert, dass es ganz viel Positives über ihre Jungen zu erzählen gibt”, berichtet Pott aus seiner zehnjährigen Zeit in der Jungenarbeit. „Es gibt immer einen liebevollen Umgang miteinander, rau aber herzlich. Es herrscht viel Humor”, nennt er Beispiele.

Pott kennt die gegensätzlichen Pole der Jungen in diesem Alter. Konzentration, Ruhe bewahren und Zuhören falle ihnen oft schwer, doch sie könnten auch im Kreis sitzen und einander zuhören. Sie hätten ein ausgeprägtes Gerechtigkeitsgefühl, gleichzeitig gebe es Jungs, die ihre Eltern belügen, Unterschriften fälschen oder einbrechen. „Auf der abschließenden Wochenfahrt bringt so mancher Macho sein Kuscheltier mit und bekommt Heimweh.”

Neue Gruppe ab November

Informationen zur Jungenarbeit und einer neuen Gruppe im November in Alsdorf gibt es bei der Katholischen Beratungsstelle für Eltern, Kinder und Jugendliche unter der Telefonnummer 02404/26088 oder bei der Mobilen Jugendarbeit, Telefonnummer 02404/5965049.
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