Grundschule Pannesheide: Verschärfte Brandschutzbestimmungen

Von: Beatrix Oprée
Letzte Aktualisierung:
10617830.jpg
Vom Obergeschoss direkt auf den Schulhof: Die Gerüstbauer haben sich ins Zeug gelegt. Foto: Beatrix Oprée
10617831.jpg
Auch die Schreinerarbeiten für die Steighilfen über die Fensterbrüstungen hinweg sind fertig. Foto: Beatrix Oprée
10617832.jpg
Unterdessen gibt es unter Ägide von Schulleiterin Monika Wallbrecht noch jede Menge zu transportieren, respektive auszulagern. Foto: Beatrix Oprée

Herzogenrath. Kurz vor Ende der Sommerferien gibt es in Schulen immer viel zu tun – neue Schüler, neue Stundenpläne, neue Raumzuteilungen. An der Grundschule in Pannesheide kommt in diesen Tagen ein ganz anderer Aspekt hinzu: Der Brandschutz muss angepasst werden.

Und zwar in ungeahntem Ausmaß, während der Ferien waren einige Räume sogar vorsorglich stillgelegt worden. Neue, strengere Auflagen sind dafür ausschlaggebend. Aber auch Nutzungsänderungen in der in vielen Jahren um Ergänzungsbauten gewachsenen Schule. Seit 1995 werden hier Kinder mit und ohne Behinderungen unterrichtet, und seit 1998 gibt es jahrgangsübergreifende Klassen.

Bei der jüngsten der alle sechs Jahre wiederkehrenden Überprüfungen – zusammen mit einem externen Brandschutzbeauftragten – wurden die „Abweichungen“ von den neuesten Auflagen nun offenbar. Vor allem die Rettungswegsituation, so teilte die Verwaltung mit, habe nicht mehr den aktuellen Anforderungen entsprochen.

„In der Regel Bestandsschutz“

„In der Regel genießen ältere Gebäude Bestandsschutz“, erklärt der Technische Beigeordnete Ragnar Migenda auf Anfrage. Denn schließlich sind irgendwann einmal die Baugenehmigungen gemäß geltendem Recht erteilt worden. Brandschutzkonzepte indes werden fortgeschrieben, unter anderem ein zweiter Rettungsweg ist mittlerweile Pflicht. Und so musste jetzt schnell gehandelt werden, zum Teil per Dringlichkeitsentscheidung. Die wohl prägendsten Maßnahmen: Außengerüste sowie eine Metalltreppe, die vom Obergeschoss des denkmalgeschützten Altbaus auf den Schulhof führt. Migenda: „Das sind klassische Sofortmaßnahmen, um die ,Entfluchtung‘ sicherzustellen.“

Schreiner haben hölzerne Treppenpodeste als Steighilfen vor die Fluchtfenster gebaut, Lehrerzimmer, Rektorat und Sekretariat wurden in die Umkleideräume der Turnhalle verlegt. Die Halle selbst ist für Externe, Sportvereine und VHS, derzeit nicht nutzbar. Diese Provisorien sollen den Schulbeginn am Mittwoch gewährleisten.

Als Brandlasten in der Schule gelten nunmehr auch Holzvertäfelungen und Wandverkleidungen, die entfernt werden mussten. Aber auch zum pädagogischen Konzept gehörten: die große Wand im lichten Neubau etwa. Auf eigens installierten Spanplatten gab es immer Neues zu entdecken, Zeichnungen und Erläuterungen genauso wie Tastelemente. Alles ist nun verschwunden, zum Bedauern von Schulleiterin Monika Wallbrecht, die in all dem Treiben die Fäden mit in der Hand halten muss. Für die fleckigen weißen Wände hat sie schon eine Lösung parat: „Die werden bemalt.“

„Ohne Kompromisse“

Auch mit den räumlichen Anpassungen lasse sich vorerst leben, sagt die Rektorin, doch eine große Bitte bleibt: das Treppenhaus im gläsernen Neubau auf Dauer wieder als Versammlungsraum nutzen zu können. Denn dieser Platz ist für das vielfältige Schulleben dringend nötig. Wallbrecht ist mit Blick auf die gute Kooperation zwischen Stadt, Schule und Handwerkern zuversichtlich: „Die Zusammenarbeit mit der Stadt ist sehr konstruktiv und unser pädagogisches Konzept immer unterstützt worden.“ Die Schüler allerdings werden erst einmal ernüchtert sein, wenn sie ihre kahle Schule jetzt wieder in Beschlag nehmen.

In der Opposition regt sich indes Erstaunen ob des großen Nachrüstungsbedarfs, der sicher nicht auf die Schule in Pannesheide beschränkt werden dürfte: „Wir wollen alles in öffentlicher Sitzung einwandfrei klären“, sagt etwa Dr. Bernd Fasel, Grünen-Fraktionschef. „Die Maßnahmen müssen ohne Kompromisse erfolgen, keine Schule, keine Kita darf außen vor bleiben.“ Und auch FDP-Fraktionschef Björn Bock reklamiert großen Informationsbedarf.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert