Grundschule Pannesheide erhält „Eltern-Haltestelle”

Von: ath
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Noch kann ein Auto an dem haltenden Bus vorbeifahren: Ein „Buskap” zur weiteren Verengung der Pannesheiderstraße im Bereich vor der Grundschule soll das unterbinden, damit Kinder gefahrlos ein- und aussteigen sowie die Straße überqueren können. Foto: Andrea Thomas

Herzogenrath. Was tut sich rund um die Grundschule Pannesheide? Das stellte die Schule Eltern und interessierten Anwohnern bei einem Info-Abend vor: Verkehrsführung und Schulwegsicherung, Vandalismus auf dem Naturschulhof sowie die Vorstellung der neuen Nachbarn, des Dorv-Projektes, mit dem die Schule zusammenarbeitet.

Vor einem Jahr hatten sich Eltern an die Stadt Herzogenrath gewandt und beantragt, die Verkehrssituation rund um die Schule zu überprüfen, um den Schulweg sicherer zu gestalten.

Gefährdungspotential sahen sie in den hohen Geschwindigkeiten, den Querungen an der Bushaltestelle vor der Schule und am Kreisverkehr sowie darin, dass die Kinder, die mit dem Bus kommen, auf der falschen Seite gegenüber der Schule aussteigen müssen. „Wir haben uns der Sache angenommen und ein Anhörungsverfahren mit Polizei und Kreis eingeleitet”, erklärte Herzogenraths Verkehrsplaner Joachim Hergesell den Eltern.

Problem „Bringer und Holer”

Das Ergebnis sei gar nicht so besorgniserregend. Die gefahrene Geschwindigkeit sei angepasst, nur etwa drei Prozent der Fahrzeuge seien über den Tag verteilt zu schnell unterwegs.

Auch die Verkehrssituation insgesamt zwinge nicht zum Handeln, so das Ergebnis der Polizei. Ein Problem seien die „Bringer und Holer”, Eltern, die ihr Kind bis vor die Schule fahren oder dort einsammeln. Sie erhöhten vor allem morgens das Verkehrsaufkommen deutlich. Hier möchte Joachim Hergesell gerne ansetzen und an der Bushaltestelle Roermonderstraße vor der Abzweigung in die Pannesheiderstraße eine „Elternhaltestelle” einrichten.

Per Walking-Bus

„Hier können die Eltern ihre Kinder in Ruhe aussteigen lassen und müssen nicht mehr in den Ort hinein. Das letzte Stück Schulweg können die Kinder dann mit dem bereits bestehenden Walking-Bus (die Kinder gehen, begleitet von einem Elternteil als Gruppe zu Fuß, Anm. d. Red.) zurücklegen”, skizzierte der Verkehrsplaner.

Zusätzlich soll durch ein Buskap, eine Verengung der Pannesheiderstraße unmittelbar vor der Schule auf 4,5 bis 5 Meter, der Verkehr hier beruhigt werden. Solange sich der Bus in der Engstelle befinde, um die Kinder aussteigen zu lassen, müssten die Autos warten.

Auf Vorschlag eines Vaters soll geprüft werden, ob hier zusätzlich ein Zebrastreifen möglich ist. Zur besseren Orientierung für die Grundschüler schlug Hergesell außerdem gelbe „Fußstapfen” an den Querungsstellen vor. Schule und Eltern entscheiden nun, ob diese Maßnahmen-Kombi in die Testphase geht. Bei den Teilnehmer der Versammlung kam sie jedenfalls schon gut an.

Highlight auf dem Naturschulhof waren stets die beiden Tipis. So beliebt sie bei den Kindern sind, so beliebt sind sie auch bei zerstörungswütigen Jugendlichen. „Eines ist völlig zerstört worden, das andere haben wir mit den Resten vom ersten geflickt”, erläutert Schulleiterin Monika Wallbrecht.

Eine Situation, die ihr Schulpate Eric Meijer unmöglich findet. Frei nach dem Motto „So schnell geben wir nicht auf” hat er ihnen ein neues Tipi gesponsert. Das gilt es nun ebenso zu schützen, wie den Rest. „In den Osterferien ist eine Stele demoliert und Müll im Teich entsorgt worden. Wir sind am Ende mit unserem Latein”, so Wallbrecht. Anscheinend müssten doch höhere Zäune her.

Weitere Vorschläge waren, durch Schilder noch einmal deutlich zu machen, dass außerhalb der Schulzeit hier niemand etwas zu suchen hat, sowie ein Bewegungsmelder, der das Gelände beim Betreten in gleißendes Licht taucht. Für mehr Sicherheit soll auch die Kooperation mit dem Dorv-Verein sorgen, der den Naturschulhof als betreuten Spielplatz nutzen möchte.

Machen, was gebraucht wird

Nur eine von vielen Ideen, die Pia Anderer und Wilfried Hammers den Eltern vorstellten. Neben einem Ausschnitt aus ihrem Sortiment und Kostproben von Käse und Schokolade, hatten sie weitere mögliche Angebote in ihrem Einkaufswagen dabei: Hunde-Sitting, Lauftreff, Busbegleitung für ältere Menschen, Hilfe bei der Gartenarbeit oder Grabpflege, die Möglichkeit, Medikamente über den Dorv-Laden aus der Apotheke zu bestellen, Bücherbörse, Sprachkurse, Musikunterricht oder niedrigschwellige Rechtsberatung. „Sagen Sie uns, was Sie wollen und brauchen, wir machen das”, versprach Hammers. Mit den ersten Wochen ist das Team zufrieden, Laden und Imbiss würden gut angenommen, darauf lasse sich aufbauen.
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