Würselen - Grundsätzliches O.K. für Atrium-Konzept

Grundsätzliches O.K. für Atrium-Konzept

Von: ehg
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Das Singergelände aus der Vog
Das Singergelände aus der Vogelperspektive: Große Teile der großen Kalkhalde gehören zu dem Areal, das umringt ist von Bahnhofstraße (l.), Kaiserstraße, Elchenrather Straße und Kreuzstraße. Foto: Kistermann

Würselen. Was die städtebauliche Entwicklung des im Herzen der Stadt brachliegenden Singergeländes anbetrifft, standen Investoren noch nie Schlange vor der Rathaustür.

Umso mehr freute es den Vorsitzenden des Ausschusses für Stadtentwicklung, Hans Carduck, in der jüngsten Sitzung den niederländischen Investor Albert C. Blok und daneben zwei Repräsentanten des Eigentümers des Areals, der Firma Groz-Beckert aus Albstadt, begrüßen zu können. Sie erlebten hautnah mit, wie im Rathaus auf der Basis des von der Kooperation gestellten Antrages betont sachlich um einen acht Punkte umfassenden Grundsatzbeschluss gerungen wurde, der in sieben Punkten sogar einstimmig gefasst werden konnte. Damit wurde ein erster Schritt in Richtung Umsetzung des vom Investor vorgelegten Singer-Atrium-Konzepts getan. Vorsitzender Carduck sprach von einer historischen Stunde.

SPD-Fraktionsvorsitzender Stefan Mix: „Zum ersten Mal gibt es eine realistische Chance, das Gelände einer wirklichen Nutzung zuzuführen, zumal auch die Gespräche zwischen dem Investor und dem Eigentümer ergebnisorientiert waren.” Mix setzte sich für ein klares Votum ein, „dass das vorgestellte Konzept von dem Investor weiter entwickelt werden soll”.

Handelsstandort stärken

Einig waren sich die Sprecher aller fünf Fraktionen darin, dass vom künftigen Singer-Atrium Synergieeffekte nicht nur für die obere, sondern für den Handel auf der gesamten Kaiserstraße ausgehen müssten. Verlorengegangene Kaufkraft müsse zurückgewonnen werden, betonte vor allem FPD-Sprecher Markus Carduck. „Gewachsene Strukturen müssen langfristig gestärkt werden”, schloss sich die Bündnisgrüne-Fraktionsvorsitzende Renate Knauf an. Es stand außer Zweifel, dass zur Untermauerung des Vorhabens verschiedene Gutachten, nicht zuletzt was die Einzelhandelsverträglichkeit und die Entwicklung des Verkehrs anbetrifft, benötigt werden. Dass sie von der Stadt in Auftrag gegeben und vom Investor bezahlt werden sollen, darin stimmten die Fraktionen überein. Wenn er die Kosten übernehme, müsse ihm ein Signal für Planungssicherheit gegeben werden, plädierte Mix für den Abschluss eines städtebaulichen Vertrages. Damit fand die SPD-Fraktion bei der Kooperation zunächst keine Gegenliebe. Ihr Sprecher Balthasar Tirtey (CDU) plädierte dafür, ihn erst dann abzuschließen, wenn die Gutachten vorliegen. Nach einer Auszeit konnte auch in diesem Punkte Einvernehmen erzielt werden.

Ebenfalls in der Frage der baldigen Bürgerbeteiligung. Tirtey: Sie mache erst Sinn, wenn Zahlen und Fakten aus den Gutachten vorgelegt werden könnten. Schließlich willigte er in eine Informationsveranstaltung in nächster Zukunft ein, zumal das Interesse bei den Bürgern groß sei. Sie könne - so UWG-Sprecher Scherberich - nur der Auftakt zu einer Reihe von Veranstaltungen sein.

Nicht überein kamen die Fraktionen in der Frage des Abbaggerns des Fußes der Kalkhalde. Nicht nur von der Kooperation wurde es abgelehnt, auch von der UWG. Dagegen hatte SPD-Fraktionschef Mix keine Bedenken, wenn Abbaggern und Entsorgung zu Lasten des Investors gingen und sie „unter Berücksichtigung aller umweltrelevanten Auflagen” erfolgten. Ein Drittel der Halde liege auf dem Singer-Gelände. Eigentümer und Investor müssten sich in dieser Frage einig werden. Aus umweltpolitischen Gründen und wegen unkalkulierbarer Haftungsrisiken für die Stadt lehnte auch er ein Verfüllen des Abbaus auf der Halde ab. „Die Halde darf nicht freigelegt werden”, verteidigte Tirtey die Position der Kooperation. Und: „Was sich dort ökologisch entwickelt hat, darf nicht zerstört werden.”

Mehr Wohnungsbau gefordert

Dass noch viele Frage im Verfahren geklärt werden müssen, darauf lenkte UWG-Sprecher Scherberich das Augenmerk. Wie die Bündnisgrüne Renate Knauf hinterfragte auch er die 10.000 Quadratmeter, die für Handel in der Singer-Atrium-Konzeption ausgewiesen sind. Er plädierte dafür, sie zugunsten von mehr Wohnungsbau abzuspecken. Unter anderem brachte er ein Hotel ins Gespräch. Dass viele Wohneinheiten geschaffen werden sollten, das unterstrich auch Stefan Mix für seine Fraktion. Dass das Projekt nicht an der Lösung von Verkehrsproblemen scheitern dürfe, gab er zu diesem Fragenkomplex dem Ausschuss mit auf den Weg.

Auf Antrag der SPD willigte der Ausschuss darin ein, dass „auf dem kleinen Dienstweg” von der Verwaltung Abstimmungsgespräche mit den angrenzenden Grundstückseigentümern und den Händlern der oberen Kaiserstraße geführt werden sollen, um beabsichtigte Synergien so gut wie möglich erzielen zu können. Spezielle Bedenken und Anregungen könnten dem Investor so schnell übermittelt werden. Zudem: Der Ausschuss besichtigt demnächst - angeregt von der SPD - das vom Investor erbaute Geschäftszentrum in Vlaardingen nahe Rotterdam.
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